Mario Stritzel ist seit 2020 Koordinator bei der Jugendspielgemeinschaft des ETuS Haltern und des SV Lippramsdorf. © Pascal Albert
Jugendfußball

JSG ETuS/LSV geht in vierte Saison und will „die zweite Kraft in Haltern werden“

Mario Stritzel ist seit 2020 Koordinator bei der JSG ETuS/Lippramsdorf. Der 51-Jährige erklärt, warum die Gründung alternativlos war und erzählt von einem interessanten Projekt mit dem FLVW.

Die Situation des Jugendfußballs in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Konkurrenz durch andere Freizeitaktivitäten wird größer, wodurch immer weniger Kinder und Jugendliche Fußball spielen. 2018 wurde daher in Haltern die Jugendspielgemeinschaft ETuS/Lippramsdorf gegründet.

„Alles, was gut ist, geht zum TuS (Haltern am See, Anm. d. Red.)“, sagt Mario Stritzel (51), der seit einiger Zeit als Koordinator der JSG fungiert, und fügt direkt an: „Das kann ich aber auch verstehen.“ Dahinter habe es dann in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr ganz so viele Spieler wie noch vor etwas längerer Zeit gegeben. Deshalb wurde die JSG ETuS/Lippramsdorf gegründet.

„Es geht um den Spaß – den fördern wir, das ist unser größtes Ziel“

„Jugendspielgemeinschaften sind bei vielen nicht so angesehen, sie sehen erst die Nachteile und nicht die Vorteile“, sagt er weiter. „Aber du musst genug Spieler haben, deswegen sind wir diesen Weg gegangen.“ Im vergangenen Jahr übernahm Stritzel das Amt des Koordinators der mittlerweile rund drei Jahre alten JSG – mitten in der Pandemie.

Acht Jahre lang trainierte Mario Stritzel (r.) die zweite Mannschaft des SV Lippramsdorf.
Acht Jahre lang trainierte Mario Stritzel (r.) die zweite Mannschaft des SV Lippramsdorf. Hier wird er von Christian Brink als Trainer des LSV II verabschiedet. © Jürgen Patzke (Archiv) © Jürgen Patzke (Archiv)

Lange Zeit konnten die Kinder und Jugendlichen – genauso wie ein Großteil der Erwachsenen – aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr trainieren und spielen. Dadurch sei der Verschleiß größer geworden, einige hätten die Lust am Fußball verloren und sich andere Hobbys gesucht.

„Da waren dann die Trainer gefragt“, sagt Mario Stritzel über die vergangenen Lockdown-Monate. „Wir haben es zum Glück geschafft, Kontakt zu halten.“ Dadurch habe es in der JSG noch nicht allzu viele Verluste gegeben.

Jetzt, da wieder trainiert werden kann, können die Kinder und Jugendlichen aber endlich wieder mit ihren Freunden auf dem Fußballplatz Spaß haben. Das, betont der 51-Jährige, sei ohnehin das Wichtigste. „Es geht um den Spaß – den fördern wir und das ist unser größtes Ziel.“

Die JSG ETuS/Lippramsdorf geht mit mindestens acht Teams an den Start

Auf Dauer wird aber noch ein weiteres Ziel verfolgt: „Wir müssen die zweite Kraft in Haltern werden.“ Die erste Kraft im Jugendbereich, das steht wohl außer Frage, ist der TuS Haltern am See. „Wenn wir jemanden haben, der großes Potenzial hat, darf der natürlich auch zum TuS wechseln“, sagt Stritzel.

Die JSG ETuS/Lippramsdorf, das betont der 51-Jährige, sei keine Konkurrenz zum TuS. Während beim TuS Haltern am See zuletzt 14 Jugendmannschaften (inklusive der A-Jugend JSG Haltern/Flaesheim) gemeldet waren, waren es bei der JSG ETuS/Lippramsdorf zuletzt immerhin zehn.

Nach aktuellem Stand werden es in der kommenden Saison acht sein. „Es kann aber auch sein, dass noch ein, zwei Teams dazukommen“, erklärt der ehemalige Trainer der zweiten Lippramsdorfer Seniorenmannschaft.

Jugendspieler können schon früh in den Trainerjob hineinschnuppern

Auch auf der Trainerbank ist die JSG gut aufgestellt. So gibt es sowohl in der C- als auch der B- und A-Jugend Lizenztrainer. Zudem nimmt die Spielgemeinschaft an einem Projekt des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) teil, um weitere Übungsleiter auszubilden. „Jugendtrainer zu finden, ist ein großes Problem“, sagt Mario Stritzel.

Beim FLVW-Projekt „werden junge Spieler mit 15 Jahren zum Jugendtrainer ausgebildet“, erzählt der JSG-Koordinator. „Die sind dann als zweiter Trainer dabei.“ Mittlerweile gebe es bereits vier Jugendspieler, die an dem Projekt teilnehmen. „Es sollen aber noch mehr werden“, so der ehemalige Lippramsdorfer Gesamtjugendleiter.

Neben dem Finden von Jugendtrainern gab es in der Vergangenheit aber noch ein Problem bei der JSG. Bei der Gründung „kam in den unteren Altersklassen vom LSV viel, vom ETuS eher weniger“, erzählt Stritzel. Einige hätten gedacht, beim ETuS Haltern gibt es keine Jugend mehr. „Die Spieler sind dann woanders hin“, sagt er.

Das soll in Zukunft nicht noch mal vorkommen. Damit die Jugendspielgemeinschaft des ETuS Haltern und des SV Lippramsdorf noch viele Jahre Bestand hat und Erfolge feiern kann.

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Pascal Albert

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