Segeln

Halterner „Prinzessinnen“ überraschen bei internationaler Regatta

Fünf Halternerinnen sind in Hamburg bei der weltweit größten Frauensegelregatta an den Start gegangen. Am Ende waren sie sogar selbst von ihrer Platzierung überrascht.
Die Halterner "Prinzessinnen" waren am Ende des "Helga Cups" selbst von ihrer Platzierung überrascht. © Lars Wehrmann

Bei der weltweit größten Frauensegelregatta, dem „Helga Cup“, starteten in diesem Jahr 43 Teams auf der Hamburger Außenalster. Als Team „Prinzessinnen“ waren mit Annika und Pia Ellerbrock, Jaqueline und Lena Abendroth sowie Melany Kniesburges auch fünf Halterner Seglerinnen vom SC Prinzensteg dabei, die mit der Finalteilnahme und einem sensationellen Platz in den Top Ten ein seglerisches Highlight erlebten.

Vor Ort bildeten strenge Hygieneregeln und ein neues Regattaformat die Eckpfeiler der als „Corona-Edition“ in die Regattageschichte eingehenden Veranstaltung. Zur Chancengleichheit starteten dabei die Crews als Vierer-Teams auf baugleichen Booten der Klasse „Seascape 24/J70“ in verschiedenen Flights. So mussten alle Crews mindestens einmal gegeneinander segeln.

Schon für die Vorbereitung hatte das Halterner Team zu Trainingszwecken eine „J-70“ auf den Halterner Stausee geholt. Dabei wurden die wichtigsten Segelmanöver geübt, im Detail genau beschrieben und zusammen mit der exakten Aufgabenverteilung im Team in einem Manöverplan erfasst.

Auf einen starken ersten Tag folgt ein eher ernüchternder

So gut gerüstet reiste die Truppe schon früh an, um vor Ort einen letzten Trainingslauf absolvieren zu können. „Segeln gefühlt mitten in der Stadt, das war schon aufregend“, sagt Melany Kniesburges

Zur ersten Wettfahrt am Freitag sagt Lena Abendroth rückblickend: „Wir hatten keinen super Start, kamen aber mit den ersten Manövern gut ins Rennen.“ Am Ende gelang dem Team mit Platz zwei schon gleich die erste Spitzenplatzierung, die auch in der zweiten Wettfahrt wiederholt werden konnte. Dies brachte den „Prinzessinnen“ Platz eins der Tageswertung in dem starken, international besetzten Starterfeld.

Bei insgesamt sechs angesetzten Wettfahrten verlief der zweite Tag dann doch eher ernüchternd. Mit wenig Wind wurde das Segeln schwieriger, doch am Ende blieben die Halterner Seglerinnen noch in den Top Ten und reihten sich in der Gesamtwertung auf Platz 16 im Ranking ein. Im Team tat das aber der Stimmung keinen Abbruch. „Das war für uns viel mehr Ansporn als Enttäuschung“, erklärt Kniesburges.

Am letzten Tag kam es bei den letzten beiden Wettfahrten zum großen Showdown auf der Alster. Jetzt ging es für alle um den Einzug ins große Finale der besten zehn Boote. Wie schon am Freitag war die Halterner Crew im ersten Lauf gut unterwegs, aber jetzt wollten alle mehr.

Mit 12 bis 13 Knoten auf Platz eins unterwegs

Hoch motiviert fuhr man schon mit etwas mehr Wind zum zweiten Start an die Linie und dann passte plötzlich alles. Auf dem Weg zur Luvtonne zeigten die Damen Ihr seglerisches Können mit einem gekonnten „Jybeset“, brachten bei diesem schwierigen Manöver geschickt den Gennaker (das Großsegel) in den Wind und damit das Boot in die schnelle Gleitfahrt.

Sofort platzierten sich alle hinten, um so den Bug noch weiter anzuheben. Jetzt rauschte die J-70 in voller Fahrt bereits in Führung liegend über die Wellen. „Das waren locker 12 bis 13 Knoten“, sagt Annika Ellerbrock.

Auch auf dem Rückweg zur Ziellinie wurde die Spitzenposition mit großem Vorsprung verteidigt und die „Prinzessinen“ sicherten sich damit den Laufsieg. Alle klatschten sich mit einem breiten Grinsen im Gesicht begeistert ab, doch der Erfolg wurde etwas später noch übertroffen, als von der Wettkampfleitung die Info kam, dass sie es ins Finale geschafft hatten.

„Unser Start war trotz aller Anstrengungen für alle ein tolles Erlebnis“

„Mit dem Messer zwischen den Zähnen“ ging es dann zum letzten Mal über die Startlinie, doch beim Runden der zweiten Tonne geriet der Vorwärtsdrang durch ein technisches Problem etwas ins Stocken. Der Seilzug des Gennakers hatte sich im Vorsegel verfangen.

Da half auch das schnelle Einholen des Segels nichts mehr, denn der Zeitverlust war danach auf dem Wasser nicht mehr aufzuholen. Dadurch kam das Team zwar erst am Ende des Feldes ins Ziel, freute sich aber über einen nie erwarteten zehnten Gesamtplatz im Regattafeld.

Wieder an Land zogen alle „Prinzessinen“ ein positives Fazit: „Das war zum Saisonabschluss ein absolutes Highlight.“ Annika Ellerbrock bringt es auf den Punkt: „Unser Start war trotz aller Anstrengungen für alle ein tolles Erlebnis und hat auch sicherlich das Frauensegeln im Verein weiter nach vorn gebracht.“

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