Tobias Borgers trainierte jahrelang die erste Mannschaft des ETuS Haltern. Nun stellt er seine Halterner Traum-Elf auf. © Joachim Lücke (Archiv)
Fußball

Halterner Traum-11: Tobias Borgers stellt „Mr. ETuS“ und einen Typen, zum Pferde stehlen, auf

In seiner Halterner Traum-Elf setzt Tobias Borgers auf eine Mischung aus verschiedenen Generationen, einen Spieler, den er manchmal bremsen musste und einen ehrgeizigen, schlechten Verlierer.

Erst waren einige Halterner Kapitäne dran, dann stellten auch weitere Spieler aus der Seestadt für die Halterner Zeitung ihre Traum-Elf auf. Nun haben wir erneut bekannte Spieler und Trainer aus Haltern gebeten, eine Mannschaft mit Akteuren aus der Stadt aufzustellen. Diesmal ist Tobias Borgers (40), der 31 Jahre beim ETuS Haltern als Spieler und Trainer aktiv war, dran. Er setzt auf zwei aktuelle Flaesheimer und einen ehemaligen Halterner Spielertrainer.

Torwart: Dietmar „Didi“ Steinhorst (Karriereende)

Der Keeper hütete Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre das Tor beim ETuS Haltern. „Er war ein kompletter Torwart, war sehr stark am Ball und war immer die Ruhe selbst“, erzählt Borgers, der noch andere Kandidaten wie Markus Sylla, Dominik Wolter, Stephan Koch oder Marcel Kitzol für die wichtige Position für die Position nennt. Am Ende fiel die Entscheidung aber auf Steinhorst, mit dem auch ein Doppelpass im Strafraum nie ein Problem gewesen sei.

Rechtsverteidiger: Mathias Koch (Concordia Flaesheim)

Den Flaesheimer hätte Tobias Borgers auch woanders aufstellen können, denn „er kann eigentlich jede Position spielen“. Zudem schone sich Mathias Koch nie, sei immer zuverlässig und hilfsbereit – „auch im Privatleben“. Den A-Liga-Spieler zeichne zudem seine Zweikampf- und Laufstärke aus. Außerdem habe Koch ein gutes Kopfballspiel und sei torgefährlich.

Innenverteidiger: Sebastian Sylla (TSG Dülmen)

Als er mit dem ETuS in die Bezirksliga aufstieg, war Sylla der Abwehrchef von Tobias Borgers. Sein damaliger Trainer beschreibt ihn als einen am Ball sehr ruhigen Spieler mit einem guten Stellungsspiel und einem starken Zweikampfverhalten. Zudem habe er einen „besonnenen Charakter“.

Innenverteidiger: Ulrich Klebolte (Karriereende)

Das Vorstandsmitglied des ETuS Haltern bezeichnet Tobias Borgers als „Mr. ETuS“. Klebolte kümmere sich um nahezu alles im Verein, war auch lange Zeit Trainer und leitet die Fußballabteilung des Vereins. „Er hatte auch eine sehr starke linke Klebe und war ein guter Fußballer“, sagt Borgers.

Linksverteidiger: Udo Lüer (Karriereende)

„Er ist sicherlich der Spieler mit dem geringsten Potenzial in dieser Elf“, so der 40-Jährige augenzwinkernd. Lüer war beim ETuS viele Jahre als Betreuer aktiv „und war ganz wichtig für das Klima innerhalb der Mannschaft“, erzählt Borgers. „Seine Stärken waren vor allem die zweiten 90 Minuten plus unzählige Verlängerungen.“

Sechser: Torsten Quinkenstein (ETuS Haltern)

Das ETuS-Urgestein, das nun seine Karriere beendet, wurde von Tobias Borgers schon in der F-Jugend trainiert. Auf dem Platz sei er ein Anführer, der zudem mit einer guten Spieleröffnung daherkomme.

Außerdem sei Quinkenstein sehr willensstark „und kann ganz schlecht verlieren“. Nachdem er zwischenzeitlich durch eine Verletzung und sein Studium etwas ausgebremst wurde, war er in den letzten Jahren wieder Stammspieler an der Conzeallee.

Rechter Mittelfeldspieler: Markus Böntert (Karriereende)

Der ehemalige Spieler des ETuS Haltern und des SV Bossendorf sei „ein Typ zum Pferde stehlen und ein echter Freund“. Böntert habe vor allem mit seinem guten rechten Fuß und starken Standards glänzen können. „Leider fehlte ihm aber manchmal die Zweikampfhärte“, so Borgers.

Linker Mittelfeldspieler: Kevin Schulz (Concordia Flaesheim)

Mit Kevin Schulz schafft es nach Mathias Koch ein zweiter aktueller Concordia-Spieler in Borgers Traum-Elf. Genauso wie Koch sei er flexibel einsetzbar, zudem ballsicher und torgefährlich. „Leider etwas langsam“, sagt Borgers, der auch Schulz jahrelang trainiert hat. „Er hat einen feinen Charakter und ist absolut zuverlässig“, sagt er über den Linksfuß.

Zehner: Karl-Heinz Tuttmann (Karriereende)

Als Tobias Borgers noch selbst auf dem Platz stand, war sein damaliger Coach der Spielertrainer Karl-Heinz Tuttmann, der es auch schon in die Traum-Elf von Michael Onnebrink geschafft hatte. „Ein Linksfuß mit überragender Technik und starken Standards“, so der ehemalige ETuS-Trainer. „Kalle“ sei auch sehr abgezockt und torgefährlich gewesen. „Später spielte sein Sohn Fabian erfolgreich bei mir“, erzählt er.

Stürmer: Holger Siepert (Karriereende)

Die meisten, die Holger Siepert bislang in ihrer Traum-Elf aufgestellt hatten, setzten ihn ins Mittelfeld. Auch Tobias Borgers weiß, „dass er eigentlich ein Zehner ist“. Siepert könne aber auch alle anderen Offensivposition bekleiden.

„Holger ging immer vorweg, forderte den Ball, auch wenn es mal nicht lief“, erzählt sein ehemaliger Trainer. „Er will immer gewinnen – auch jedes Trainingsspiel!“ In der damaligen Aufstiegstruppe des ETuS sei Siepert Leistungsträger gewesen, „allerdings musste man ihn auch immer mal wieder bremsen“.

Stürmer: Timo Bußkönning (Karriereende)

Der Angreifer, der einst aus der Lavesumer Jugend zum ETuS und Tobias Borgers kam, sei vom Wesen eher zurückhaltend, berichtet sein ehemaliger Trainer, „aber abgezockt vor dem Tor“. Bußkönning habe lieber mit Übersicht als mit Gewalt getroffen. „Er war sehr schnell und hatte einen absoluten Drang zum Tor.“

Co-Trainer: Andre Schulz

„Viele Jahre meiner Trainertätigkeit unterstützte und begleitete mich Andre vertrauensvoll“, erzählt Borgers. Schulz und er verbrachten unzählige Stunden gemeinsam auf dem Platz und am Telefon.

„Er ist stets hilfsbereit und ehrlich, gewissenhaft und zuverlässig. Ich schätze ihn als Freund und Tippgeber.“ Gemeinsam erlebten die beiden viele Erfolge und auch ein paar Misserfolge, so der Ex-Trainer weiter. „Für die gemeinsame Zeit kann ich mich einfach nur bedanken“, sagt Tobias Borgers.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert

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