Schulte-Lünzum im Fazit-Interview: „Eine Medaille ist alles andere als selbstverständlich“

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Für Halterns Moutainbiker Markus Schulte-Lünzum war es die erste Saison im Trikot des Bikeway Racing Teams. „Das war cool“, sagt er. Dieses Jahr sei für ihn ein Schritt nach vorne gewesen.

Haltern

, 03.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine lange und anstrengende Saison liegt hinter dem Halterner Mountainbikefahrer. Mit dem Rennen in Israel am vergangenen Wochenende (Platz vier) absolvierte Markus Schulte-Lünzum für dieses Jahr sein letztes Rennen. Wie er im Interview erklärt, lief es für ihn vor allem gegen Ende gut. Und auch mit der Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft war er zufrieden. Das Jahr „war für mich ein Schritt nach vorne“, erklärt der Halterner.

Wie sehr schmerzt der Körper nach einer langen Saison?

Gerade merke ich die letzten vier Etappen noch in den Beinen. Insgesamt spüre ich aber auch das gesamte Jahr und merke, dass es eine lange Saison war. Aber ich hatte richtig viel Spaß in diesem Jahr. Für mich war es ein Schritt nach vorne, nicht nur mit Blick auf die Leistung, sondern auch mit Blick auf das Gefühl, mit dem ich die Ergebnisse einfahren konnte. Wenn die Dinge laufen und auch Spaß machen, dann tut es ein bisschen weniger weh.

Wie fällt Ihr Saisonfazit aus?

Unter dem Strich fällt es positiv aus. Auch, weil ich beim letzten Weltcup unter die Top 30 fahren konnte (Platz 29, Anm. d. Red). Ich hätte mir aber gewünscht, dass das noch häufiger beim Weltcup passiert oder ich das bei der Weltmeisterschaft bestätigen kann. Aber das Niveau ist insgesamt sehr hoch, zudem war meine Startposition am Anfang des Jahres ein Handicap. An der Position konnte ich nur mittelfristig arbeiten. Da musste ich mich selbst relativieren, dass ich nicht zu schnell zu viel erwarte. Ich freu mich, dass meine Geduld beim letzten Rennen belohnt wurde. Eine Medaille bei der Deutschen Meisterschaft ist auch super cool. Wir hatten in diesem Jahr fünf deutsche Fahrer, die beim Weltcup unter die Top 30 gefahren sind. Dann bei der Deutschen Meisterschaft eine Medaille zu holen, ist alles andere als selbstverständlich.

Es war auch ihr erstes Jahr im Trikot des Bike Way Racing Teams …

Ich hatte damit nach längerer Zeit mit anderen Leuten zu tun und das war cool, ein neues Umfeld zu haben und neue Impulse zu bekommen.

Haben Sie ihre Saisonziele erreicht?

Im Weltcup wie gesagt, nicht ganz. Ich hätte es gerne häufiger in die Top 30 geschafft oder wäre auch gerne in die Richtung Top 20 gefahren. Bei der Deutschen Meisterschaft war mein Ziel, eine Medaille zu holen. Bei den anderen internationalen Rennen habe ich meine Ziele erreicht.

Was bleibt Hängen aus diesem Jahr?

Ich bin seit einiger Zeit im Radsportverband NRW für den Nachwuchs tätig, das ist eine Teilzeitstelle. Das hat mir extrem viel Spaß gemacht, die Kinder zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln und wie viel Lust sie haben, Mountainbike zu fahren. Oder auch wenn sie sie sagen, ‚das war ein guter Tipp für das Rennen‘. Das hat mich persönlich glücklich gemacht. Ich kann in der Position coole Dinge weitergeben. Zudem merke ich auch, wie sich die Kinder nicht nur auf dem Rad, sondern auch charakterlich weiterentwickeln. Es wäre schön, das vielleicht in Zukunft noch zu intensiveren.

Schulte-Lünzum im Fazit-Interview: „Eine Medaille ist alles andere als selbstverständlich“

Mit dem Rennen in Israel endete für Halterns Mountainbiker Markus Schulte-Lünzum die Rennsaison. © Privat

Gibt es ein besonderes positives Erlebnis aus der vergangenen Saison?

(überlegt.) Eigentlich das letzte Weltcuprennen in Snowshoe (USA). Die Woche vorher war ich mit einer kleinen Auswahl der Nationalmannschaft unterwegs und wir hatten so viel Spaß. Wir waren extrem locker aber zeitgleich extrem fokussiert. Ich durfte auch den Kochdienst im Apartment übernehmen. Auch nebenher liefen viele Dinge gut für mich. Und bei allen Fahrern ist es dann im Rennen auch gut gelaufen. Wir sind mit super viel Spaß super schnell gefahren - das war das beste Weltcupergebnis der deutschen Fahrer in der Geschichte.

Und gibt es auch ein negatives Erlebnis?

Der erste Weltcup in Albstadt. Da bin ich mit hohen Erwartungen in das Rennen gegangen und hatte in den Rennen zuvor gemerkt, dass ich wieder konkurrenzfähig bin. Ich bin dort mit den rutschigen Bedingungen nicht zurechtgekommen. Ich wollte schnell nach vorne fahren, das hat aber ab dem Start schon nicht funktioniert. Das Rennen habe ich dann auch nicht beendet.

Wie geht es jetzt weiter für Sie in den nächsten Wochen?

Anfang der Woche habe mich auf den Weg in Richtung Süddeutschland gemacht. Dort nehme ich an einer Etappenfahrt teil, die in München endet. Dort nutze ich dann auch die Chance, auf das Oktoberfest zu gehen, danach gehe ich mit meinem Bruder biken in den Alpen. Von Mitte Oktober bis Mitte November dann werde ich das Fahrrad in den Keller stellen. In der Zeit lasse ich den Fokus ein bisschen schleifen und lebe ein bisschen mehr in den Tag hinein.

Und wann startet dann wieder die Vorbereitung?

Mitte November geht es dann wieder los. Erst ein bisschen lockerer und ab Dezember wird das Training dann fokussierter.

Gibt es etwas, dass sie in der Vorbereitung auf die kommende Saison verändern wollen?

Für nächstes Jahr gibt es aktuell noch ein bis zwei Dinge, die in der Luft hängen. Das geht vor allem in die Richtung, mein Engagement im Radsportverband zu vergrößern. Im Training gibt es in paar Dinge, die man immer neu machen muss. Es wird mit der Zeit aber immer schwerer, etwas Neues zu finden. Der Geist braucht immer etwas Neues, um sich weiterzuentwickeln. Dementsprechend muss ich da etwas Neues finden. Veränderung ist die einzige Konstante.

Haben Sie schon ein Saisonziel?

Nein, so weit bin ich noch nicht. Ich habe mein persönliches Fazit der vergangenen Saison noch nicht vollkommen erstellt.

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