Bei einer Halterner Jugendmannschaft wird der Ball noch nicht wieder rollen, das Team hat sich gegen eine Rückkehr zum Trainingsbetrieb entschieden. © Jens Lukas

Jugendfußball-Dilemma: Halterner Team trainiert „im Sinne des Teamgedankens“ nicht

Die Jugend darf endlich wieder auf die Sportplätze. Doch die Corona-Regel-Lockerung hat einen Haken für die Sportler. Ein Team aus Haltern hat sich deshalb entschieden, nicht zu trainieren.

Die Lockerungen der Bundesregierung sorgten bei den Amateursportlern nicht für kollektives Aufatmen. Doch zumindest im Jugendbereich gab es ein wenig Erleichterung, viele Kinder dürfen nun wieder ihren Hobbys nachgehen. Doch es gibt auch einen Haken, der dafür sorgt, dass ein Halterner Team sich gegen eine Rückkehr auf den Platz entschieden hat.

20 Kinder dürfen maximal gleichzeitig Sport ausüben, heißt es vonseiten der Bundesregierung. Diese Kinder dürfen aber nicht älter als 14 Jahre sein, was bei einigen Mannschaften für Probleme sorgen könnte.

Zwei Spielerinnen von Flaesheims U15 dürfen nicht spielen

So auch bei den U15-Mädchen von Concordia Flaesheim. Das Team von Carsten Goidke besteht derzeit aus 23 Spielerinnen. Vier von ihnen gehören zum Altjahrgang und wurden 2006 geboren, 18 sind aus dem 2007er-Jahrgang und eine Spielerin wurde erst 2008 geboren.

Bei Beginn der Saison durften die Spielerinnen höchstens 14 Jahre alt sein, um zur U15 gehören zu können. Seit dem Saisonstart hatten jedoch zwei Spielerinnen des Altjahrgangs ihren Geburtstag feiern können. Sie sind also nun 15 und somit zu alt, um derzeit spielen zu dürfen – laut Auslegung der Öffnungsperspektive der Bundesregierung.

Geht es nach dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) müssen scheinbar sogar noch weitere Spielerinnen auf das Training verzichten. Denn vom FLVW habe Flaesheim die Ansage bekommen, dass grundsätzlich nur die Jungjahrgänge trainieren dürfen.

Alle Spielerinnen dürfen ohnehin nicht gleichzeitig trainieren

„Ich finde, man hätte das nicht nach dem Alter, sondern nach der Jugend festlegen sollen“, sagt Carsten Goidke, der mit seiner Mannschaft bis zur Unterbrechung zehn Punkte in fünf Spielen holte. Es hätte auch die Unterteilung geben können, dass beispielsweise ab der U17 nicht mehr trainiert werden darf, erklärt er.

Diese Regelung hätte womöglich aber auch wieder bei anderen Mannschaften für Probleme gesorgt. Doch die Regeln gibt es in dieser Art und Weise ohnehin nicht, weshalb Goidke nun nicht mit all seinen Spielerinnen trainieren darf.

Das hätte er wahrscheinlich aber sowieso nicht. Denn mehr als 20 Kinder sind nicht erlaubt, selbst abzüglich der beiden 15-Jährigen gibt es immer noch 21 Spielerinnen. Nur wenn tatsächlich nur die Jungjahrgänge trainieren dürfen, käme Flaesheims U15 auf weniger als 20 Spielerinnen.

Doch darüber muss sich die Mannschaft und ihr Trainer nun sowieso keine Gedanken machen. Denn die Flaesheimerinnen werden nicht auf den Platz zurückkehren. „Im Sinne des Teamgedankens trainieren wir nicht“, sagt Carsten Goidke. Das wäre gegenüber den Spielerinnen, die es nicht dürfen, nicht fair, so der Trainer.

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Pascal Albert

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