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Handball-Plattform verwirrt mit plötzlich fehlenden Nachnamen im Spielbericht

hzHandball

Aufgrund einer einzelnen Beschwerde veröffentlicht die Internetseite SIS-Handball seit einigen Wochen keine vollständigen Namen mehr. HSC-Trainer Andreas Stolz hat dafür wenig Verständnis.

Haltern

, 24.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Vor einigen Wochen sorgte die Plattform SIS-Handball für Verwunderung. Denn plötzlich standen in den einzelnen Spielberichten nicht mehr die vollständigen Namen der einzelnen Spieler, sondern nur noch der Vorname und der Anfangsbuchstabe des Nachnamens.

Angefangen hatte alles mit einer Beschwerde über die Veröffentlichung von personenbezogenen Daten eines Kindes. Daraufhin wurde das Landesinstitut für Datenschutz und Informationsfreiheit in NRW (LDI) tätig und verschickte Empfehlungen sowie eine Ordnungsgeld-Androhung. Andreas Tiemann vom Westdeutschen Handball-Verband (HVW) erklärte auf Nachfrage, dass die Empfehlung des LDI war, die Spielberichte komplett aus dem Internet zu entfernen und den Liveticker für die einzelnen Spiele abzuschalten. Über die Höhe des angedrohten Ordnungsgeldes machte er keine Angaben.

„Zum Ende der Saison nicht so tragisch“

Letztendlich habe die Firma GateCom, die für das Internetportal zuständig ist, ohne Rücksprache mit dem HVW die Nachnamen aller Spieler gekürzt. Für Halterns Trainer bedeuteten die Änderungen in den vergangenen Wochen ebenfalls ein paar Umstellungen. „Für einen Trainer ist es immer gut, wenn da alles steht“, sagt Andreas Stolz, Trainer der ersten Damenmannschaft des HSC Haltern-Sythen. Das habe immer bei der Vorbereitung auf kommende Gegner geholfen.

Auch für den Trainer der Herren, Gerard Siggemann, ist das Fehlen der Nachnamen eine Einschränkung. „Manche Spieler kennt man auch nur vom Nachnamen“, sagt er. Er habe sich dann mehr „auf Videobeobachtungen und Trikotnummern“ beschränken müssen. Besonders gravierend war die Veränderung für ihn in dieser Saison aber dennoch nicht mehr, erklärt er. Denn da seine Mannschaft schon als Verbandsliga-Meister feststand, war die Änderung „zum Ende der Saison nicht so tragisch“.

Neues System ab der kommenden Saison

Andreas Stolz hält die Veränderungen auf SIS-Handball für „ein bisschen überzogen und übertrieben“. Seit 50 Jahren ist er schon im Handball tätig, bislang habe alles super funktioniert. Als Sportler in der Öffentlichkeit zu stehen, sei vollkommen in Ordnung, sagt er. „Wir stehen mit Namen in der Zeitung, das ist so auch richtig. Wir sind damit ja einverstanden“, erklärt der Trainer.

Für die kommende Saison erwartet Gerard Siggemann keine Einschränkungen mehr. Denn dann, so heißt es von Andreas Tiemann, wird das aktuelle Portal abgelöst und durch das System „Siebenmeter“ ersetzt. In dem soll es auch möglich sein, als Spieler selbst zu entscheiden, ob der Nachname veröffentlicht wird oder nicht.

Dass dann die Nachnamen wieder zu sehen wären, wäre für Gerard Siggemann angenehmer. Denn, genauso wie Andreas Stolz mit den HSC-Damen, tritt er in der kommenden Saison in einer neuen Liga an. Und gerade dort könne es Probleme geben, „wenn man nur den Nachnamen kennt“. Doch selbst, wenn dann noch immer nicht alle oder gar keine Namen wieder veröffentlicht werden, ist sich der Trainer der Herren sicher, dass er sich auch daran gewöhnen werde.

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