Dominik Wergen (l.) vom ETuS Haltern ist die Ruhe in Person – selbst vor Freistößen in der Nachspielzeit. © Jürgen Patzke
Fußball

ETuS-Kunstschütze Wergen: „Mit 35 Jahren habe ich keinen Druck mehr“

Beim ETuS Haltern hat man sich in dieser Saison auf späte Tore spezialisiert. Dominik Wergen (35) verrät ganz abgeklärt, wie er die Situation bei seinem Last-Minute-Freistoßtor wahrgenommen hat.

Der ETuS Haltern macht es gerne spannend. Erst am vergangenen Spieltag traf der eingewechselte Jan Gebauer in buchstäblich letzter Sekunde nach einer starken Vorarbeit durch Joel Ferraro, zum viel umjubelten 3:2-Siegtreffer über BW Wulfen. Eine Woche zuvor lief es ganz ähnlich.

Auch wenn die vorangegangene Partie nicht gewonnen wurde, so war der Ausgleich zum 5:5-Unentschieden in der 94 Spielminute daheim gegen die Zweitvertretung vom SV Schermbeck, ein wahres Kunststück. Denn Dominik Wergen zirkelte aus zentraler Position einen Freistoß direkt in die Maschen des Gegners.

Selbst für Wergen war die Freistoßsituation gegen Schermbeck kurios

„Ich trete alle Standards von uns, egal welche“, erzählt Wergen. Und das Tor gegen Schermbeck, war in der Karriere des mittlerweile 35-jährigen Routiniers bei Weitem nicht sein einziges Kunststück. „Ich habe schon einige Freistoßtore erzielt“, verrät er.

Doch sein Letztes war dann selbst für den so erfahrenen Fußballer ein ganz ungewöhnliches. „Die Situation war ein bisschen kurios. Es standen sieben Mann in der Mauer und einer hat sich noch auf den Boden dahinter gelegt. Und ich habe sofort erkannt, dass der Torwart den Ball gar nicht sehen konnte“, erzählt Wergen vor der Ausführung des Freistoßes.

Weiter beschreibt er die zurückliegende Standardsituation: „Ich dachte mir, das ist ja eine Einladung. Ich war mir sehr sicher, dass der Ball reingeht.“ Wergen lies sich nicht zwei Mal bitten und nahm dieses Geschenk natürlich wohlwollend an. Sein Gefühl lies ihn nicht im Stich und so schoss er den Ball flach an der Mauer zum 5:5 vorbei. Gleichbedeutend mit dem zu der Zeit ersten Punkt der neuen Saison für den ETuS.

Nicht nur das Freistoßtor geht auf Wergens Kappe, er kann auch Tore vorbereiten

Druck hatte er vor dem verwandelten Tor nicht gespürt, „mit 35 Jahren habe ich kein Druck mehr“, und das, obwohl der Schiedsrichter allen Spielern mitteilte, dass dies die letzte Aktion des Spiels sein würde. Als der Ball dann aber in des Gegners Gehäuse einschlug, brachen auch bei Wergen – der zudem noch drei weitere Tore in der Partie vorbereitet hatte – alle Dämme. „Nach dem Spielverlauf war das schon emotional“, so der sonst so ruhige Freistoßspezialist.

Insgesamt ist er trotz des etwas unglücklichen Spielverlaufs voll zufrieden mit der Einstellung seiner Mannschaftskollegen gewesen und sagt abschließend: „Auch wenn man natürlich enttäuscht ist, dass kein Sieg dabei herumgesprungen ist – gerade nach dem Spielverlauf – so bin ich schon Stolz auf die Moral der Truppe.“

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