Der SG Wattenscheid droht die Schließung: Was bedeutet das für den TuS Haltern?

Fußball: Regionalliga

Die wirtschatliche Lage bei der SG Wattenscheid ist kritisch. 70.000 bis 100.000 pro Monat fehlen dem Verein. Doch was würde der Rückzug für den TuS Haltern und die Regionalliga bedeuten?

Haltern, Bochum

11.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der SG Wattenscheid droht die Schließung: Was bedeutet das für den TuS Haltern?

Gehen bei der SG Wattenscheid im Lohrheide-Stadion bald die Lichter aus? © picture alliance/dpa

Sportdirektor Peter Neururer glaubt nicht mehr an eine wirtschaftliche Rettung des Fußball-Traditionsclubs SG Wattenscheid 09. „Die werden keinen Sponsoren kriegen in der Größenordnung, wie er jetzt benötigt wird“, sagte Neururer am Freitag.

Bis zum 18. Oktober müssen Geldgeber gefunden werden, die den monatlichen Finanzbedarf von 70 000 bis 100 000 Euro für den Spielbetrieb in der Regionalliga West decken. Er habe „seit Mai kein Geld mehr bekommen“, sagte der 64-Jährige. „So etwas wie in Wattenscheid habe ich noch nicht erlebt. Der Verein ist auf einem Lügengerüst aufgebaut. Die Spieler tun mir leid.“

Neun Punkte Abzug

Bisher ist klar, dass der SG Wattenscheid durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens neun Punkte abgezogen werden müssen. Stand Freitag hätte die SG dann drei Punkte auf dem Konto. Sollte die Rettung des Vereins nicht gelingen, werden alle Spieler der Wattenscheider annulliert.

Dementsprechend wäre dann auch die 0:4-Niederlage des TuS Haltern am See hinfällig und würde gestrichen. Schlechter sieht es für den Mitaufsteiger SV Bergisch Gladbach 09 aus: Mit 1:0 gewann Bergisch Gladbach das Duell gegen die SG. Sollte dieses Spiel gestrichen werden, hätte der Aufsteiger anstatt sechs Punkten nur noch drei auf dem Konto.

Für Neururer ist die Entwicklung bei der SG allerdings kein Grund, seine Karriere zu beenden. „Wattenscheid kann mich nicht so sehr schocken, dass ich aufhöre“, sagte er. „Ob wieder als Trainer oder Sportdirektor: Ich mache weiter. Ich bin zu fast allen Seiten offen. Aber so etwas wie mit Wattenscheid passiert mir nicht nochmal.“

Frühere Bundesigist kämpft ums Überleben

Der frühere Bundesligist kämpft seit Jahren ums finanzielle Überleben. Am 1. Oktober hat das Amtsgericht Bochum das Insolvenzverfahren über das Vermögen der SG 09 Wattenscheid eröffnet und Frau Rechtsanwältin Dr. Anja Commandeur zur Insolvenzverwalterin bestimmt, heißt es auf der Homepage der Wattenscheider.

Der Faktor Zeit spielt laut ihrer Aussage gegen die Sportgemeinschaft. „Wir benötigen in den kommenden zehn Tagen Klarheit in Form von Geld, ansonsten muss ich wegen fehlender Liquidität die Massenunzulänglichkeit anzeigen, den Spielbetrieb einstellen und ordentliche Kündigungen und Freistellungen sämtlicher Mitarbeiter aussprechen“,wird Frau Commandeur auf der Homepage zitiert. „Es ist fünf Sekunden vor Zwölf. Ein 110-jähriger Traditionsverein inklusive mehrerer hundert Jugendspieler droht komplett zu verschwinden.“

Mit Material der dpa

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