„Im Jugendbereich haben wir eine Riesen-Baustelle“: HSC-Vorsitzender Budde im Interview

hzHSC Haltern-Sythen

Drei Aufstiege konnte der HSC Haltern-Sythen mit dem Vorsitzende Barthold Budde feiern. Im Hintergrund laufen die Planungen auf Hochtouren. „Die Jugend ist unser Kernstück“, erklärt Budde.

Haltern

, 17.05.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Barthold Budde, Vorsitzender des HSC Haltern-Sythen, wurde Anfang der Woche für weitere zwei Jahre bestätigt. Drei Aufstiege konnten er und die Seniorenteams in dieser Saison bejubeln. „Das ist schon außergewöhnlich“, erklärt Budde im Interview. Zudem spricht er darüber, dass der HSC eine wichtige Baustelle für die Zukunft erkannt hat und wie die Planungen hinter den Kulissen aussehen.

Handballspielen können die Damen und die Herren ja. Aber wie gut können die Teams denn feiern?

(lacht.) Natürlich habe wir auch sehr schön gefeiert, das ist ja überhaupt keine Frage. Die vierte Mannschaft ist am Wochenende auch aufgestiegen. Der zweiten Mannschaft fehlt noch ein Punkt, um den Abstieg zu verhindern. Insgesamt sind drei Aufstiege im Seniorenbereich natürlich schon außergewöhnlich. Vereinsseitig werden wir am 19. Juni noch eine Feier veranstalten, da laufen aktuell die Vorbereitungen. Da geht es aber eher um die ganzen Helfer. Wir wollen damit das Vereinsleben intensivieren.

Ab wann dachten Sie, der Aufstieg ist den Herren nicht mehr zu nehmen?

Bei den Herren waren das die Spiele gegen Bommern und Gevelsberg. Wenn du die direkten Konkurrenten mindestens auf Distanz hältst und dann in einem sehr spannenden Spiel gegen Hattingen das nötige Glück hast, dann ist es eigentlich klar. Wir hatten ja auch immer das Nachholspiel in petto. Und als wir acht oder zehn Punkte Vorsprung hatten, sind wir auch durch die Niederlage in Bergkamen nicht nervös geworden. Wir haben genau den richtigen Matchpunkt gesetzt.

Und bei den Damen?

Bei den Damen war ich wesentlich überraschter, da haben ja auch die Konkurrenten dementsprechend mitgespielt. Vor dem Spiel gegen den Letzten hatte ich keine Bedenken. Und auch wenn es dann gegen Riemke II komisch lief, haben wir den Punkt geholt. Am nächsten Tag haben dann auch die Bochumer, die zu dem Zeitpunkt auf Rang zwei waren, verloren. Dadurch war es dann eine klare Geschichte.

Sind Sie jetzt froh, dass in den Ligen erst mal Pause ist?

Froh bin ich für die Spieler. Bei den Herren ist ja die Verletzungswelle zum Glück erst spät eingetreten. Wir als Funktionäre haben aber nicht wirklich Pause. Die haben wir erst dann, wenn alle Planungen abgeschlossen sind. Allerdings nutzen wir jetzt die Freiräume, um alles voranzutreiben.

Auf welchen Planungen liegt beim HSC aktuell das Hauptaugenmerk?

Sicherlich haben wir im Jugendbereich eine Riesen-Baustelle, wenn ich sehe, wie jetzt die Qualifikationen laufen, vor allem nach den Erfolgen in den vergangenen Jahren. Es ist aber da alles auf dem richtigen Weg. Auf unserer jährlichen Klausurtagung wollen wir die Weichen stellen, denn in der Jugend liegt die Zukunft. Die ist unser Kernstück.

Was wollen Sie im Jugendbereich verändern?

Die Entwicklung ist auf den Weg gebracht. Die Mehreinnahmen durch die Beitragserhöhung im vergangenen Jahr, die aber erst effektiv zum 1. Januar eingetreten sind, sollen in die Jugend gehen. Zum Beispiel wird es mit unserem Seniorenspieler Harald Scherer ein Coach-The-Coach-Programm geben, bei dem er mit den Jugendtrainern in sportlicher, aber auch in mentaler Hinsicht arbeiten wird. Natürlich helfen uns auch die Aufstiege der Senioren, um für gute Trainer attraktiv zu bleiben. Die Baustelle im Jugendbereich haben wir erkannt.

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Und wie steht es um den Seniorenbereich?

Wir haben kein finanzielles Problem, können uns aber auch nicht strecken. Aber einen externen Knaller wollen wir ja eh nicht holen. Wir haben uns mit zwei netten und soliden Typen aus Havixbeck verstärkt. Unser Trainer ist der Meinung, aus Maximilian und Johannes Beumer kann er etwas machen. Allerdings haben wir durch den Aufstieg auch andere Bedingungen im Seniorenberich. Die Fahrten werden weiter. Das Budget ist weiterhin gedeckelt, auch wenn es schwierig ist, neue Sponsoren zu finden. Unsere breite Unterstützung ist eine gesunde Basis.

Was erwartet die Damen in der Verbandsliga?

Die Damen haben ja einen ziemlichen Durchmarsch hingelegt und haben alle eine sehr gute Jugendausbildung genossen - sowohl unsere Jugendspielerinnen als auch die Externen. Zudem haben sie die Abgänge der Vergangenheit gut verarbeitet. Auch das Trainerteam ist toll. Ich denke, die Mannschaft wird sich nicht sofort wieder verabschieden. Die Spielerinnen werden die Punkte schon sammeln.

Und die Männer in der Oberliga?

Bei den Männern ist es eine noch größere Wundertüte. Da ist auch ein bisschen Glück erforderlich, auch mit Blick auf den Spielplan, dass wir nicht unbedingt direkt vier Knaller am Anfang haben. Wir brauchen uns aber nicht verstecken. Viel hängt wahrscheinlich vom Start ab und wie sie körperlich mithalten können. Der Schlüssel auch im nächsten Jahr ist eine Mischung aus Selbstbewusstsein und Lockerheit bei den Jungs und der extrem guten Vorbereitung auf den Gegner durch den Trainer.

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