Der HSC Haltern-Sythen stürzt sich in das Abenteuer Oberliga

hzHandball

Der HSC Haltern-Sythen ist zur eigenen Überraschung aufgestiegen in die Oberliga. Dass dort ein scharfer Wind weht, zeigt die Vergangenheit. Zum Saisonstart kommt es zu einem Schlüsselspiel.

von Olaf Krimpmann

Haltern

, 14.09.2019, 05:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwölf Jahre nach dem letzten Gastspiel kehrt der HSC Haltern-Sythen am Samstag zurück in die Oberliga Westfalen. Nur enden soll das Abenteuer anders als damals. Diesmal soll der Klassenerhalt gelingen.

Wer den sportlichen Werdegang der letzten Verbandsliga-Meister verfolgt hat, der ahnt: Es dürfte ein schweres Unterfangen werden. „Der Klassenerhalt wäre sicher höher zu bewerten als der Aufstieg“, sagt Halterns Trainer Gerard Siggemann. Das Halterner Ziel ist klar umrissen: „Zwei Mannschaften steigen ab, wir wollen nicht dazu gehören.“

Neuzugänge brauchen noch Zeit

Wie hinter allen Mannschaften liegt auch hinter dem HSC eine lange Vorbereitungszeit. Die Vorfreude auf die neue Liga, auf neue Gegner ist groß im Schulzentrum, und doch weiß der Trainer: „Wir haben noch Luft nach oben, die Neuzugänge sind noch nicht so integriert, wie ich mir das vorstelle. Aber das trifft wohl auf ziemlich jede Mannschaft zu“, sagt Siggemann.

Namhafte Zugänge kann der Aufsteiger keine präsentieren. Vom VfL Gladbeck II kam der talentierte Linkshänder Hendrik Alkemper (19), von SW Havixbeck aus der Landesliga die Brüder Max und Johannes Beumer, 23 und 21 Jahre jung. „Sie haben bislang nie woanders gespielt und waren dort am Ende die Alleinunterhalter“, berichtet Siggemann. Den Abstieg in die Bezirksliga haben auch die beiden nicht verhindern können. Nun also befinden sich die Beumers in Haltern auf dem Sprung, ganz nach der Devise: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Mit Strotmann fällt eine Stütze weg

Dem stehen nicht unerhebliche Abgänge gegenüber, etwa der des erfahrenen Außen Sascha Rauschel (VfL Gladbeck II) oder aber der von Tim Strotmann. Der Recklinghäuser gehörte in der vergangenen Saison zu den Haupttorschützen, ist nun studienbedingt nach Berlin gezogen. Auch Robin Hettrich steht dem Oberligisten aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.

"[Etats] wie ein Zweitligist, entsprechend sind die Erwartungen."
Gerard Siggemann, Trainer HSC Haltern-Sythen

Der HSC ist in einer Liga angelangt, in der nicht mehr mit den gleichen Waffen gekämpft wird. Einige Vereine verfügen über Etats „wie ein Zweitligist, entsprechend sind die Erwartungen“, sagt Siggemann. In der Seestadt will man mit Herz und Leidenschaft bestehen. „Wir müssen uns natürlich auf die Körperlichkeit der Gegner einstellen“, sagt der Trainer. „Aber wir dürfen auch nicht die gewisse Leichtigkeit verlieren, die wir in der Verbandsliga an den Tag gelegt haben.“

Gleich im ersten Spiel erwartet der Aufsteiger, der auf Nick Andersen (Sehnenverletzung im Finger) und wohl auch Philipp Schrief (Hüftprellung) verzichten muss, einen vermeintlichen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Der TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck hat in der letzten Saison den Klassenerhalt gerade noch geschafft und einen großen Umbruch hinter sich. Vorteil Haltern: Das Spiel findet in eigener Halle statt. Hier – so hofft es der Trainer – kann sein Team, getragen durch die Begeisterung, am ehesten die eine oder andere Überraschung schaffen. Nachteil HSC: Er spielt eben in dem Wissen, dass es sofort ein Schlüsselspiel gibt zum Start. Die Köpfe sind möglicherweise dann doch nicht so frei.

Im zweiten Heimspiel bereits gegen den "FC Bayern der Liga"

Gerard Siggemann macht sich nichts vor: Gegen die Favoriten – oder zumindest die Vereine, die sich als solche bereits geoutet haben – werde sein Team viel Lehrgeld bezahlen. Altenhagen-Heepen („Das Bayern München der Liga“), ASV Hamm Westfalen und SF Loxten sieht der Übungsleiter hier in der Favoritenposition. Schon im zweiten Heimspiel am 28. September kommt es gegen Altenhagen-Heepen zur Nagelprobe. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass das Team eingespielter sein wird.

Denn so wie die Saison 2007/2008 soll die aktuelle nicht verlaufen: Damals war das „Abenteuer Oberliga“ im Prinzip schon bei „Halbzeit“ vorbei. Rechnerisch war der Abstieg bereits fünf Spieltage vor Saisonende besiegelt.

Lesen Sie jetzt