Er ist gerade mal elf Jahre jung, hat aber mit dem Gewinn der Westfalenmeisterschaft und der Berufung in den westfälischen Tennisleistungskader schon beachtliche Erfolge vorzuweisen.

Lippramsdorf

, 04.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Lippramsdorfer Jasper Surholt besucht das Dorstener St. Ursula Gymnasium, doch in seiner Freizeit widmet er sich voll und ganz dem Tennissport.

Momentan leidet er allerdings, wie alle Sportler, unter den Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Damit er aber wenigstens etwas aktive Spiel- und Trainingspraxis bekommt, hat er seit einigen Wochen eine Trainingswand auf der Wiese im heimischen Garten stehen. Daran übt er täglich bis zu drei Stunden. „Das ist schon hilfreich. Ich kann damit zum Beispiel den Aufschlag, die Vor- und auch die Rückhandschläge üben“, so der junge Tenniscrack.

Begonnen habe für ihn alles vor rund fünf Jahren in einem Familienurlaub in Spanien. Dort hat er das Tennisspielen ausprobiert und gleich Spaß daran gefunden. Wieder zu Hause wollte er natürlich gerne weiterspielen. Er meldete sich also in der Tennisabteilung des BVH Dorsten und im TC Lippramsdorf an.

Seit etwa zwei Jahren arbeitet er auch intensiv mit Thomas Gaworski aus Haltern zusammen. Er begleitet den jungen Lippramsdorfer zu vielen Turnieren und hilft ihm, sein Tennisspiel noch weiter zu verbessern. „Thomas ist mit viel Herzblut dabei und freut sich mit mir über jeden Erfolg“, sagt der 11-Jährige über seinen Coach.

Wöchentliches Kadertraining

Mittlerweile trainiert Surholt in der Regel vier Mal die Woche. Dabei stehen zwei Trainingseinheiten in Dorsten und eine in Lippramsdorf auf dem Trainingsplan. Ergänzt wird dieses Programm noch durch das wöchentliche Kadertraining. „Dort sind die Anforderungen am höchsten“, sagt er. Vater Kai ist natürlich auch ein wenig stolz auf die Leistungen des Sprösslings. „Ich spiele selbst etwas Tennis, das reicht aber momentan gerade noch so, um dem Jungen die Bälle einzuspielen.“

Gut vorbereitet trat Jasper mit der Mannschaft des BVH Dorsten 2018 in Kamen bei den Westfalenmeisterschaften ans Netz. Bei diesem Einsatz zeigte das Dorstener Team schon in der Vorrunde mit vier glatten Siegen seine ganze Klasse. Entscheidend für den späteren Titelgewinn waren in dem spannenden Turnierverlauf am Ende aber die letzten beiden Doppel. Jasper Surholt, der zusammen mit seiner Partnerin Anastasia Schwaibiger erneut überzeugen konnte, machte nach dem entscheidenden Punkt einen Luftsprung am Netz und jubelte über den Sieg.

Im vergangenen Jahr dominierte Surholt auch die Kreismeisterschaften im Einzel, als er sich am zweiten Juniwochenende in Dülmen mit drei Siegen, ohne Satzverlust, den Titel sicherte. Etwas später freute er sich auch über den Sieg bei einem Jugendturnier im Urlaubsort Fügen (Österreich).

Kaum zu Hause trat er eine Woche später auch im Einzel beim „Jüngstenturnier“ in Bad Salzuflen an. Surholt kämpfte sich bis ins Achtelfinale vor und schied erst dort unglücklich gegen den amtierenden Badischen Meister aus. „Ich war mit meiner Leistung trotz der Niederlage zufrieden“, sagt er.

Dritter Platz bei den Regionalmeisterschaften

In diesem Jahr legte er sich mit dem Start bei den Regionalmeisterschaften Anfang Februar in Köln die Messlatte noch etwas höher. Zu diesem Turnier schickten die Tennisverbände Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordrhein, Mittelrhein, Westfalen und Hessen ihre besten Spieler. Jasper Surholt konnte sich mit zwei Siegen in der Vorrunde behaupten. Im Halbfinale traf er dann überraschend auf seinen Trainingspartner Paul Tiemann, gegen den er sich in diesem Match leider nicht durchsetzen konnte. Surholt freute sich aber auch über den dritten Platz und analysierte später: „Sein Sieg ging in Ordnung. Er war heute einfach besser“.

Das Tennisspielen macht Jasper Surholt besonders viel Spaß.

Das Tennisspielen macht Jasper Surholt besonders viel Spaß. © privat

Surholts gute Leistungen blieben nicht unbeachtet und so wurde er zu einem Probetraining in das Tennisleistungszentrum Münster-Mecklenbeck eingeladen. Dabei konnte er überzeugen.

Unter der Trainerin Simone Milk erfahren die Nachwuchsspieler dort regelmäßig ein intensives Matchtraining mit ständig wechselnden, leistungsfördernden Maßnahmen. Dazu gehört auch ein spezielles Schlagtraining. Zusätzlich werden Spielszenarien trainiert. „Die Anforderungen sind hoch, aber es macht mir viel Spaß“, so der junge Lippramsdorfer. Sein Vorbild im Tennis sei Roger Federer. Nicht nur, weil er sportlich erfolgreich ist, sondern auch, weil er sich in hohem Maß sozial engagiert.

Immer mit dabei ist Jaspers größter Fan, Mama Nina. Obwohl Sie selbst kein Tennis spielt, fiebere sie bei jedem Match mit. „Jasper hat sich seinen Sport selbst ausgesucht. Es ist toll zu sehen, wie viel Spaß ihm das Tennisspielen bereitet.“

Deutsche Rangliste

Als Ziel für dieses Jahr hatte sich Jasper Surholt unter anderem die Aufnahme in die deutsche Rangliste gesetzt. Dafür braucht es mindestens 10 Siege in offiziell ausgeschriebenen DTB Turnieren. Surholt hatte es mit seinem neunten Sieg in diesem Jahr, am 8. März in Waltrop-Ickern, schon fast geschafft. Doch dann kam die Absage des Spielbetriebs aufgrund der Corona-Pandemie .

So trainiert er nun vorerst weiter alleine im heimischen Garten und hofft, dass sich die Lage bald wieder etwas normalisiert.

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