Integrative Mannschaft knapp am Titel vorbei

Fußball: Westdeutsche Meisterschaften

Eine bittere Niederlage im Elfmeterschießen: Für die integrative Fußballmannschaft des TuS Haltern steht nach 15 Minuten im Finale der Westdeutschen Meisterschaft eine 1:3-Niederlage auf dem Papier. „Eine ganz knappe Nummer“, sagt Trainer und Betreuer Klaus Tykwer.

HALTERN

, 28.06.2017, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Miguel Overfeld (2.v.r.), traf gestern für den TuS Haltern in der ersten Partie zum 2:0.

Miguel Overfeld (2.v.r.), traf gestern für den TuS Haltern in der ersten Partie zum 2:0.

Im ersten Spiel gestern startete die Mannschaft der Diakonie Recklinghausen und des TuS Haltern gleich mit einem Sieg. Gegen die Rhein Sieg Werkstätten gewannen die Halterner, betreut von Martin Stock und Thomas Franke, ohne Probleme mit 2:0. Im weiteren Verlauf zogen sie ohne Gegentor in das Finale ein und bezwangen die Titelverteidiger Alex Jahn aus Münster mit 4:0. Doch im Finale mussten sich die Halterner mit 1:3 nach Elfmeterschießen der GWK Köln geschlagen geben. So bleibt Tykwer und seinen Spielern der zweite Platz.

"Klagen auf Bayern-München-Niveau"

Auch wenn alle Beteiligten auf den Titel geschielt hätten, „ist das aber Klagen auf Bayern-München-Niveau“, sagt Tykwer. Trotzdem, die Fußballmannschaft sei für die Spieler mit geistiger und körperlicher Behinderung immer etwas Besonderes, sagt Tykwer. Das liege auch an der Kooperation mit dem TuS Haltern. „Wir sind hier nicht die Behindertenmannschaft“, sagt er, „sondern eher die vierte Herrenmannschaft.“

Das Team hätte innerhalb des Vereins keine Sonderstellung, sondern „freuen sich, zum TuS zu gehören“, sagt Tykwer. Daraus resultiere für viele nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz ein neues Selbstbewusstsein. „Die Toleranz bei den Spielern wird immer größer“, sagt er.

Triple 2015

Auch wenn auf dem Spielfeld „die Spieler ihren zum Teil schwierigen Charakter behalten“, sagt Tykwer, habe er bei vielen durch das Spielen in der integrativen Mannschaft eine deutliche Verhaltensverbesserung feststellen können. „Besser als bei vielen Therapiemaßnahmen“, sagt er.

So wüssten auch die Schiedsrichter, dass sie, wenn ein Akteur anfängt zu diskutieren, sich lieber umdrehen und weggehen, als ihm eine Gelbe Karte zu zeigen. Auf der anderen Seite müssten die Spieler aber einen gewissen Druck aushalten, wenn sie auf dem Platz stünden.  

Viele Titel

Dieser rührt auch aus den in der Vergangenheit eingefahrenen Titeln. So gewann die Mannschaft 2015 das Triple, triumphierte bei den Westdeutschen Meisterschaften des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes, bei der Landesmeisterschaft des Behindertensportverbandes und bei den Deutschen Meisterschaften der Werkstätten.

Bei Letzterem wird in diesem Jahr dann Köln antreten. Die Chance auf das Triple haben die Halterner durch die 1:3-Niederlage im Finale vertan. Die Meisterschaften des Behindertensportverbandes und der Werkstätten kommen allerdings erst noch an.

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