Flaesheims Winkelbeiner arbeitet nach drei Kreuzbandrissen am Comeback

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Sein Trainer nennt ihn einen „überragenden Fußballer“. Viel spielen konnte Flaesheims Björn Winkelbeiner in den vergangenen Jahren aber nicht. Das soll sich bald wieder ändern.

Haltern

, 11.11.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Derzeit müssen alle Mannschaftssportler pausieren. Viel mehr als Joggen oder Kraft- und Stabilisationsübungen in den eigenen vier Wänden zu machen, ist aktuell nicht möglich. Wann wieder gespielt oder trainiert werden kann, ist noch ungewiss. Björn, Winkelbeiner, ein „überragender Fußballer“, wie sein Trainer ihn nennt, wartet schon deutlich länger auf seine Rückkehr auf den Platz. Im August 2018 hat er das letzte Mal gespielt - schon da hatte er zwei Kreuzbandrisse hinter sich.

Lange ist es her, dass Björn Winkelbeiner das letzte Mal auf dem Platz stand. Seit er sich 2017 Concordia Flaesheim anschloss, machte der gerade 25 Jahre alt gewordene Innenverteidiger nur wenige Spiele. Das letzte Mal spielte er im Kreispokal gegen den SV Horneburg am 9. August 2018.

Schon davor hatte Winkelbeiner mit mehreren schweren Verletzungen zu kämpfen. Angefangen hatte seine Odyssee 2016, als er sich das erste mal das Kreuzband im linken Knie riss. „Da war quasi alles kaputt“, erzählt er. Unter anderem hatte er auch einen Knorpelschaden davongetragen.

Zuletzt hatte Björn Winkelbeiner mit Knorpelabrieb zu kämpfen

„Danach hatte ich dann zu früh wieder angefangen“, sagt er. Es folgte ein zweiter Kreuzbandriss. Ende 2018 erfolgte der nächste Rückschlag: der dritte Kreuzbandriss im linken Knie. Aus beruflichen Gründen ließ er sich nicht direkt operieren. Größere Einschränkungen habe er damals aber nicht gehabt, weshalb ein späterer OP-Termin auch in Ordnung ging.

Björn Winkelbeiner (rot) fällt bereits seit längerer Zeit aus.

Björn Winkelbeiner (rot) fällt bereits seit längerer Zeit aus. © Archiv

Die darauffolgende Reha „war super“, sagt Winkelbeiner. Doch dann wurde er im Frühjahr von der Corona-Pandemie wieder ausgebremst. Als der Fußball erstmals ruhte und auch die Fitnessstudios geschlossen hatten, begann er wieder mit den ersten Laufeinheiten.

Dann wurde allerdings auch noch ein Knorpelabrieb in seinem lädierten Knie festgestellt. Wieder wurde er ausgebremst. „Es ist ein schleppender Prozess“, sagt der 25-Jährige, „aber es geht bergauf“. Gedanken an ein vorzeitiges Ende seiner fußballerischen Laufbahn hatte er jedoch nie.

Flaesheims Winkelbeiner will wieder spielen und dann aufsteigen

„Ich habe noch keinen Bock darauf, die Schuhe an den Nagel zu hängen“, erklärt er. „Ich werde wieder vor die Kirsche treten!“ Seinen Mitspielern habe er es auch gesagt: „Ich werde auf jeden Fall wiederkommen!“ Nur wann das sein wird, ist noch offen.

Weitere Verletzungen am Kreuzband will der Verteidiger nicht riskieren. Irgendwann, sagt Winkelbeiner, gebe es auch keine Möglichkeit mehr, das verletzte Kreuzband zu reparieren beziehungsweise zu ersetzen. Dafür wurden beispielsweise schon seine beiden Oberschenkelsehnen benutzt.

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Vielleicht könne er nach der Corona-Pause - je nachdem wie lang diese letztendlich ausfällt - wieder auf den Platz zurückkehren. Wirklich sicher ist er sich da aber noch nicht. „Ich habe noch ein Kraftdefizit“, erklärt er. Solange das noch besteht, mache eine Rückkehr keinen Sinn.

Aber gerade in der aktuellen Situation „ist jeder Mann gefragt“, sagt er. Nachdem Flaesheim in den vergangenen Jahren immer oben mitspielte, es am Ende jedoch nie für den Aufstieg reichte, soll es diesmal endlich klappen. „Irgendwann muss der Schritt gegangen werden“, so Winkelbeiner.

Bei den Spielen von Concordia Flaesheim ist Winkelbeiner oft dabei

„Wir haben eine super Truppe“, sagt er, aber die Konstanz habe oft gefehlt. Zudem hatte die Concordia in den vergangenen Jahren immer wieder mit vielen Verletzten zu kämpfen. Besonders in solchen Zeiten sei es für ihn umso schwerer gewesen, nur zugucken zu können, erzählt er. „Das war schon irgendwie ätzend.“

Den Anschluss zur Mannschaft hat der 25-Jährige aber nie verloren. Bei Spielen steht er meist an der Seitenlinie und feuert seine Teamkollegen an. „Ich spiele seit ich drei Jahre alt bin“, erklärt er. „Dass sonntags ein Spiel ist, ist für mich ein fixer Termin.“

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Als Zuschauer werde er dann auch mal lauter, gesteht Winkelbeiner. „Da zeigt man natürlich Emotionen und fiebert mit.“ Er habe aber auch immer das Gefühl gehabt, seiner Mannschaft damit von außen ein wenig helfen zu können.

„Ein sehr, sehr guter Innenverteidiger mit überragenden Qualitäten“

„Wenn wir den noch mal zurückkriegen würden, hätte ich ein paar Sorgen weniger“, sagt Michael Onnebrink, Trainer der Flaesheimer über seinen langzeitverletzten „überragenden Fußballer“.

Winkelbeiner sei „ein sehr, sehr guter Innenverteidiger mit überragenden Qualitäten“, sagt er weiter. Doch mehr als der sportliche Verlust, das merkt man Onnebrink an, schmerzt ihn die Tatsache, dass Winkelbeiner immer wieder von Rückschlägen zurückgeworfen wurde.

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„Es ist tragisch und für ihn ist das natürlich richtig bitter.“ Aufgegeben habe er seinen Spieler aber nicht. Die Hoffnung, dass er wieder für Flaesheim auf dem Platz stehen wird, besteht weiter. „Aber die Gesundheit geht natürlich immer vor“, so Onnebrink.

„Ich bin guter Dinge“, sagt Björn Winkelbeiner über ein Comeback in naher Zukunft. Es wäre ihm zu wünschen, dass er es endlich wieder auf den Platz schafft.

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