Kehrtwende in Bayern: Die Saison geht weiter - ein Ex-Halterner ist mittendrin

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Vor wenigen Wochen hat der BFV beschlossen, die Saison jetzt wieder aufzunehmen. Mittendrin ist Ex-TuS-Spieler Tim Oberwahrenbrock, der inmitten der Corona-Krise nach Bayern wechselte.

Haltern

, 28.09.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass Tim Oberwahrenbrock den TuS Haltern am See verlässt, war schon lange klar. Bereits im Juni wurde sein Wechsel in die Bayernliga Süd bekannt gegeben. Doch das Coronavirus machte alles etwas komplizierter. Während sich alle anderen Verbände für einen Saisonabbruch entschieden, wollte der Bayerische Fußball-Verband (BFV) einen anderen Weg gehen und die Saison im Frühjahr 2021 beenden. Nun haben sich die Pläne aber geändert: Der erste Spieltag nach der Corona-Unterbrechung wurde schon gespielt - auch Oberwahrenbrock, der quasi schon für die Regionalliga planen kann, stand wieder auf dem Platz.

Der Restart ist dem FC Pipinsried, Oberwahrenbrocks neuem Verein, gelungen. Mit 4:3 wurde die Spielvereinigung Hankofen geschlagen. Halterns Ex-Keeper hütete das Tor. Zehn Spiele sind es nun noch bis zum Saisonende. Oberwahrenbrock und sein neuer Verein können sich jedoch schon jetzt auf die Regionalliga freuen. 66 Punkte hat der FC, der derzeitige Tabellenzweite, der FC Deisenhofen, hat 22 weniger. Kaum vorstellbar, dass Pipinsried den ersten Platz noch abgibt.

Schon im vergangenen Jahr hätte er in den Süden ziehen können

„Ich hatte auch noch drei, vier Angebote aus der Regionalliga“, erzählt der 30-Jährige. Der FC Pipinsried sei jedoch die beste Möglichkeit für ihn gewesen. „Sie haben sich auch am meisten um mich bemüht“, erklärt er. Für zwei Jahre hat er nun beim Oberligisten unterschrieben. Die vergangenen Monate seien aufgrund der Ungewissheit im Bayerischen Amateurfußball allerdings nicht einfach gewesen. „Es war ein bisschen schwierig, wir wussten nicht, wo es hingeht und wie es weiter geht.“

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Die Stimmung im Verein sei dennoch immer gut gewesen. Seit in Bayern wieder Testspiele erlaubt waren, bestritt Pipinsried auch einige. „Wir haben kein Spiel verloren“, freut sich Tim Oberwahrenbrock. Unter anderem wurde auch gegen zwei Regionalligisten gespielt. Gegen Garching gab es einen 1:0-Erfolg, gegen den VfB Eichstätt ein 2:2-Unentschieden.

Die Vorfreude auf den Restart sei schon seit Wochen groß gewesen, sagt er. Der Verband hatte sich erst vor wenigen Wochen entschieden, die Saison 2019/20 doch schon jetzt weiter zu spielen. Ein paar Vereine hatten sich zuvor bereits beschwert. Schließlich ging der BFV einen völlig anderen Weg als alle anderen Fußballverbände Deutschlands.

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Doch wie kam Oberwahrenbrock überhaupt dazu, aus dem Ruhrgebiet nach Bayern zu gehen? Schon im vergangenen Jahr hätte er berufsbedingt nach München ziehen können, erzählt er. Damals habe es aber auch aus privaten Gründen nicht geklappt. Durch die Corona-Pandemie habe er dann im Frühjahr seinen Job verloren, auch privat gab es Veränderungen. „Dann hab ich gesagt, ich probiere den Schritt einfach mal“, sagt er.

„Das Niveau ist schon ein bisschen höher“

Seit dem 1. Mai arbeitet er nun im Bereich der Lohn- und Finanzbuchhaltung im Süden. Bislang sei „alles super“. Am Anfang, mitten in der Hochphase der Pandemie, sei es noch ein bisschen schwierig gewesen. Vor allem weil die meisten Geschäfte und Gastronomie-Betriebe zwischenzeitlich schließen mussten. Seit er aber beim FC Pipinsried ist und die Corona-Regeln wieder gelockert wurden, laufe es besser. Durch den wiederaufgenommenen Trainingsbetrieb und dem später hinzugekommenen Spielbetrieb, „lernst du immer mehr Leute kennen“.

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Von seiner neuen Mannschaft konnte sich der Torhüter, der vor seinem Engagement beim TuS schon für die Spielvereinigung Erkenschwick, den TSV Marl-Hüls, Westfalia Herne und RW Ahlen gespielt hatte, bereits ein gutes Bild machen. Das Team besitze reichlich Erfahrung, viele Spieler haben schon in der 3. Liga gespielt, einige konnten sich sogar schon in der Zweiten Bundesliga beweisen.

„Das Niveau ist schon ein bisschen höher als das von der Regionalliga-Mannschaft des TuS“, sagt er sogar. In der kommenden Spielzeit werden Tim Oberwahrenbrock und das Team ihre Fähigkeiten dann wohl auch (wieder) in der Regionalliga zeigen können. Es sei denn, das Team schafft noch das Unmögliche und verspielt den gigantischen Vorsprung.

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