In der Stauseekampfbahn wird seit einiger Zeit wieder trainiert. Ein Spieler des TuS Haltern am See absolvierte zuletzt auch einige Probetrainings - unter anderem bei einem Drittligisten. © Holger Lindner

Halterner nach Probetraining in der 3. Liga: „Danach ging´s mir richtig dreckig“

Der Kader des TuS Haltern am See steht soweit, könnte sich aber noch ein wenig verändern. Ein Spieler absolvierte zuletzt einige Probetrainings, unter anderem bei einem Drittligisten.

Er ist gerade in der Phase, in der er es schwer hat“, sagt Tim Eibold, Leiter Seniorenfußball des TuS Haltern am See, über einen seiner Spieler, der derzeit daran arbeitet, kommende Saison im Profifußball zu spielen. Dass er das Zeug dazu hat, davon ist Eibold überzeugt. Zuletzt absolvierte das junge Talent sogar ein Probetraining bei einem Drittligisten.

Eibold und Nico Pulver (22) kennen sich mittlerweile schon seit einigen Jahren. „Ich hatte ihn aus der U19 des VfL Bochum zu Westfalia Herne geholt“, erzählt Halterns Leiter Seniorenfußball. „Schon damals hatte ich gesagt, dass dieser Junge in die Regionalliga gehört.“

Dort möchte Pulver auch kommende Saison spielen – um den Traum vom Profifußball zu verwirklichen. Deswegen absolvierte er zuletzt einige Probetrainings bei einigen Regionalligisten und sogar bei einem Team aus der 3. Liga.

Klappt es nicht mit dem Sprung in den Profifußball, bleibt Pulver

„Aufgrund der Corona-Situation und der fehlenden Belastung war es sehr, sehr hart“, erzählt der Linksverteidiger, der im Sommer 2020 von Herne zum TuS Haltern am See gewechselt war. Während er sich im Lockdown nur alleine fithalten konnte, waren seine Mitspieler im Probetraining mitten im Ligabetrieb und „alle richtig fit, da war es schwierig für mich, körperlich mitzuhalten“.

Nico Pulver (r.) vom TuS Haltern am See könnte in der kommenden Saison im Profifußball unterkommen.
Nico Pulver (r.) vom TuS Haltern am See könnte in der kommenden Saison im Profifußball unterkommen. © Blanka Thieme-Dietel © Blanka Thieme-Dietel

Dennoch habe er eine gute Figur abgeben können – auch beim Training beim Drittligisten. „Ich hatte es geschafft, mitzuhalten, aber danach ging´s mir richtig dreckig“, erzählt Pulver. Die Autofahrt nach dem Training zurück nach Hause habe er mehrmals unterbrechen müssen, um kurze Pausen einzulegen.

Das Tempo bei dem Drittligisten sei deutlich höher als in der Oberliga gewesen, das habe ihm anfangs ein wenig Probleme bereitet. „Wenn wir die Saison auch ganz normal gespielt hätten, wäre es einfacher gewesen“, ist sich der 22-Jährige sicher.

Einige Trainer von den Teams, bei denen er mittrainiert hatte, „sagten mir, dass sie es mutig finden, dass ich trotz des Trainingsrückstandes komme“, erzählt er. Das Feedback der Coaches sei auch überwiegend positiv gewesen. Einen Wechsel kann er bislang aber noch nicht vermelden. „Es nervt natürlich, wenn jeder dir sagt, dass es schade ist, dass ich sieben Monate nicht Fußball spielen konnte“, so Pulver.

Sollte es in diesem Sommer nicht mit einem Wechsel klappen, „habe ich beim TuS (Haltern am See, Anm. d. Red.) immer die Option“, sagt er. Dementsprechend entspannt ist der Linksverteidiger auch bezüglich seiner fußballerischen Zukunft.

Nico Pulver und der TuS Haltern setzen auf eine offene Kommunikation

„Wir haben klipp und klar gesagt: Er kann bei anderen Teams trainieren und wenn es nicht klappt, bleibt er eben noch ein Jahr bei uns“, bestätigt Tim Eibold. Die Art und Weise, so Pulver, wie seine Probetrainings bei anderen Teams mit dem TuS geregelt wurde, sei vorbildlich gewesen.

„Ich bin nach Haltern gekommen, um den nächsten Schritt zu machen, meine Ausbildung zu beenden und dann im Sommer oben anzugreifen“, erklärt der gebürtige Marler. Seine Berater hätten ihm von Beginn an deutlich gemacht, „dass eine offene und ehrliche Kommunikation am besten ist“.

Daher waren der TuS Haltern am See und vor allem Trainer Timo Ostdorf, zu dem Nico Pulver auch privat ein sehr gutes Verhältnis hat, immer über alle Schritte informiert. „Ich musste mir intern nicht den Kopf darüber zerbrechen, wieder (wegen einer Trainingserlaubnis, Anm. d. Red.) zu fragen“, erzählt der Linksfuß.

Der Verein habe ihm sehr geholfen und „die würden mir keine Steine in den Weg legen“. Denn letztendlich ist es das, was sich der TuS auf die Fahne geschrieben hat: Junge Spieler weiterzuentwickeln und ihnen den nächsten Schritt zu ermöglichen.

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Pascal Albert

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