Tim Forsmann (l.) spielt seit vier Jahren für den TuS Haltern am See. Im kommenden Sommer wird er den Verein verlassen und zur SG Wattenscheid wechseln. © Manfred Rimkus (Archiv)
Fußball: Oberliga

Forsmann verlässt den TuS: Ein ungewöhnlicher Zeitpunkt und ein Bauchgefühl

Im Sommer wechselt Forsmann vom TuS Haltern zu Wattenscheid. Die Verkündung kam zu einem für ihn ungewöhnlichen Zeitpunkt, sagt er. Für seinen Wechsel waren mehrere Faktoren ausschlaggebend.

Erst stieg er mit dem TuS Haltern am See in die Oberliga auf, dann folgte einige Zeit später auch der Aufstieg in die Regionalliga. Tim Forsmann gehörte zur erfolgreichsten Mannschaft der Vereinsgeschichte des TuS. Im Sommer verlässt er die Seestädter Richtung Wattenscheid. Dort hätte er schon in dieser Saison spielen können, doch er entschied sich dagegen.

Schon im vergangenen Jahr habe es mit Christian Britscho, der den Wattenscheider Trainerposten im Sommer übernommen hatte, lockere Gespräche gegeben. Beide kennen sich noch aus gemeinsamen Zeiten in der Jugend des VfL Bochum.

Halterns Forsmann ist „einfach noch mal hungrig auf was Neues“

Britscho sei auch ein wichtiger Faktor für seinen Wechsel gewesen, so Forsmann. Der Kontakt sei nie ganz abgebrochen, die Gespräche am Rande von Spielen immer positiv gewesen. Im vergangenen Sommer hätte es dann durchaus zu einem Wechsel kommen können, doch Tim Forsmann hatte noch Vertrag in Haltern und wollte ohnehin bleiben.

„Ich wollte meinen Vertrag erfüllen und den TuS im Umbruch auch nicht alleine lassen“, sagt er. „Ich fand das neue Konzept gut“, erklärt er, „und ich finde es auch immer noch gut“. Die Entscheidung, den Verein im Sommer zu verlassen, sei letztendlich „mehr ein Bauchgefühl“ gewesen.

Mit 27 Jahren wolle er einfach noch mal einen Tapetenwechsel. „Ich habe mich manchmal selbst erwischt, dass ich einfach noch mal hungrig auf was Neues bin“, erklärt er. Seinen aktuellen Trainer Timo Ostdorf habe er dann zeitig über seine Wechselgedanken in Kenntnis gesetzt.

Denn Ostdorf ist nicht nur Forsmanns Trainer, sondern auch sein ehemaliger Mitspieler und Freund, wie er sagt. Dass er jetzt im Januar schon seinen Wechsel verkündet hat, war selbst für den Spieler ein wenig überraschend. „Ich weiß gar nicht, ob ich schon mal so früh einen Wechsel verkündet habe“, sagt er.

Zwei alte Bekannte erwarten Tim Forsmann in Wattenscheid

Ihm sei es aber wichtig gewesen, dass alle Parteien früh Klarheit haben. „Ich wollte kein Geheimnis daraus machen“, erklärt er. Auf die neue Aufgabe im Sommer freut sich der Halterner bereits. „Ich bin hungrig, noch mal richtig anzugreifen.“

Das hätte er natürlich auch beim TuS machen können, das wisse er auch. Aber er habe eben noch mal etwas Neues ausprobieren wollen. Neben Trainer Christian Britscho gab es noch weitere Faktoren, die am Ende ausschlaggebend dafür waren, dass er sich für die SG Wattenscheid entschieden hat.

Zum einen nennt er auch „die Schnittmenge“ zwischen ihm und Britscho: Marvin Schurig. Der spielte schon in Erkenschwick mit Forsmann zusammen, ehe sie in Haltern dann wieder in einer Mannschaft waren. Zudem sind die beiden auch noch Arbeitskollegen und bald dann auch wieder Teamkollegen.

Außerdem reizte Forsmann auch der Name der SG Wattenscheid. „Das ist ein riesiger Traditionsverein“, erklärt er. Auch auf das Lohrheidestadion freue er sich schon. Das kennt er sogar bereits als Heimspielstätte.

Tim Forsmann würde sich gerne vor Zuschauern verabschieden

Denn in der vergangenen Regionalliga-Saison musste der TuS Haltern am See einige Partien aus der Stauseekampfbahn verlegen; es ging in die Mondpalast-Arena und eben nach Wattenscheid ins Lohrheidestadion. „Das war schon geil, mit dem TuS da zu spielen“, sagt Forsmann.

Beispielsweise an die Partie gegen Alemannia Aachen denke er gerne zurück, gegen den ehemaligen Bundesligisten setzten sich der 27-Jährige und sein Team in Wattenscheid mit 2:1 durch. Bis er wieder im Lohrheidestadion spielen kann, wird allerdings noch einige Zeit vergehen.

Erst mal steht er noch bis zum Sommer beim TuS Haltern am See unter Vertrag. „Ich werde weiterhin 100 Prozent und mehr für den TuS geben“, verspricht Forsmann. Mit dem Verein habe er einfach zu viel erlebt, um nun einfach kaltschnäuzig abzuhauen.

„Es ist mein Traum, mich noch vor Zuschauern verabschieden zu können“, sagt er. Ob das in dieser Saison noch mal möglich sein wird, ist ungewiss. „Wenn es am Ende nur ein Abschied mit einer Kiste Bier wird und wir den Grill anschmeißen, wäre das aber auch in Ordnung“, so Tim Forsmann.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert
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