Philipp Oligmüller vom ETuS Haltern sieht den späteren Saisonstart als nicht problematisch an. © Juergen Patzke
Fußball

„Begeistert bin ich nicht“: Halterner Reaktionen zum späteren Saisonstart

Halterns Amateurfußball sollen später als erwartet in die Saison starten. Einige finden den Plan gut, andere sehen es ziemlich gelassen. Bei einem stößt die Idee aber auf gar keine Gegenliebe.

Schon seit längerer Zeit geisterte der 15. August als Saisonstart-Termin durch die westfälische Amateurfußball-Szene. Nun ist aber bekannt geworden, dass der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) sich für einen späteren Termin, den 29. August, entschieden hat. In Haltern sind die Meinungen dazu gemischt.


Michael Onnebrink: „Das macht für mich keinen Sinn“

Für den Flaesheimer Trainer kam die Nachricht des späteren Saisonstarts ziemlich überraschend. „Wir haben alles auf den 15. August ausgerichtet“, sagt er über den Vorbereitungsplan seiner Mannschaft. Sechs Wochen waren eigentlich als richtige Vorbereitung geplant, nun wären es acht.

Michael Onnebrink von Concordia Flaesheim zieht eine Verschiebung des Vorbereitungsstarts durchaus in Erwägung.
Michael Onnebrink von Concordia Flaesheim zieht eine Verschiebung des Vorbereitungsstarts durchaus in Erwägung. © Jürgen Patzke © Jürgen Patzke

„Da ist es schon nicht mehr so einfach, die Spannung durchgehend hochzuhalten“, erklärt Michael Onnebrink. „Begeistert bin ich jetzt nicht“, sagt er. Womöglich wird der Trainer nun sogar noch mal darüber nachdenken, den offiziellen Vorbereitungsstart etwas nach hinten zu verschieben. „Warum fangen wir nicht am 15. an? Das macht für mich keinen Sinn“, so Onnebrink.

Timo Ostdorf: „Der spätere Start kann nur von Vorteil sein“

Der Trainer des Oberliga-Teams des TuS Haltern am See ist nicht überrascht, dass die Saison erst später angepfiffen werden soll. „Wir hatten schon davon gehört“, sagt er. Ohnehin hatten sich Ostdorf und das restliche TuS-Trainerteam auf verschiedenste Szenarien vorbereitet und mehrere Pläne erstellt. „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet“, sagt er.

Timo Ostdorf vom TuS Haltern am See kann mit einem späteren Saisonstart gut leben, denn so habe er die Möglichkeit, die Belastung seiner Spieler noch besser zu steuern und ihnen auch mal eine Pause zu geben.
Timo Ostdorf vom TuS Haltern am See kann mit einem späteren Saisonstart gut leben, denn so habe er die Möglichkeit, die Belastung seiner Spieler noch besser zu steuern und ihnen auch mal eine Pause zu geben. © Holger Lindner © Holger Lindner

Dass die Vorbereitung nun länger wird, sei ihm auf jeden fall lieber „als ein Saisonstart, der zwei Wochen nach vorne gezogen wird“. Durch die längere Vorbereitungszeit könne das Trainerteam noch besser die Belastung der einzelnen Spieler steuern. Daher sagt er deutlich: „Der spätere Start kann nach der langen Pause nur von Vorteil sein.“

Sven Kmetsch: „Klar müssen wir darauf reagieren“

Der neue Trainer des SV Lippramsdorf, der das Amt von Thomas Bartke übernimmt, ist mit seiner Mannschaft – wie viele andere auch – schon ins lockere Training eingestiegen. „Um die Jungs heranzuführen“, sagt er. Bislang sei alles für den 15. August ausgelegt gewesen. „Klar müssen wir darauf reagieren“, sagt er über den geänderten Starttermin.

Lippramsdorfs neuer Trainer Sven Kmetsch, hier noch für 1860 München im Einsatz, vermutet, dass sich durch den späteren Saisonstart noch das ein oder andere Testspiel ein wenig verschieben könnte. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Womöglich werde dann auch das Training angepasst. Und möglicherweise, so vermutet er, könnte der neue Termin auch Auswirkungen auf einige Testspielansetzungen haben. „Es wäre verständlich, wenn jetzt Mannschaften, mit denen wir Spiele ausgemacht haben, noch mal über einen anderen Termin sprechen wollen“, so Sven Kmetsch. Das Gleiche könne aber auch andersherum passieren.

Philipp Oligmüller: „Das finde ich gar nicht schlimm“

Der Trainer des ETuS Haltern sieht den späteren Saisonstart gelassen. „Dann haben wir ein bisschen mehr Zeit für die Vorbereitung, das finde ich gar nicht schlimm“, sagt Oligmüller, der mit seiner Mannschaft ebenfalls schon ins lockere Training gestartet ist.

„Ich habe das Gefühl, dass meine Jungs richtig heiß sind und Bock haben, sich weiterzuentwickeln und auch am Taktischen zu arbeiten“, so der Trainer. „Wenn wir dann jetzt noch zwei Wochen mehr bekommen, um zu trainieren, würde ich das nicht negativ bewerten.“ Angst, dass es durch die verlängerte Vorbereitung bis zum Saisonstart einen Spannungsabfall in der Mannschaft gibt, habe er nicht.

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Pascal Albert

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