Lara Predki wurde nicht nur als Halterns Sportlerin des Monats Februar, sondern auch als Sportlerin des Jahres 2020 ausgezeichnet. © Blanka Thieme-Dietel
Interview

Lara Predki ist Sportlerin des Jahres: „Ich hatte nicht damit gerechnet“

Lara Predki ist Halterns 19. Sportlerin des Jahres. Im Interview spricht die Leichtathletin über das Jahr 2020, eine typische Trainingswoche und Pläne für die kommenden Monate.

Sie wirkte ein wenig überrascht. Als ihr Name genannt wurde, war Lara Predki (30) anzumerken, dass sie nicht unbedingt damit gerechnet hatte, als Halterns Sportlerin des Jahres 2020 ausgezeichnet zu werden. Im Interview spricht die mittlerweile in Lüneburg lebende Leichtathletin über das vergangene, außergewöhnliche Jahr, kommende Wettkämpfe, ihr Training und ihre Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt.

Ich hatte nicht damit gerechnet. Es ist für mich eine tolle Ehrung für das letzte Jahr, in dem nicht mehr viel möglich war im Sport. Dadurch weiß man dann auch, wofür man all die Kilometer läuft. Ich war auch sehr überrascht, da ich nicht mehr in Haltern wohne und vielleicht hier auch nicht so den Bekanntheitsgrad habe. Dementsprechend freut es mich jetzt umso mehr.

Frau Predki, herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung als Halterns Sportlerin des Jahres 2020. Sie wirkten sehr überrascht.

Unter Applaus holte sich Lara Predki die Auszeichnung für Halterns Sportlerin des Jahres 2020 ab.
Unter Applaus holte sich Lara Predki die Auszeichnung für Halterns Sportlerin des Jahres 2020 ab. © Blanka Thieme-Dietel © Blanka Thieme-Dietel

Sie waren als Sportlerin des Monats Februar nominiert, wenig später legte das Coronavirus die Sportwelt lahm. Wie viele Wettkämpfe haben Sie durch die Pandemie im vergangenen Jahr verpasst?

Durch die Pandemie habe ich komplett auf eine Sommer-Saison verzichtet. Als Corona nach Deutschland kam, war auch für uns Leichtathleten lange Zeit unbestimmt, wann Wettkämpfe überhaupt wieder stattfinden werden.

Wir durften auch fast zwei Monate lang nicht auf die Bahn gehen und haben dadurch viel alternativ trainiert. Wir waren viel auf der Straße und im Wald. Dadurch, dass auch der Deutsche Leichtathletik-Verband relativ unklar kommuniziert hatte, ob überhaupt Deutsche Meisterschaften stattfinden und wie man sich dafür qualifizieren kann, was letztes Jahr eigentlich mein Ziel war, hatte ich für mich beschlossen, dass ich mit dieser Ungewissheit nicht trainieren kann.

Ich brauche ein Ziel vor Augen, ich muss wissen, wofür ich all das auf mich nehme. Dementsprechend hatte ich für mich im Frühjahr beschlossen, dass ich eine längere Saisonpause mache und dann später ins Training einsteige, um mich auf den Winter 20/21 vorzubereiten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich gehofft, dass wir 2021 mit dem Thema Corona bei den Deutschen Meisterschaften durch sind – was im Nachhinein ein wenig naiv war.

Wann waren Sie dann wieder ins Training eingestiegen?

Ich glaube, ich hatte gute drei bis vier Wochen Pause gemacht. Anfang Juli bin ich dann wieder eingestiegen, da habe ich dann viel Grundlagentraining gemacht; also viele lange Läufe, ehe ich dann langsam wieder in die Schnelligkeit übergegangen bin.

Wie sieht so eine normale Trainingswoche bei ihnen aus?

Momentan mache ich etwa zehn Laufeinheiten pro Woche. Das sind zwischen 80 und 100 Wochenkilometer und was nebenher noch dazu kommt, ist zwei bis drei Mal pro Woche Fitnesstraining und eigentlich jeden Abend Dehnen und Rollen, also etwas für die Regeneration. Man kann sagen, ich bin jeden Tag in irgendeiner Weise aktiv.

Lara Predki ging im vergangenen Jahr bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig an den Start.
Lara Predki ging im vergangenen Jahr bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig an den Start. © Torben Flatemersch © Torben Flatemersch

Wie sehen Ihre Pläne für dieses Jahr aus?

Ich hoffe sehr, dass dieses Jahr die Deutschen Meisterschaften stattfinden können, die wären dann in Braunschweig. Ich gehe davon aus, dass es Anfang Juni sein würde. Und momentan gibt es die Perspektive, dass Mitte oder Ende April die ersten Wettkämpfe wieder stattfinden können. Darauf bereite ich mich momentan vor.

Sie wohnen in Lüneburg, sind aber derzeit wieder mal in Haltern. Wie heimatverbunden sind Sie noch?

Ich komme ursprünglich aus Haltern, bin hier geboren und auch zur Schule gegangen. Ich bin immer wieder in Haltern, weil meine Mutter hier noch wohnt. Ich bin so einmal im Monat auf Heimatbesuch.

Momentan bin ich ein bisschen länger hier, weil ich Urlaub habe und den nutze, um hier ein Trainingslager zu machen. Dementsprechend findet man mich hier öfter mal, wenn ich zum Beispiel um den See laufe. Definitiv liegen meine Wurzeln hier und ich würde auch nicht ausschließen, eines Tages vielleicht wieder zurück nach Haltern zu kommen. Mir liegt Haltern sehr am Herzen.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert
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