Ein Halterner Fußballer musste am fünften Spieltag spontan als Schiedsrichter einspringen. © imago images/Claus Bergmann
Fußball

Halterner springt mit Muskelfaserriss als Schiri ein – und pfeift gegen sein Team

Obwohl er verletzt ist, sprang ein Halterner Fußballspieler bei einem Ligaspiel seines Teams als Schiedsrichter ein. Zufrieden war er mit dem Verhalten beider Teams hinterher nicht.

Eigentlich war er nicht da, um auf dem Feld zu stehen. Mit einem Muskelfaserriss konnte der Halterner Fußballspieler ohnehin nicht spielen, wollte beim Spiel seiner Mannschaft aber trotzdem dabei sein. Weil plötzlich kein Schiedsrichter mehr für die Partie angesetzt war, sprang er spontan ein, pfiff einen – laut ihm – klaren Elfmeter gegen sein Team und ärgerte sich hinterher über das Verhalten beider Mannschaften.

Das erste Mal als Schiedsrichter war es für Marco Masannek, den spielenden Co-Trainer des SV Hullern, tatsächlich nicht. „Ich hatte das schon mal in Hullern gemacht, als ich noch beim TuS (Haltern, Anm. d. Red.) spielte“, erzählt er. War einen Tag zuvor noch ein Schiedsrichter für die Partie gegen die DJK Germania Lenkerbeck angesetzt, sah die Situation am nächsten Morgen ganz anders aus.

Warum der Unparteiische letztendlich nicht da war, war auch zu Beginn der neuen Woche noch nicht bekannt. Eines war aber schon am Sonntagvormittag klar: Wenn sich niemand bereit erklärt, zu pfeifen, wird das Spiel ohne Punkte gewertet. „Da blieb mir nicht viel übrig“, sagt Masannek, der das Amt des Schiedsrichters dann übernahm.

Masannek: „Im Vorhinein gesagt, dass ich nur ungern Rote Karten verteilen würde“

„Dann beiße ich eben mal in den sauren Apfel“, habe er sich gedacht. Mit vielen Kilometern auf dem Platz konnte der Aushilfsschiedsrichter jedoch nicht glänzen. Aufgrund seines Muskelfaserrisses habe er nur ein wenig mitjoggen können, erzählt er. „Aber ‚laufen‘ konnte man das nicht nennen“, sagt Masannek mit einem Lachen.

Hullerns Marco Masannek half gegen Germania Lenkerbeck als Schiedsrichter aus.
Hullerns Marco Masannek half gegen Germania Lenkerbeck als Schiedsrichter aus. © Privat © Privat

Mit der ersten Halbzeit beider Teams war er derweil zufrieden. „Die war noch in Ordnung, da war es ziemlich ruhig.“ Doch schon zum Ende der ersten 45 Minuten wurde ein Team etwas unruhiger, sagt er. Nachdem Hullern ein Tor nach dem anderen schoss und bis zum Pausenpfiff seine Führung auf 7:3 ausbaute, „fing das Gemeckere auf der anderen Seite an“.

In der zweiten Halbzeit wurde es dann noch mehr und auch das Spiel wurde zerfahrener. „Es war sehr nicklig, aber ich muss leider sagen, dass es nicht nur von einer Mannschaft ausging“, so Marco Masannek. Auch seine Hullerner Teamkollegen hätten sich teilweise von der hitziger werdenden Atmosphäre anstecken lassen.

„Es gab ein, zwei Spieler von beiden Mannschaften“, sagt der verletzte Hullerner. Letztendlich kam er aber ohne einen Platzverweis aus – das hatte er sich auch von Beginn an vorgenommen.

„Ich hatte im Vorhinein gesagt, dass ich nur ungern Rote Karten verteilen würde, und wenn mir was nicht passt, ich erst zu den Trainern gehe und ihnen sage, ‚nimm ihn lieber runter‘“, erklärt der gelernte Angreifer, der beim SV Hullern als Abwehrchef aufläuft.

Reklamieren nach Elfmeterpfiff? „Das hätte er nicht gewagt“

Rot zücken musste er auch nicht, als er gegen seinen Verein pfiff und auf Elfmeter für Lenkerbeck entschied. Kapitän Marko Pezer hatte – wenn auch unabsichtlich – einen Spieler der Heimmannschaft im Gesicht getroffen. „Das war relativ klar“, sagt Masannek über seinen Elfmeterpfiff.

Gab es danach viel Gemecker von Pezer? „Das hätte er nicht gewagt“, sagt sein Mitspieler und Co-Trainer lachend. Am Ende war es auch keine spielentscheidende Szene, Hullern setzte sich nach der deutlichen Halbzeitführung mit 8:5 durch und holte die Punkte fünf bis sieben.

„Es war relativ deutlich, aber wir hätten mehr Tore machen müssen“, sagt Marco Masannek. Zwei Dinge ärgerten ihn hinterher aber deutlich mehr als die ein oder andere vergebene Chance. „Was mir nicht gepasst hat, war, dass wir uns an Lenkerbeck angepasst haben – auch was das Meckern angeht.“

Und zudem habe Hullern wieder mal zu viele Gegentore kassiert. „Darüber habe ich auch mit Christoph (Bafs-Dudzik, Trainer, Anm. d. Red.) geredet. Wir sind relativ zufrieden, aber wir kassieren zu viele Tore. Da herrscht noch ein Ungleichgewicht zwischen Offensive und Defensive.“

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Pascal Albert

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