Kinder bis 14 Jahren könnten vielleicht schon in wenigen Tagen wieder auf dem Platz stehen - zur Freude der Halterner Jugendleiter. © Daniele Giustolisi (Archiv)
Halterner Jugendfußball

„Das Wichtigste ist, dass die Kinder ein Stück Normalität zurückbekommen“

Hoffnung für die Jugend: Schon bald könnten Kinder wieder gemeinsam trainieren. Ein Schritt in die richtige Richtung, sagen Halterns Jugendfußball-Leiter. Doch es bleiben offene Fragen.

Die in fünf Schritte unterteilte Öffnungsperspektive der Bundesregierung hat den Amateursportlern eine Perspektive für die Rückkehr auf die Sportanlagen gegeben. Vor allem für die jüngeren Sportler gibt es nun einen Hoffnungsschimmer – zur Freude der Halterner Jugendfußball-Leiter.

„Wir sind froh, wenn die Spieler wieder auf der Anlage trainieren dürfen“, sagt Markus Kraiczi, Sportlicher Leiter der Jugendfußballabteilung des ETuS Haltern. Der lange Lockdown, in dem kein gemeinsames Training möglich war, habe die jungen Spieler natürlich geschmerzt.

Der ETuS hat „alles Mögliche getan, um die Kinder bei Laune zu halten“

In wenigen Tagen könnte aber endlich wieder trainiert werden. Im dritten Öffnungsschritt, den die Bundesregierung am 4. März vorgestellt hat, heißt es, dass ab dem 8. März „kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen von maximal zehn Personen im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen“ bei einer stabilen Inzidenz unter 50 erlaubt sein wird.

Sollte die Inzidenz zwischen 50 und 100 liegen, ist sowohl Individualsport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten als auch Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich oder auf Außensportanlagen erlaubt.

Die Kinder könnten also schon kommende Woche wieder auf den Platz, sollte sich an den Inzidenz-Werten nicht mehr allzu viel verändern bis dahin. „Das sehnen wir natürlich herbei“, sagt Markus Kraiczi.

Die Bundesregierung hat am 4. März eine Öffnungsperspektive in fünf Schritten präsentiert.
Die Bundesregierung hat am 4. März eine Öffnungsperspektive in fünf Schritten präsentiert. © Bundesregierung © Bundesregierung

In den vergangenen Monaten habe man „alles Mögliche getan, um die Kinder bei Laune zu halten“, erzählt er. Genauso wie viele andere Vereine hätten die Halterner ihren Jugendspielern Trainingspläne mitgegeben, Video-Workouts organisiert oder kleinere Aktionen ins Leben gerufen

Große Freude über neue Perspektive für Jugendspieler

„Irgendwann ist die Kraft aber auch am Ende“, sagt Kraiczi. So ein langer Lockdown zehre eben auch an den Kräften der vielen Ehrenamtlichen, die ihr Bestes geben, um die jungen Sportler bei Laune zu halten. Dementsprechend groß ist nun die Freude über die Perspektive, die Kinder womöglich bald wieder auf den Platz schicken zu können.

Zum Glück, so der Sportliche Leiter Jugendfußball vom ETuS, habe es noch keine Abmeldungen von Kindern, die gemerkt haben, dass sie auch anderen Hobbys als dem Fußball nachgehen können, gegeben. Ähnlich ist es bislang auch bei BW Lavesum gewesen.

Abmeldungen seien ihm noch nicht bekannt, so René Kownatka, Abteilungsleiter Jugendfußball der Lavesumer, der zwar noch einige offene Fragen beim Blick auf die Öffnungsperspektive der Bundesregierung hat, sich aber über die möglichen Lockerungen freut.

„Es ist total wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen wieder auf den Platz können“, sagt Kownatka, der sowohl im Senioren- als auch Jugendbereich noch für die Lavesumer als Trainer tätig ist.

„Man muss gucken, wie sich die Zahlen entwickeln“

„Das Wichtigste ist, dass die Kinder ein Stück Normalität zurückbekommen“, erklärt er. Und dazu gehöre eben auch der Freizeitsport – sei es der Fußball, der Handball oder irgendeine andere Sportart.

René Kownatka (l.) ist sowohl im Jugend- als auch im Seniorenbereich von BW Lavesum aktiv.
René Kownatka (l.) ist sowohl im Jugend- als auch im Seniorenbereich von BW Lavesum aktiv. Dass die Kinder bald wieder ein Stück Normalität bekommen, ist für ihn aktuell das Wichtigste bei der Debatte um Öffnungen. © Privat © Privat

Problematisch, so der Lavesumer weiter, könnte es aber werden, wenn die Inzidenzen wieder extreme Schwankungen hätten. „Das Schlimmste wäre, wenn wir drei, vier Wochen auf dem Platz sind und dann wieder nicht“, erklärt er. „Man muss gucken, wie sich die Zahlen entwickeln.“

Und es muss abgewartet werden, wie die Bundesregierung auf mögliche Schwankungen der Inzidenzen reagieren wird. Eine weitere offene Frage: Dürfen maximal 10 beziehungsweise 20 Jugendspieler auf einer Anlage trainieren oder dürfen auch mehrere so große Gruppen auf verschiedenen Plätzen auf einer Anlage sein?

Partien innerhalb Halterns statt normaler Meisterschaftsbetrieb?

Natürlich wolle er so schnell wie möglich wieder auf den Rasen, „damit wir gemeinsam Spaß auf dem Platz haben können“, sagt René Kownatka. Aber die Saison, das stellt er auch klar, könne eigentlich nicht mehr fortgesetzt werden. „Zwei, drei Wochen Vorbereitungszeit reichen da nicht.“

Ähnlich sieht es auch Markus Kraiczi. „Ich glaube nicht, dass die Saison noch gespielt werden kann“, sagt er. Sollte in den kommenden Monaten der Trainingsbetrieb wieder normal laufen können, schlägt er daher eine andere Variante vor: stadtinterne Duelle. So könnten die Kontakte zumindest ein wenige eingeschränkt werden.

Kontakt haben viele Kinder auch mit denen anderer Mannschaften, da sie sich teilweise schon wieder in der Schule sehen. Dass die Kinder in die Schule gehen, aber sich dann nicht danach ein wenig im kleinen Rahmen auf einem Sportplatz austoben dürfen, könne er nicht ganz nachvollziehen, sagt Mirko Klemm, Jugendleiter des SV Bossendorf.

Denn dass die jungen Sportler endlich mal wieder ihrem Hobby nachgehen könnten, sei sehr wichtig. „Den Kindern geht am meisten verloren“, sagt auch René Kownatka. Kinder bräuchten die Bewegung, den Spaß beim Sport und auch das Gemeinschaftsgefühl. All das fehlt seit vielen Monaten.

Wenn das Training wieder möglich ist, „sind wir sofort am Start“

„Wir müssen die Kinder wieder rauskriegen, die müssen sich wieder austoben können und Spaß haben“, sagt Heike Heimsoth, Jugendleiterin Mädchenfußball bei Concordia Flaesheim. Dass die Jugendspieler wieder eine Perspektive bekommen und wieder auf den Platz dürfen, „ist mir ganz, ganz wichtig“.

Natürlich müsse es die Corona-Lage zulassen und die Bedingungen müssten auch für die Vereine durchführbar sein. Sobald das Training mit Kindern wieder erlaubt sein wird, „sind wir sofort am Start“, kündigt sie an. Im Verein habe man sich bereits viele Gedanken gemacht, wie eine Rückkehr zum Trainingsbetrieb aussehen könnte.

Von Eltern bekomme er immer wieder mal erzählt, wie sehr ihre Kinder sich auf die Rückkehr auf den Platz freuen, berichtet derweil Bossendorfs Mirko Klemm. Mehr Kontakt als über die Eltern habe es zuletzt zu den Jugendspielern aber nicht geben können.

Am Montag ist beim SV Bossendorf eine Vorstandssitzung zum Thema Rückkehr auf den Sportplatz geplant. Auch die Verantwortlichen von Lavesum und dem ETuS Haltern wollen sich in den kommenden Tagen digital zusammensetzen. Damit die jüngsten Sportler bald endlich wieder gemeinsam spielen können.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert
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