Darum ist Concordia Flaesheims Trainer sauer: "Wir brauchen eine andere Mentalität"

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Der Start des A-Kreisligisten Concordia Flaesheim ist in die Hose gegangen. Trainer Michael Onnebrink kritisiert sein Team. Warum er es trotzdem auch in Schutz nimmt, erklärt er auch.

von Niklas Berkel

Flaesheim

, 23.09.2019, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Onnebrink, Trainer des Fußball-Kreisligisten Concordia Flaesheim ist enttäuscht. Enttäuscht über die Art und Weise, wie seine Mannschaft das Spiel gegen den Aufsteiger RW Erkenschwick (2:5) verlor. "Alle waren resigniert. Die Körpersprache war desolat. Da war kein Aufbäumen", kritisierte der Coach. "Wille und Kampf fehlten bei jedem einzelnen." Beim Meisterschaftsfavoriten läuft es nicht. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

"Habe ich noch nie erlebt"

"So eine Verletzungsmiserie habe ich noch nie erlebt", sagt Onnebrink. Wenn er das sagt, dann soll das was heißen. Seit über 20 Jahren ist Onnebrink als Trainer tätig. Bereits in der vergangenen Saison überkam die Concordia das Verletzungspech. "Wenn dir acht, neun Stammspieler ausfallen, dann ist das sportlich irgendwann nicht mehr zu kompensieren." Und nicht nur sportlich nicht. Mittlerweile hat Onnebrink auch Probleme überhaupt eine fitte Mannschaft auf den Platz zu schicken.

Zwei Eigentore und der Kapitän früh raus

In der Startaufstellung gegen Erkenschwick standen mit Kapitän Thomas Fritzsche, Patrick Schaden und Neuzugang Robin Pötter drei Spieler, die "ich im Normalfall nie spielen hätte lassen dürfen", sagt Onnebrink. Fritzsche musste bereits in der vergangenen Woche nach 15 Minuten ausgewechselt werden. "Da war mit klar: Der hält nicht mal eine Halbzeit durch", sagt Onnebrink. Immerhin: Fritzsches Treffer zum 2:1-Anschluss (25.) ließ die Flaesheimer erst Mut schöpfen. Als dann im direkten Gegenzug das 1:3 fiel, wie das 0:2 übrigens durch ein Eigentor, war auch für den Kapitän das Spiel beendet. "Es ging nicht mehr bei ihm", sagte Onnebrink.

Neuzugang Pötter und Schaden waren auch nicht fit, haben in den letzten Wochen nicht trainiert, fanden sich dann aber in der Startelf wieder. "Wir sind absolut am Limit. Ich habe keine Alternativen mehr", sagt der Trainer. "Kräftemäßig war ich schon nach einer Halbzeit am kämpfen", sagt Neuzugang Pötter. Nicht einmal ein Druckmittel habe "Onne". "Ich kann nicht sagen: Du bist jetzt auf der Bank, wenn du nicht alles gibst. Zwei, drei, vier Spieler dürften momentan gar nicht spielen, weil die den Kopf nicht frei haben." Der Aussage des Trainers stimmt Pötter zu: "Jeder war mit sich selbst beschäftigt, im Nachhinein auch unzufrieden", sagt er.

"Es ist menschlich, dass man da irgendwann resigniert."
Michael Onnebrink, Trainer Concordia Flaesheim

Dazu trifft die Flaesheimer ein Nackenschlag nach dem anderen. Ob es ungünstige Schiedsrichterentscheidungen, ob es mehrere Verletzungen oder - wie am Sonntag gegen Erkenschwick - zwei Eigentore sind: "Es ist menschlich, dass man da irgendwann resigniert", sagt der Flaesheimer Coach. Auch wenn er das als Erklärung für den schwachen Saisonstart gelten lässt, so nimmt er seine Mannschaft auch in die Pflicht. "Kämpfen und Einsatz gehen immer. Und das erwarte ich auch. Wir brauchen eine andere Mentalität."

Das Thema Meisterschaft hat sich früh erledigt

"Trotz der vielen Verletzten", sagt Neuzugang Pötter, "hatten wir auch gegen Erkenschwick eine Mannschaft auf dem Platz, die das Niveau für die A-Kreisliga hat." Neben den Nackenschlägen stimme auch einfach die Leistung nicht, sagt der Verteidiger. Für den A-Kreisligisten, da sind sich alle einig, ist die Saison gelaufen. Onnebrink selber sah die Concordia vor der Saison als Meisterschaftsfavorit. Bei dem Kader wäre Platz eins möglich gewesen. Aufgrund der viele Nackenschlägen ist Flaesheim allerdings bereits jetzt zehn Punkte hinter dem Tabellenführer. Wirkliche Besserung ist nicht in Sicht. "Die Saison ist gelaufen", sagt Onnebrink. Für ihn ist wichtig, dass sich das Team bis Winter "irgendwie durchmogelt", ein paar Punkte holt und die Saison vernünftig zu Ende spielt. "Das Thema Meisterschaft haben wir in der letzten Mannschaftssitzung abgehakt", sagt Pötter.

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