FIFA: TuS Haltern musste beim Transfer von Julian Büscher internationale Hürden meistern

hzFußball Regionalliga West

Am Freitag gab der TuS Haltern die Verpflichtung von Julian Büscher bekannt. Der erste internationale Transfer der Vereinsgeschichte hat die Verantwortlichen vor große Aufgaben gestellt.

Haltern

, 03.02.2020, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Paukenschlag zum Deadline-Day in der Regionalliga-West: Der TuS Haltern am See verpflichtet den gebürtigen Dülmener und Ex-MSL-Spieler von Washington D.C. und L.A. Galaxy sowie heutigen Profispieler des kanadischen Premier League Clubs Calvary FC aus Calgary/Kanada.“ Mit diesen Worten hatte der TuS am Freitag die Verpflichtung von Julian Büscher - kurz vor der Schließung des Transferfensters zum 31. Januar - verkündet.

Der zentrale Mittelfeldspieler soll die Seestädter im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga West unterstützen. Darüber hinaus wird er beruflich als Trainee in der auf gesellschaftliche Kommunikation und Sport fokussierte Werbeagentur von Halterns Marketingleiter Raphael Brinkert einsteigen und den Aufbau der Hamburger Agentur am Standort NRW begleiten.

Regularien der FIFA

So weit, so gut. Die Abwicklung des Transfers war allerdings ganz schön kompliziert und hat die Verantwortlichen beim TuS Haltern vor einige Aufgaben gestellt. Der Grund: Bei internationalen Transfers greifen die Regularien der FIFA. „Ein Spieler, der bei einem Verband registriert ist, darf nur bei einem anderen Verband registriert werden, wenn dieser einen internationalen Freigabeschein erhalten hat“, heißt es im offiziellen Reglement der Fédération Internationale de Football Association (FIFA).

„Ich habe mir diesbezüglich eine ganze Nacht um die Ohren geschlagen“, so Nadine Otte, die die Abwicklung des Transfers beim TuS Haltern auf Arbeitsebene begleitet hat. „Wir mussten die internationale Freigabe beantragen und brauchten dafür auch die Zustimmung des kanadischen Vereins und des zuständigen Verbandes.“

„International Transfer Certificate“

Alle internationalen Spielertransfers werden über die FIFA-Plattform „Transfer Matching System“ (TMS) abgewickelt. Hierzu erfasst der aufnehmende Club die Daten eines Spielers und hinterlegt dessen Identitäts- und Nationalitätsnachweis sowie eine Bestätigung des Geburtsdatums. Alle Daten und die Identität des Spielers müssen anschließend vom abgebenden Verband bestätigt werden. Anschließend erfolgt die Freigabe des Spielers durch den abgebenden Verband, womit von der FIFA ein „International Transfer Certificate“ (ITC) erstellt wird.

Durch die Zeitverschiebung konnten die erforderlichen Unterlagen am Freitag nicht mehr rechtzeitig beim für die Regionalliga West zuständigen Westdeutschen Fußballverband (WDFV) bearbeitet werden. Daher konnte Julian Büscher auch kurzfristig nicht auf die Spielberechtigungsliste gesetzt werden. Die Partie bei Fortuna Düsseldorf am Samstag war dann jedoch aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes im Paul-Janes-Stadion auch ausgefallen. „Die Spielberechtigung für Julian ist jetzt aber beim Verband in der abschließenden Bearbeitung“, so Sascha Kopschina, Sportdirektor des TuS. Somit dürfte der Neuzugang schon bald für seinen neuen Arbeitgeber, dem TuS Haltern am See, auflaufen.

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Die FIFA TMS ist eine Tochtergesellschaft, die jedes Jahr circa 12 000 grenzüberschreitende Transfers von männlichen Profifussballern beaufsichtigt. Eine Branche, in der mehrere Milliarden U.S.-Dollar bewegt werden. Es bietet der Fussballfamilie die neueste Technik, um mit der großen Menge an Transfers im heutigen Markt Schritt zu halten und auf die Anforderungen des modernen Fussballs zu reagieren. Die Arbeit von FIFA TMS soll dabei helfen, die Transparenz und Integrität des Marktes zu erhöhen und sicherzustellen, dass die Regularien der FIFA respektiert werden.
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