Derzeit sind alle Tennishallen leer. Wegen des Lockdowns wurden alle Spiele im November abgesagt. Nachholspiele sind nicht geplant. © Privat
Tennis

Keine Auf- und Absteiger: „Eine faire Saison würde es sowieso nicht geben“

Auch die Wintersaison im Tennis läuft anders als ursprünglich geplant. Überrascht war man beim HTC nicht. Doch nicht alles hat sich durch die Corona-Pandemie beim Halterner TC verändert.

Die Corona-Pandemie hat weiterhin großen Einfluss auf die Sportwelt. Nachdem im Tennis bereits die Meisterschaftssaison im Sommer anders war als in allen Jahren zuvor, wird nun auch die Wintersaison stark beeinflusst. Für Marcus Schriewer, Sportwart des Halterner TC, keine große Überraschung. Doch nicht alles ist in diesem Jahr wegen des Virus anders.

Eigentlich, so lautete der Plan der Verantwortlichen des Westfälischen Tennisverbandes (WTV), sollte im Winter zu einem normalen Saisonmodus zurückgekehrt werden. Der Lockdown im November machte den Plänen allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Zwei Seniorenteams und eine Handvoll Jugendteams wären in diesem Winter für den HTC an den Start gegangen. Im Sommer waren es deutlich mehr, allein bei den Senioren hatten sich 14 Mannschaften angemeldet, von denen aus verschiedenen Gründen am Ende aber nicht alle spielen konnten.

Die Zahl der Mannschaften hat sich durch Corona nicht verändert

Auswirkungen auf die Mannschaftszahl hatte die Pandemie aber nicht, stellt Marcus Schriewers klar. „Das ist vergleichbar mit dem vergangenen Winter.“ In der kalten Jahreszeit sei es normal, dass weniger Teams antreten. Viele Mitglieder würden sich in dieser Zeit eher privat zu Spielen verabreden und nicht in einer Liga antreten.

Logischerweise mussten die Partien im November aufgrund des Lockdowns komplett gestrichen werden. Nachgeholt werden sollen sie aber auch nicht. „Die Saison soll ab dem Zeitpunkt starten, wenn es von der Landesregierung wieder erlaubt ist“, hießt es zuletzt vonseiten des WTV.

„Das finde ich in Ordnung“, sagt Marcus Schriewer. Die November-Spiele müssten nicht zwangsläufig nachgeholt werden. Das wäre womöglich ohnehin nicht ganz so einfach.

Denn während im Sommer auf den eigenen Anlagen gespielt werden kann, werden für den Winter Hallen benötigt. Ob man für die zahlreichen Nachholspiele dann immer freie Hallen finden würde, hält er für fraglich. „Das wäre alles ein bisschen schwieriger“, sagt er.

Schon im Sommer gab es keine Absteiger, aber zumindest Aufsteiger

Die fehlenden Kapazitäten waren letztendlich auch der Grund, warum sich der WTV bereits zu dem Schritt, alle November-Spiele endgültig zu streichen, entschieden hatte. Viele Hallenbetreiber hätten schon signalisiert, keine Alternativtermine anbieten zu können, erklärte Vizepräsident Elmar Schlüter.

Und die ausfallenden Spiele vom Lockdown-Monat sind auch ein Grund, warum sich der Verband dazu entschieden hat, die Saison ohne Auf- und Absteiger zu spielen. Ähnlich war es bereits im Sommer, da gab es jedoch nur keine Absteiger. Vom HTC stiegen sogar zwei Teams auf.

„Eine faire Saison würde es ja sowieso nicht geben“, sagt Marcus Schriewer. Daher habe er auch Verständnis dafür, dass sich der WTV nun zu einem solchen Schritt entschieden hat.

„Da müssen wir erst mal gucken, was im Dezember ist“

Mit Blick auf die derzeitige Situation hätte es kaum eine Chance gegeben, den Spielbetrieb irgendwie normal durchzuführen. Dementsprechend wichtig war es auch, dass nun Klarheit geschaffen wurde.

Ob im kommenden Monat aber überhaupt wieder gespielt werden darf, ist noch ungewiss. „Da müssen wir erst mal gucken, was im Dezember ist“, so Schriewer. Wenn es dann soweit ist und der Spielbetrieb startet, glaubt er, werden die meisten einfach froh sein, überhaupt wieder spielen zu können. Auch ohne die normale Auf- und Abstiegsregelung.

Letztendlich müsse aber natürlich jeder für sich selbst entscheiden, ob er in der jetzigen Situation spielen will oder nicht. Auch das hätte aber auf Dauer für Wettbewerbsverzerrung sorgen können, sagt er. Umso wichtiger, dass die Wintersaison nicht gewertet wird.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert
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