Fußballer spielen Elf gegen Elf, aber beim Tischtennis sind Doppel verboten

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In der neuen Tischtennis-Saison wird es keine Doppel geben. Das hat der WTTV am Dienstag bekannt gegeben. In Haltern sind die Meinungen dazu verschieden.

Haltern

, 19.08.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Westdeutsche Tischtennis-Verband (WTTV) hat entschieden, dass in der kommenden Saison keine Doppel ausgetragen werden dürfen. Das erscheint auf den ersten Blick jedoch etwas merkwürdig. Immerhin dürfen sich Fußballspieler auch im Elf gegen Elf messen - Körperkontakt und wenig Abstand inklusive. Christian Völkering, Abteilungsleiter Tischtennis des TuS Haltern am See, kann die Entscheidung aber nachvollziehen und nennt dafür einen gewichtigen Grund.

„Mannschaftskämpfe aller Spielsysteme werden ohne Doppel ausgetragen“, heißt es in einer Mitteilung des WTTV. Die Nachricht erreichte am Dienstagmorgen, 18. August, zuerst die Tischtennis-Abteilungsleiter der Vereine, die die Info dann an alle Spieler weitergaben. „Für uns zählt jetzt erst mal, dass wir überhaupt starten dürfen“, sagt Christian Völkering. Denn der Saisonstart „stand auf der Kippe“.

„Eigentlich ist das nach der aktuellen Verordnung nicht erforderlich“

Das Training hat bei den Tischtennisspielern des TuS bereits wieder angefangen, die Saison rückt nun immer näher, am 28. August geht es los. Noch werde zwar in Hullern trainiert, aber nach aktuellem Stand sehe es gut aus, dass die Halterner ab September dann auch wieder in der erneuerten Christa-Hartmann-Halle spielen können.

In der neuen Saison mit Doppeln zu spielen „wäre schön gewesen, aber ich kann das komplett nachvollziehen“, sagt Christian Völkering. In anderen Sportarten sei der Altersschnitt teilweise ein ganz anderer. „Im Fußball gibt es weniger ältere Spieler“, erklärt er. Während viele Fußballspieler spätestens mit Mitte 30 aufhören, bleiben Tischtennisspieler oft noch deutlich mehr Jahre an der Platte. „Ich kann verstehen, dass man da etwas mehr Rücksicht nimmt“, so der Halterner.

„Eigentlich ist das ja nach der aktuellen Verordnung nicht erforderlich“, sagt Helmut Treffer, Abteilungsleiter Tischtennis des TuS Sythen. Das weiß auch der Westdeutsche Tischtennis-Verband. „Was Corona-Verordnungen erlauben, muss mit Blick auf das Infektionsgeschehen noch lange nicht sinnvoll sein“, heißt es vonseiten des WTTV, der nach eigenen Aussagen „eine eher konservative Sichtweise“ vertritt.

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Mit der Entscheidung, keine Doppel zu spielen, „berücksichtigen wir nicht nur die Interessen der sogenannten ‚Risikogruppen‘, sondern auch die Vorbehalte vieler Eltern, die den uneingeschränkten Einstieg ihrer Kinder in den Sportbetrieb 2020/21 mit Sorge betrachten“.

Ändern könne man das „Doppel-Verbot“ ohnehin nicht, sagt Helmut Treffer, der auch betont, dass man tatsächlich einen Abstand von 1,5 Metern zu seinem Doppelpartner nicht unbedingt einhalten kann. „Aber man rennt sich auch nicht über die Füße.“

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