Görtzhof: Reitsportfreunde sind auf dem Weg zurück in den Alltag

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Die Pferdesportler in Haltern stoßen ein klein wenig die Tür zur Normalität auf. Seit Anfang Mai darf wieder mit sportlicher Intention geritten und trainiert werden.

Haltern

, 17.06.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mitglieder vom Reitverein Haltern sehen wieder Licht am Ende des Tunnels. „Wir haben die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie einigermaßen gut überstanden“, sagt Vorstandsmitglied Manuela Schröer nach mehreren Wochen Lockdown.

Nach den ersten Lockerungen der Coronabeschränkungen haben die Trainer mittlerweile einen speziellen Bewegungsplan für die Reitaktivitäten erstellt. Auch der Schulbetrieb konnte wieder aufgenommen werden. Dafür hätten das beständige Wetter und die weitläufigen Platzanlage beste Voraussetzungen geboten. In der Reithalle durften allerdings immer nur vier Reiterpaare zusammen sein.

Als „Pilotprojekt und Bewährungsprobe“ soll es noch vor den Ferien eine der aktuellen Situation angepasste Reitabzeichen-Abnahme auf dem Görtzhof geben. Allerdings ohne Zuschauer, mit einer stark reduzierten Teilnehmerzahl und nahezu ausschließlich mit hofeigenen Pferden. In der Dressur dürfen sich dabei maximal zwei Paare zusammen präsentieren. Wenn alles gut klappt, sei eine zweite Veranstaltung nach den Ferien geplant, um auch den restlichen Anwärtern eine Chance zu geben.

Tragfähiges Konzept

Schon seit Beginn der Corona-Krise hatte sich das Team um den Vorsitzenden Berthold Budde intensive Gedanken gemacht und in Anlehnung an die Vorgaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Warendorf, dem Dachverband aller Züchter, Reiter, Fahrer und Voltigierer in Deutschland, ein umfangreiches und tragfähiges Konzept für den „Notbetrieb“ auf dem Hof erstellt.

Darin sind die wichtigsten Punkte eine durchgängig gesicherte Hygienestrecke mit ausreichend Waschbecken und Desinfektionsstationen, eine verpflichtende Abstandsregel, das Tragen von Handschuhen und die Absage aller geplanten Reitaktivitäten und Veranstaltungen. Dazu gehörten neben dem Schulpferdecup, der Reitertag zur Saisoneröffnung und auch die lange geplante Feier zum 100-jährigen Vereinsjubiläum.

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Für die rund 40 auf dem Hof untergebrachten Pferde, war zur Pflege täglich immer nur eine Person pro Pferd zugelassen und in Summe waren über den Tag verteilt nie mehr als 10 Personen gleichzeitig auf der Anlage anwesend. Virtuelles Neuland betrat das Vorstandsteam mit Videokonferenzen zur Abstimmung der Maßnahmen. Schröer sagt zufrieden: „Das hat erstaunlich gut funktioniert.“

Dennoch herrschte zu Anfang noch eine große Verunsicherung auf dem Hof. „Doch der der starke Zusammenhalt untereinander hat uns in der Krise sehr geholfen“, so Manuela Schröer. Sie nennt als ein Beispiel die Anfrage einer Reitschülerin. „Wie es denn jetzt alles weitergehen soll?“ wollte diese wissen und überwies nach dem Telefonat spontan eine Spende zur Unterstützung auf das Vereinskonto.

„Unsere Schulpferde waren echte Gewinner der Krise. Die haben wir direkt in den Urlaub geschickt“, sagt Schröer lächelnd und schildert am Beispiel von „Robin“ den typischen Tagesablauf der Schulpferde während der Krisen-Zeit. „Er trabt morgens in aller Ruhe auf die Weide zum Frühstück, wird erst am Nachmittag eine knappe Stunde geritten und im Stall gepflegt und freut sich danach schon auf ein geruhsames, komplett freies Wochenende.“

Geplante Arbeitsaktion

Die erzwungene „freie Zeit“ hat der Ländlicher Zucht-, Reit- und Fahrverein Haltern am See (LZRFV) auch aktiv für eine geplante Arbeitsaktion genutzt. Dabei wurde in Zusammenarbeit mit Familie Klaus Hubbert von der Hofgemeinschaft das alte Dach des Schulpferdestalls abgerissen und in Gemeinschaftsarbeit neu eingedeckt.

Schröer hofft das alles so gut weitergeht und freut sich schon auf die „101 Jahrfeier“ in 2021. „Dann aber hoffentlich auch wieder mit echten Turnier-Erlebnissen.“

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