Ehemaliger Trainer des TuS Haltern II trifft doppelt: "Es juckt einfach immer noch"

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Tim Abendroth wollte eigentlich nur noch bei den Alten Herren spielen. Doch als Stand-by-Spieler steht er der Bezirksliga-Reserve des TuS Haltern immer noch zur Verfügung.

von Niklas Berkel

Haltern

, 17.09.2019, 09:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer auf die Torschützen des TuS Haltern II im Fußball-Bezirksliga-Spiel gegen Adler Weseke schaute, der dürfte nicht schlecht gestaunt haben. Gleich zweimal trug sich Tim Abendroth in die Torschützenliste der Bezirksliga 11 ein. Dabei wollte der ehemalige Trainer der Halterner Reserve doch nur noch bei den Alten Herren auf dem Platz stehen?

"Nein, ein Umdenken ist das jetzt nicht", sagt Tim Abendroth lachend. "Ja, Stand-by-Spieler. So kann man mich jetzt nennen." Nach der Saison 2017/18 verabschiedete sich der zweimalige Vater von seiner Mannschaft. "Ich habe jetzt zwei Töchter, da bin ich privat mehr eingespannt." Doch als er er hörte, dass sein alter Kollege Timo Ostdorf zusammen mit Kevin Lehmann die Reserve übernahm, dauerte es nicht lange, bis sich Abendroth bei den zwei meldete.

"Es juckt einfach immer noch in den Füßen."
Tim Abendroth, ehemaliger TuS II-Trainer und jetziger Spieler

"Es juckt einfach immer noch in den Füßen", sagt Abendroth. Vor allem, weil er die Truppe aus seiner drei-jährigen Amtszeit als Trainer und langjährigen Spieler-Karriere beim TuS kennen und lieben gelernt hat. Also rief Abendroth bei Ostdorf an und fragte, ob er ab und zu mittrainieren könne. "Er sagte mir auch gleich zu, dass er bei Personalnot aushilft, wenn er kann", freute sich der jetzige Trainer.

Ehemaliger Trainer des TuS Haltern II trifft doppelt: "Es juckt einfach immer noch"

Zusammen mit Daniel Haxter (l.) stand Tim Abendroth (r.) an der Seitenlinie. © Privat

"Tim ist sehr beliebt in der Kabine", sagt Ostdorf. Abendroths Wort hat bei der Mannschaft noch immer Gewicht. Wobei er natürlich aufpassen muss – denn der Chef ist jetzt ein anderer. "Ich habe kein Problem damit, die Klappe zu halten", sagt Abendroth. "Dem Trainer pfusch ich da schon nicht rein, da muss er sich keine Sorgen machen", sagt er grinsend. Ostdorf weiß das zu schätzen, sagt aber auch: "Tim weiß, wann er auch mal was sagen muss – und das macht er dann auch." Gerade den jungen Spielern, die gerade aus der U19 den Sprung zu den Senioren gemacht haben, helfe das dann enorm.

Der Sonntag ist heilig

Doch so häufig ist Abendroth dann auch wieder nicht da, dass er das Trainerteam um Ostdorf und Lehmann erweitern könnte. "Abends Training geht noch manchmal mit meinen Töchtern, sonntags ist das aber echt schwierig." In der Familie sei der Sonntag "ein heiliger Tag". Manchmal fehle es Abendroth sonntags regelmäßig auf dem Platz zu stehen. "Umso schöner ist es dann, wenn ich wie jetzt gegen Weseke zwei Tore innerhalb von zehn Minuten schieße. Die Jungs haben mich danach ganz schön abgefeiert", sagt Abendroth. Wobei er lachend einschränkt: "Ganz so gu wie früher geht es nicht mehr. Die Tore fielen schon nach guten Vorlagen."

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