Jens Quinkenstein vom ETuS Haltern und drei weitere Halterner Sportler äußern sich zum geplanten Re-Start und dem neuen Termin, den der FLVW bekannt gegeben hat. © Manfred Rimkus
Fußball

„Habe nicht ‚Hurra‘ geschrien“: Halterner reagieren gemischt auf Re-Start-Termin

Der Termin für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs steht. Die Reaktionen darauf sind gemischt. Die meisten würden gerne wieder kicken, von Begeisterung kann dennoch nicht die Rede sein.

In einer Konferenz mit Verantwortlichen des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) und der Oberligisten wurde vor wenigen Tagen erstmals ein genauer Termin für den Re-Start der Amateurfußballer genannt. Die Reaktionen in Haltern sind gemischt, große Euphorie kommt noch nicht auf.

„Ich persönlich hätte es auch nicht schlimm gefunden, wenn die Saison jetzt annulliert worden wäre“, sagt Jens Quinkenstein, Stürmer und Kapitän des ETuS Haltern. Am 2. Mai soll es aber weitergehen, wie Manfred Schnieders vom FLVW zuletzt bestätigte.

Pezer von Hullern würde sich freuen, will aber nichts überstürzen

Vor einigen Monaten, als der Lockdown gerade begonnen hatte, habe er noch eine etwas andere Meinung gehabt, doch mittlerweile hat sich diese geändert, so Quinkenstein. „Die Gesundheit geht immer vor“, sagt er. Als die Saison unterbrochen wurde, sei es ungewohnt gewesen, nach einigen Monaten wieder nicht mehr spielen zu können.

„Aber dann hat man sich daran gewöhnt“, erzählt er. So gehe es vielen Spielern. „Die Akzeptanz ist bei der Mehrheit gewachsen“, so der ETuS-Kapitän. Natürlich werde es schön sein, die Mitspieler wieder zu sehen. Einige von ihnen hat er seit Einstellung des Trainings- und Spielbetriebs nicht mehr sehen können.

Auch Marko Pezer, Kapitän des SV Hullern, würde sich freuen, seine Mitspieler endlich wieder alle auf dem Platz treffen zu können. Derzeit gebe es nur Kontakt über die WhatsApp-Gruppe der Mannschaft.

Marko Pezer (l.) vom SV Hullern würde sich freuen, mit seinen Teamkollegen wieder auf dem Platz zu stehen - aber nicht um jeden Preis.
Marko Pezer (l.) vom SV Hullern würde sich freuen, mit seinen Teamkollegen wieder auf dem Platz zu stehen – aber nicht um jeden Preis. © Blanka Thieme-Dietel © Blanka Thieme-Dietel

„Alle haben Bock“, sagt Pezer. Auch er würde sich über einen Re-Start sehr freuen. „Aber mit Blick auf die aktuelle Lage kann ich es mir noch nicht vorstellen“, so der Hullerner weiter. Ein Spielbetrieb sollte nicht auf Biegen und Brechen stattfinden, „wir sollten auch nichts überstürzen“, sagt er.

Im Mai dann wieder zwei, drei Spiele zu spielen, ehe die Spielzeit womöglich erneut unterbrochen werden müsste, „ist ja auch nicht Sinn der Sache“.

Sythens Dennis Schulz: „Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Sache“

Sythens Trainer Dennis Schulz freut sich derweil, „dass es quasi ein Ziel gibt“. Seine Spieler hätten nun zumindest mal wieder ein festes Datum vor Augen, auf das sie hinarbeiten können.

Dennis Schulz, Trainer des TuS Sythen, hofft, dass im April tatsächlich wieder trainiert werden kann. © Jürgen Patzke © Jürgen Patzke

„Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Sache“, sagt er aber auch. Ob die Saison dann auch so beendet werden kann, dass sie gewertet wird, scheint in einigen Ligen fraglich zu sein. Manche Teams, denen eine Wertung schaden würde, weil sie auf einem Abstiegsplatz stehen, könnten vielleicht versuchen, dass die 50-Prozent-Hürde zur Spielwertung nicht erreicht wird.

Schulz blickt ohnehin erst mal auf die mögliche Rückkehr ins Training. „Ich hoffe, dass wir ab dem 5. April (5. Öffnungsschritt, Anm. d. Red.) wieder trainieren dürfen“, sagt der Sythener. „Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung.“

TuS-Trainer Timo Ostdorf ist noch nicht allzu optimistisch

Timo Ostdorf, Trainer des TuS Haltern am See, freut sich zwar, dass der FLVW nun ein Datum bekannt gegeben hat, „aber ich habe nicht ‚hurra‘ geschrien“, sagt er. Grundsätzlich sei es schön, wenn er mit seiner Mannschaft wieder auf einen bestimmten Tag hinarbeiten könne, aber das sei aktuell trotz des festen Termins noch gar nicht der Fall.

Timo Ostdorf, Trainer des TuS Haltern am See, ist noch nicht allzu optimistisch bezüglich eines Re-Starts im Mai.
Timo Ostdorf, Trainer des TuS Haltern am See, ist noch nicht allzu optimistisch bezüglich eines Re-Starts im Mai. © Jürgen Patzke © Jürgen Patzke

„Wir wissen ja noch nicht, ob wir auf den Tag hinarbeiten, wir kommen aktuell noch gar nicht auf den Platz“, erklärt er. Weiterhin können seine Spieler nur laufen gehen sowie Kraft- und Stabilisationsübungen durchführen. „Das hat nichts mit Wettkampf zu tun“, sagt Ostdorf.

Unter den aktuellen Voraussetzungen könne er seine Spieler nicht „verantwortungsvoll in den Spielbetrieb schicken“. Weiterhin ist der Halterner noch nicht allzu optimistisch, dass es am 2. Mai auch wieder losgehen wird – und wenn doch, dann nicht unter vernünftigen Voraussetzungen.

„Dann wird es keinen komplett fairen Wettbewerb geben“

Bleibt der Inzidenzwert in NRW bis zum 5. April unter 100, können alle Klubs dann wieder unter normalen Bedingungen trainieren. Das würde bedeuten, dass jedes Team vier Wochen Vorbereitungszeit bekommt. Doch ob das am Ende wirklich so sein wird, ist noch fraglich.

„So lange alles noch an Inzidenzen gekoppelt ist, wird es keinen komplett fairen Wettbewerb geben“, so Timo Ostdorf. Dass er vor dem Re-Start vier Wochen mit seiner kompletten Mannschaft trainieren kann, „sehe ich noch nicht“.

Und eine geringere Vorbereitungszeit, das hatte er schon in der Vergangenheit deutlich gemacht, sieht er sehr kritisch.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert

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