Die Hintergrunde: Ehemaliger Deutscher Meister Markus Schulte-Lünzum beendet seine Karriere

hzRadsport: Überraschende Entscheidung

Eigentlich ist Radprofi Markus Schulte-Lünzum mit seinen 28 Jahren im besten Alter. Doch nach der WM in Albstadt will er nach 12 Jahren Leistungssport einen Schlussstrich ziehen. Warum?

Haltern

, 06.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Profi muss man auf viele Dinge verzichten. Immer wieder hast du auch mit Rückschlägen zu kämpfen“, erzählt er. „Ich bin gerne Profi und mag es, mir Ziele zu setzen oder mich nach Verletzungen zurückkämpfen zu müssen. Das sind schließlich auch die Dinge, die den Leistungssport ausmachen. Aber künftig möchte ich meinem Leben abseits der Piste wieder mehr Zeit widmen.“

Der Entschluss, die aktive Karriere im kommenden Sommer zu beenden, sei in den vergangenen Wochen zunehmend gereift. Auch die Pleite seines Rennstalls Bike Way Israel habe seine Entscheidung beeinflusst. „Ich hatte vor, meine Entscheidung nach der Saison 2020 zu treffen. Dann kam jedoch das Aus meines Rennstalls und die Bemühungen ein Nachwuchsteam mit mir als Trainer zu gründen, konnte ich leider nicht erfolgreich umsetzen.“

Bundestrainer äußert sich

Mit Albstadt, dem Austragungsort der WM 2020, verbindet ihn mehr als mit anderen Weltcup-Orten. Dort wurde er 2011 erstmals deutscher U23-Meister, dort gewann er 2013 sein erstes U23-Weltcuprennen und 2017 verbuchte er als 14. im Elite-Rennen sein bis heute bestes Resultat im Weltcup. Wohl kein anderer Ort wäre für seine Abschiedsvorstellung also besser geeignet.

Bundestrainer Peter Schaupp hat auf der Internetplattform „acrossthecountry.net“ sein Bedauern über die Entscheidung des Halterners geäußert. „Schade, dass es mit seinem Team so gelaufen ist“, so Schaupp, der in Schulte-Lünzum auch seinen Fahrersprecher verliert. „Wir haben nicht so viele Sportler, die ein ähnliches Niveau haben.“

Bestes Level

Wird Schulte-Lünzum seine Entscheidung nochmal überdenken, wenn das Frühjahr 2020 seinen Aufwärtstrend der vergangenen Monate weiter bestätigt? „Nein, ich bin da konsequent“, sagt er. „Aber wenn ich mich für die Olympischen Spiele qualifiziere, was theoretisch noch möglich ist, dann fahre ich Tokio natürlich auch noch.“ Das ist mit zwei verbleibenden Chancen (Europameisterschaft und Weltcup) und vier Kontrahenten, die das schon geschafft haben, jedoch eher unwahrscheinlich, wie er selbst weiß.

In den kommenden Monaten will der ehrgeizige Student nochmal alles raushauen. „Ich will aufhören mit dem Gefühl, auf meinem besten Level zu sein, das ist das Ziel. Es wäre toll, wenn ich noch einmal Platzierungen unter den Top Ten hinlegen kann. Das wäre eine große Befriedigung“, betont der Halterner, der mit der deutschen Staffel 2012 und 2013 jeweils WM-Bronze holte.

„Ich möchte auf jeden Fall Teil der Szene bleiben. Der Radsport ist meine große Leidenschaft. Mit fünf Jahren habe ich mein erstes Rennen bestritten“, sagt er. Vielleicht gelingt ihm ja zum Ende der Karriere nochmal eine große sportliche Überraschung.

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