Michael Onnebrink stellt seine Halterner Traum-Elf auf - und überrascht mit einer außergewöhnlichen Wahl. © Manfred Rimkus
Fußball

Halterner Traum-11: Onnebrink überrascht mit außergewöhnlicher Truppe

Von allen Halterner Traum-Elf-Aufstellung sticht die von Flaesheims Trainer Michael Onnebrink bislang am meisten heraus. Er setzt auf einen ständig Gelb-Gefährdeten und ein Kopfball-Ungeheuer.

Erst waren einige Halterner Kapitäne dran, dann stellten auch weitere Spieler aus der Seestadt für die Halterner Zeitung ihre Traum-Elf auf. Nun haben wir erneut bekannte Gesichter aus Haltern gebeten, eine Mannschaft mit Spielern aus der Stadt aufzustellen. Den Anfang macht Flaesheims Trainer Michael Onnebrink mit der bislang außergewöhnlichsten Elf.

„Für mich persönlich war das die beste Mannschaft, mit der ich je gespielt habe“, sagt Michael Onnebrink über die Aufstiegsmannschaft des SV Lippramsdorf von 1996. Daher hat sich der Flaesheimer auch dafür entschieden, die ganze erste Elf von damals zu nominieren.

2006 traf sich die Lippramsdorfer Aufstiegsmannschaft von 1996 noch mal zu einer gemeinsamen Partie auf dem Platz an der Jahnstraße.
2006 traf sich die Lippramsdorfer Aufstiegsmannschaft von 1996 noch mal zu einer gemeinsamen Partie auf dem Platz an der Jahnstraße. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner

Mehrere Jahre spielte die Mannschaft zusammen, stieg 1996 in die Bezirksliga auf und verpasste in der darauffolgenden Spielzeit nur knapp den Durchmarsch in die Landesliga. Bei jeder Stadtmeisterschaft in diesen Jahren habe kaum ein Weg an ihnen vorbeigeführt. „Vielleicht, und das meine ich überhaupt nicht abwertend, war das die beste Mannschaft, die der LSV je hatte“, sagt er.

Torwart: Sascha Ostrowski

„Er war damals positiv durchgeknallt“, sagt Michael Onnebrink. Ostrowski sei immer bis in die Haarspitzen motiviert gewesen. „Ich glaube, er war damals der jüngste bei uns, aber er war ein super Torwart.“ Der Keeper habe sich jedes Mal, wenn er einen Ball aus seinem Netz holen musste, tierisch aufgeregt. „Und egal, ob der Platz hart wie Beton war oder wir auf Asche spielten, er hatte immer mit gefühlten 30-Zentimeter-Stollen gespielt“, erinnert sich der Trainer.

Verteidiger: Siggi Monsheimer

Er kam als Stürmer und musste schnell ein paar Reihen nach hinten rücken. „Der stand irgendwann plötzlich auf der Matte“, erzählt Onnebrink. Der „Opa der Mannschaft“ kam aus dem Duisburger Raum und hatte bis dahin nur in vorderster Front gespielt. „Wir hatten ihm direkt gesagt: Wenn du spielen willst, musst du nach hinten“, so der Flaesheimer. Das habe Monsheimer dann auch gemacht und „über zwei, drei Jahre einen super Job verrichtet“. Für ihn selbst sei er mit all seiner Erfahrung immer ein wichtiger Ansprechpartner gewesen.

Verteidiger: Norman Marek

„Aus meiner Sicht war er in der A-, wenn nicht sogar in der Bezirksliga einer der besten Verteidiger.“ Nicht nur am Mann sei er überragend gewesen, sondern auch mit seinen fußballerischen Fähigkeiten konnte er überzeugen. Wenn er fit war, sei er immer gesetzt gewesen.

Verteidiger: Bengt Müller

Gefühlt sei Müller nur 1,50 Meter groß gewesen, sagt Michael Onnebrink, „aber er war einer der unangenehmsten Gegenspieler, die man haben konnte“. Er sei unfassbar schnell und ein „Wadenbeißer“ gewesen. „Es hat mich immer tierisch genervt, wenn ich im Training gegen ihn spielen musste.“ Der Verteidiger sei extrem wichtig für die Lippramsdorfer Mannschaft gewesen.

Defensiver Mittelfeldspieler: Bernd Weid

Den Vater des im Sommer zu Westfalenligist RW Deuten wechselnden Jonas Weid beschreibt Flaesheims Coach als „absolute Zweikampfmaschine und Mentalitätsmonster“. Er habe weder sich noch seine Gegenspieler geschont. „Auf der Sechs war er für das Gröbere zuständig und konnte aufgrund seiner Zweikampfführung ein ganzes Team mitreißen.“

Defensiver Mittelfeldspieler: Christian Damberg

Der Kapitän der Lippramsdorfer Aufstiegsmannschaft war der Gegenpart zu Bernd Weid: „Er war fußballerisch überragend und unser Taktgeber im Mittelfeld.“ Damberg habe fast immer die richtige Entscheidung getroffen und sei nie in Panik verfallen. „Er war ein vorbildlicher Kapitän“, erzählt Michael Onnebrink.

Linker Mittelfeldspieler: Mathias Bücker

Die „absolute Pferdelunge“, wie sein damaliger Mitspieler ihn nennt, war vom TuS Haltern zu Lippramsdorf gekommen und rannte immer den Platz rauf und runter. „Ich glaube, er war in jedem Spiel einer von denen, die die meisten Kilometer abgespult haben.“

Bücker sei ein Teamspieler gewesen, der durch seine Zweikampfhärte und sein Tempo bestach. „Er hatte alles mitgebracht, aber ein Manko: Ich glaube, er hat es nie geschafft, außer vom Elfmeterpunkt ein Tor zu schießen.“

Rechter Mittelfeldspieler: Bruno Wennemann

Der ehemalige Oberligaspieler sei für ihn unheimlich wichtig gewesen, sagt Michael Onnebrink. „Er war aber auch der Spieler, der mich und meine Mannschaftskameraden am meisten zur Weißglut getrieben hat.“ Er sei womöglich der Spieler, „der bis heute die meisten gelben Karten wegen Meckerns gekriegt hat“, sagt der Trainer.

Wennemann habe es mal geschafft, „dass wir wegen Meckerns nach acht Minuten in Unterzahl waren“. Er sei aber als Fußballer und auch als Typ „eine Vollgranate“ gewesen. Onnebrink bezeichnet ihn als schnellen Kilometerfresser, ähnlich wie Bücker. „Der Unterschied war aber, dass er weitaus torgefährlicher war.“

Offensiver Mittelfeldspieler: Kalle Tuttmann

Der Spielertrainer des LSV war es, der Onnebrink nach Lippramsdorf geholt hatte. „So einen hinter sich zu haben, war das Paradies.“ Er habe einen genialen linken Fuß gehabt, war selbst auch extrem torgefährlich und sei für die Stürmer ein kongenialer Partner gewesen. Allerdings sei er läuferisch nicht der stärkste gewesen – „genauso wie ich“, sagt der Flaesheimer.

Stürmer: Berthold Stockhofe

„Er war definitiv der stärkste Kopfballspieler, mit dem ich je zusammengespielt habe“, so sein ehemaliger Sturmpartner. „In Haltern gab es keinen besseren in der Luft“, sagt er über den Onkel von Jacob Stockhofe, der ab dem Sommer bei Onnebrinks Flaesheimern spielt.

Als er noch in der B-Jugend spielte, sei Stockhofe sogar noch sein Trainer gewesen, erinnert er sich. Umso schöner für Onnebrink, dass er im Seniorenbereich dann noch gemeinsam mit ihm auf dem Platz stehen konnte. „Wir haben uns super ergänzt und er war auch menschlich ein ganz starker Charakter.“

Stürmer: Michael Onnebrink

Zu guter Letzt stellt sich Onnebrink selber auf, betont aber, er hätte auch jeden anderen aus der damaligen Mannschaft noch aufstellen können. 1993 war er zum SV Lippramsdorf gewechselt, ehe er im Jahr 2000 weiter zog und nach einer kurzen Station beim TuS Haltern als Spielertrainer bei Weseke anheuerte.

Über den Autor
Redakteur
Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
Zur Autorenseite
Pascal Albert

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.