Was die Handballer dürfen und die Handballerinnen nicht

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Im Auswärtsspiel gegen Teutonia Riemke hatten die Handballerinnen des HSC Haltern-Sythen mächtig Probleme mit dem Ball. Trainer Andreas Stolz erwägt einen Fußball-Vergleich.

von Niklas Berkel

Haltern

, 25.09.2019, 09:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Warum es für die Handballerinnen des HSC Haltern-Sythen nicht erlaubt ist? Wisse er nicht. "Das einzige, das ich weiß, ist, dass wir dadurch viele Fehler gemacht haben, weil wir damit nicht klar kamen", sagt Andreas Stolz, Trainer der Verbandsliga-Damen des HSC. "Das ist ganz schwierig zu beschreiben, was da los war", sagt seine Spielerin Christina Eirich. "Wir hatten viele Situationen, in denen wir frei durch waren, den Ball aber komplett am Tor vorbeigezogen haben."

"Wenn du nie mit Harz spielst, ist das extrem schwierig."
Andreas Stolz, Trainer der Damen des HSC-Haltern-Sythen

Im Auswärtsspiel gegen den SV Teutonia Riemke unterlagen die Halternerinnen mit 19:26 deutlich. Stolz warf seiner Mannschaft vor, nicht die richtige Mentalität an den Tag gelegt zu haben. Das eine hing mit dem anderen aber zusammen. Gegner Riemke darf bei sich in der Halle Handball-Harz benutzen. Dadurch klebt der Ball mehr an der Hand. "Wenn du nie mit Harz spielst, ist das extrem schwierig", sagt der Trainer. Die Halternerinnen hätten es zwar auch beim Auswärtsspiel gedurft, aber "wir haben es nicht gemacht, weil wir es auch nicht trainieren". Der Ball war trotzdem klebrig.

Die HSC-Handballerinnen dürfen in der heimischen Halle kein Harz benutzen. Harz ist nur schwierig sauber zu machen, da es nicht wasserlöslich ist. "Wir haben eine harz-freie Halle", sagt Eirich. Die Herren 1 und 2 hingegen des HSC benutzen Harz – auch bei Heimspielen. "Die machen danach aber auch die Halle sauber", erklärt die Spielerin. Das geht mit einer Sondergenehmigung des Vorstands. Für die Handballerinnen ist diese aber keine Option. "Bei uns in der Liga harzen einige, während andere es nicht tun. Deswegen bleiben wir bei unseren alten Gewohnheiten, ohne Harz zu spielen."

Vergleiche mit Fußball und Mentalität

Um zu veranschaulichen, wie schwierig es ist, mit Harz zu spielen, wenn ein Team es sonst nie macht, erwägt Stolz einen Fußball-Vergleich: "Wenn früher ein Verein nur Rasen hatte und dann zu einem Team kam, das auch Asche hatte, hat die Heimmannschaft das Spiel immer auf Asche austragen lassen. Da ist der Ball immer so viel gehoppelt, dass der Gast damit überhaupt nicht klar kam, weil er es nie trainieren konnte."

Und wo ist nun der Vergleich zur fehlenden Mentalität? "Wir haben durch die vielen Fehler die Köpfe hängen lassen. Die Mannschaft hat sich ergeben", kritisiert Trainer Stolz. Das fand er überhaupt nicht gut. "Man kann verlieren, dann muss aber auch die Einstellung stimmen." Nichtsdestotrotz hat der die Niederlage aber abgehakt und schaut nach vorne. Vor allem freut er sich auf das Rückspiel gegen Riemke, dann in Haltern. "Denn dann dürfen die nicht harzen und werden genauso Probleme haben wie wir bei denen."

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