„Ein bewusstes Umgehen der Corona-Regeln“: Kritik an Landesligist Bönen

hzFußball: Landesliga

Weil im Kreis Unna nicht gespielt werden darf, wollte Bönen das Spiel gegen Münster auf einen anderen Platz verlegen. Doch die Borussia um den Halterner Tim Gimbel spielte da nicht mit.

Münster

, 13.10.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Kreis Unna wurde der komplette Trainings- und Spielbetrieb untersagt. Die IG Bönen hat das jedoch nicht davon abgehalten, am vergangenen Sonntag spielen zu wollen. Da spielte der Gegner aus Münster, bei dem auch der Halterner Tim Gimbel spielt, allerdings nicht mit. Er übt deutliche Kritik an der Idee, das Spiel auf einen anderen Platz zu verlegen.

„Die haben einfach gesagt, wir verlegen das Spiel um fünf Kilometer nach Rhynern (Stadtteil von Hamm, Anm. d. Red.)“, erklärt Gimbel, dessen Mannschaft, Borussia Münster, am Samstagnachmittag über das Vorhaben der IG Bönen informiert wurde.

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„Unser Trainer hatte uns geschrieben, dann hatten wir darüber kurz diskutiert.“ Seine Mitspieler hätten aber ohnehin alle die gleiche Meinung gehabt: „Wir waren uns alle einig, dass das total verantwortungslos ist.“ Das Risiko sei für ihn und sein Team einfach zu groß gewesen.

Die Vernunft von Münsters Mannschaft wird bestraft

„Das wäre ja ein komplettes bewusstes Umgehen der Corona-Regeln gewesen“, erklärt er. Daher habe er auch kein Verständnis für die Vorgehensweise der IG Bönen. Es gehe eben nicht einfach nur um den Ort, sondern auch um die Personen aus dem Kreis, der mittlerweile als Risikogebiet eingestuft wird.

„Wir haben keine Alternative gesehen“, so Tim Gimbel über das Nichtantreten seiner Mannschaft, die als Aufsteiger bis dahin zwei von fünf Spielen gewinnen konnte. Die Partie gegen Bönen wird nun für die IG gewertet. Dass die möglichen Punkte für Münster nun weg sind, „mussten wir in dem Fall halt schlucken“.

„Das Austragungsverbot bezieht sich auf das Territorium des Kreises Unna, nicht auf die Mannschaften“, erklärte Staffelleiter Gerhard Rühlow. Schließlich dürften Teams aus Unna auch zu Auswärtsspielen antreten. „Damit halte ich mich an die Bestimmungen des Verbandes“, sagte Rühlow.

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Münsters Vorsitzender Michael Schmitz hatte dafür wenig Verständnis: „Hintergrund der Schutzbestimmungen ist doch, dass die Personen aus einem Hotspot nicht zu viel reisen und ihre Kontakte begrenzt werden. Einfach woanders zu spielen, ist in unseren Augen deshalb völlig absurd. Da wird das Ganze pervertiert. Dass die Punkte weg sind, ist für uns zweitrangig. Gesundheit geht vor.“

Auch Gimbel konnte die Haltung des Staffelleiters nicht nachvollziehen. „Ich kann nicht verstehen, dass er das in Ordnung fand“, sagt er. Während beispielsweise auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zuletzt für mehr Vernunft warb, wird nun die Vernunft der Münsteraner bestraft.

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