Der ETuS Haltern glaubt trotz zwölf Punkten Rückstand an den Klassenerhalt

hzFußball: A-Kreisliga

Trotz zwölf Punkten Rückstand bei nur noch sechs Spielen glaubt der ETuS Haltern an den Klassenerhalt. Der Grund ist ein Schwur. Bei Concordia Flaesheim läuft es dagegen in der Rückrunde.

von Niklas Berkel

Haltern

, 10.04.2019, 07:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der ETuS Haltern führt in der Fußball-A-Kreisliga gegen den SC Reken II mit 2:1. Es läuft die 94. Spielminute. Ein Sieg wäre vielleicht die letzte Chance, die Nichtabstiegsplätze doch noch zu erreichen. Neun Punkte würde das rettende Ufer dann sechs Spieltage vor Saisonende noch entfernt sein. Doch eine der letzten Ecken bekommt der ETuS nicht verteidigt. 2:2 statt 2:1-Sieg.

Und es kommt noch schlimmer: ETuS-Trainer Thomas Schaffrinna wirft alles nach vorne, ein Sieg wäre so ungemein wichtig. Mit der letzten Aktion des Spiel kontert Reken Haltern aus und gewinnt doch nach. 2:3 statt 2:1-Sieg.

Ein Schwur zwischen Trainern und Mannschaft

Doch jetzt die Köpfe in den Sand stecken? Für ETuS-Co-Trainer Philip Oligmüller kommt das nicht infrage. Der Grund ist ein Schwur, den sich Trainer und Mannschaft gaben, als Oligmüller und Schaffrinna in der Hinrunde anfingen. "Wir machen so lange weiter, bis es rechnerisch nicht mehr möglich ist. Das haben wir uns geschworen", erklärt er. "Und solange glauben wir auch noch an den Klassenerhalt." Der Mannschaft macht der Co-Trainer ein großes Kompliment. "Der Teamgeist ist weiterhin ungebrochen. Wir sind begeistert, wie die Mannschaft mitzieht. Jeder ordnet sich unter und es gibt keine Eitelkeiten trotz unserer Situation."

"Noch ist alles drin"

Die Mannschaft denkt ähnlich. Zu Trainingsabsagen kam es bisher noch nicht. Die Motivation ist bei den Spielern weiterhin hoch. Nicht nur das Trainerteam glaubt noch an den Klassenerhalt, sondern auch die Spieler selber. Das bestätigt Kapitän Bernard Lütke-Daldrup. "Jeder der kommenden sechs Gegner ist schlagbar", sagt er. Auch wenn sich nichts daran ändere, dass Haltern die kommenden Spiele irgendwann gewinnen muss, "aber noch ist alles drin", gibt sich Lütke-Daldrup kämpferisch.

Ob der ETuS absteigt oder doch die Klasse hält: Der Großteil der Mannschaft bleibt zusammen. "Der Teamgeist ist weiterhin ungebrochen", sagt Co-Trainer Philip Oligmüller.

Ob der ETuS absteigt oder doch die Klasse hält: Der Großteil der Mannschaft bleibt zusammen. "Der Teamgeist ist weiterhin ungebrochen", sagt Co-Trainer Philip Oligmüller. © Privat

Klar ist aber auch, dass der ETuS zweigleisig planen muss. "Es kann sein, dass wir kommende Saison weiterhin A-Liga spielen", sagt der Kapitän des ETuS, "aber ebenso ist es auch wahrscheinlich, dass wir eine Liga runtergehen." Gespräche mit den meisten Spielern haben die Halterner auch schon geführt, der Großteil wird zusammenbleiben. Deswegen macht sich Co-Trainer Oligmüller auch keine Sorgen um die kommende Saison – selbst wenn der ETuS in der B-Kreisliga antreten muss. "Ich unterhalte mich zwar erst über den Abstieg, wenn er feststeht, aber wir sind für jede Liga vorbereitet." Auch da liegt er mit seinem Kapitän auf einer Wellenlänge. "Wir werden auch in der kommenden Saison ligaunabhängig ein schlagkräftiges Team haben", sagt Lütke-Daldrup.

Flaesheims Kapitän Thomas Fritzsche fiel in der Hinrunde über einen längeren Zeitraum verletzt aus. Nun zieht er im Mittelfeld wieder die Fäden.

Flaesheims Kapitän Thomas Fritzsche fiel in der Hinrunde über einen längeren Zeitraum verletzt aus. Nun zieht er im Mittelfeld wieder die Fäden. © Manfred_Rimkus

Bei Concordia Flaesheim läuft es besser

Bei Concordia Flaesheim läuft es in der A-Kreisliga-Parallelstaffel dagegen um einiges besser. Der knappe 1:0-Erfolg gegen den SV Hochlar 28 war der siebte Sieg in Serie. Drei Punkte fehlen Flaesheim noch auf Platz zwei, acht auf den Spitzenreiter SuS Waltrop. Für den Torschützen vom vergangenen Sonntag beim Sieg in Hochlar, Niklas Haak, hat Trainer Michael Onnebrink einen großen Anteil am Erfolg in Flaesheim. "Wir haben uns alle gefreut, dass der Trainer gesagt hat, dass er doch bleibt", erklärt er. "Den Schwung daraus haben wir in die vergangenen Spiele mitgenommen." Haak selber erzielte gegen Hochlar einen Treffer der Sorte Traumtor. Einen hohen Ball pflückte der Linksaußen aus der Luft und lupfte ihn über den zu weit vorm Tor stehenden Torwart drüber. "Das war ein schönes Tor, umso mehr habe ich mich darüber gefreut", sagt er.

"Zu dem Missverständnis ist alles gesagt." Michael Onnebrink, Trainer Concordia Flaesheim

Auch Flaesheims Trainer Onnebrink ist glücklich, dass er bleibt. "Zu dem Missverständnis ist alles gesagt. Wie die Mannschaft sich gefreut hat, dass ich doch bleibe, ist faszinierend. Die Jungs liegen mir am Herzen", sagt er glücklich. Umso schöner sei, dass seine Spieler nun diese Serie hingelegt haben. "Mit Worten kann ich das alles gar nicht beschreiben. Der Zugang zwischen mir und dem Team ist einfach ein geiles Gefühl."

Bis zu elf Ausfälle gleichzeitig

"Wir hatten gerade in der Hinrunde mit vielen Verletzungssorgen zu kämpfen", erklärt der Trainer. "Dafür spielen wir eine großartige Saison." Zweitweise fielen bis zu elf Spieler gleichzeitig aus. Björn Winkelbein und Matthias Koch laborieren noch immer an ihren Kreuzbandverletzungen, Max Bontrup fällt aufgrund einer Schleimbeutelentzündung an beiden Knien aus. Mario Allkemper fehlt fast die gesamte Saison aufgrund von Muskelverletzungen. In der Hinrunde fehlten auch mal Kapitän Thomas Fritzsche oder Torjäger Lucas Mann über einen längeren Zeitraum. Trotzdem beendete Flaesheim die Hinrunde auf dem vierten Platz. Die Rückrundentabellen führt die Concordia derzeit sogar an.

Die Vizemeisterschaft ist das Ziel

Gesamtplatz drei ist der Lohn dafür. Und Niklas Haak und die Mannschaft haben sich ein weiteres Ziel gesetzt. "Wir wollen gucken, ob wir noch Vizemeister werden können." Für Onnebrink selber wäre die Saison schon gut gelaufen, wenn Platz vier am Ende rausspringt. Der FC 96 Recklinghausen steht ist aufgrund des schlechteren Torverhältnisses einen Platz hinter der Concordia. "Allein diese Serie ist derzeit das I-Tüpfelchen in dieser teilweise bitteren, aber dafür sportlich sehr guten Saison", sagt Onnebrink.

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