Florian Glaw spielt seit dem vergangenen Sommer in der Bezirksliga. Vor einigen Jahren war er kurz davor, seine Karriere zu beenden. © Privat

Lavesum statt Karriereende: Jetzt ist er mit 22 Bezirksliga-Stammspieler

„Ich hatte mich schon damit abgefunden, aufzuhören“, sagt Florian Glaw (22). Doch statt seine Karriere früh zu beenden, landete er bei BW Lavesum. Nun spielt er Bezirksliga.

Seine Karriere war fast schon beendet, bevor sie überhaupt richtig beginnen konnte: Nach seiner Zeit in der A-Jugend des TuS Haltern am See hatte Florian Glaw (22) sich dazu entschieden, mit dem Fußballspielen aufzuhören. Einige Jahre später, am 6. September 2020, debütiert er in der Bezirksliga, wo er auf Anhieb Stammspieler wurde. Dass er wieder spielt, hat er vor allem BW Lavesum zu verdanken – und einem Arbeitskollegen.

Fast seine gesamte Jugend spielte Glaw beim TSV Marl-Hüls, ehe er im zweiten A-Jugend-Jahr nach Haltern zum TuS wechselte. Dort wurde er allerdings nicht ganz glücklich.

Es habe einige Differenzen gegeben, zudem begann er auch noch eine Ausbildung. „Ich hatte dann aufgehört, weil ich nicht mehr so viel Zeit hatte“, erzählt er.

Glaw wurde dem VfB Hüls von einem Ex-Halterner empfohlen

Ein halbes Jahr spielte der 22-Jährige gar keinen Fußball mehr, ehe er über Luca Verwold, den er von seiner Ausbildung kannte, bei BW Lavesum landete. Hätte sein Arbeitskollege ihn nicht von einem Wechsel zum B-Ligisten überzeugt, „hätte ich gar nicht mehr gespielt“, sagt er.

Florian Glaw (l.) hatte sich schon darauf eingestellt, mit dem Fußballspielen endgültig aufzuhören.
Florian Glaw (l.) hatte sich schon darauf eingestellt, mit dem Fußballspielen endgültig aufzuhören. Dann kam er durch einen Arbeitskollegen zu BW Lavesum. © Jürgen Patzke (Archiv) © Jürgen Patzke (Archiv)

„Ich hatte mich schon damit abgefunden, aufzuhören“, so Glaw, „aber durch Lavesum bin ich wieder zurück“. Die Rückkehr auf den Fußballplatz war bislang von Erfolg gekrönt. Mittlerweile spielt der Verteidiger nicht mehr in der Kreisliga B, sondern in der Bezirksliga.

Dort spielt er seit Sommer 2020 für den VfB Hüls. Gelandet ist er bei den Marlern vor allem dank der Empfehlung zweier Ex-Trainer. Marek Swiatkowski und Sebastian Ruhe wurden von den VfB-Verantwortlichen nach ihrer Meinung gefragt. „Die hatten mich dann empfohlen“, erzählt Florian Glaw.

Auf Anhieb erkämpfte er sich einen Stammplatz, absolvierte alle sechs Ligapartien des VfB Hüls. „Der Start war eigentlich ganz gut“, sagt er. Die ersten Testspiele seien derweil noch etwas ungewohnt gewesen. „Alles war ein bisschen schneller im Vergleich zur Zeit in Lavesum.“

Direkt Stammspieler – „Gerechnet hatte ich damit erst mal nicht“

Schnell konnte sich Glaw aber an das neue Tempo gewöhnen. Geholfen habe ihm beim Start womöglich auch die Corona-Pause im Frühjahr 2020. „Dadurch haben quasi alle neu angefangen“, erklärt er.

Auch die Tatsache, dass der Bezirksligist einen großen Umbruch vollzogen hatte und ein Großteil der Mannschaft neu zusammengestellt wurde, „hat einiges leichter gemacht“.

Dass er dann direkt einen Stammplatz bekommt, hatte ihn selbst ein wenig überrascht. „Gerechnet hatte ich damit erst mal nicht“, gesteht er. Umso glücklicher war er, direkt regelmäßig zu spielen. Das wird er – wenn er so weiter macht – auch kommende Saison beim VfB Hüls.

Bleiben wird er nämlich auf jeden Fall – auch wenn sein Ex-Trainer Michael Ecker ihn gerne zurück nach Lavesum geholt hätte. „Er hatte mich schon mit traurigen Worten verabschiedet und gesagt, ich soll bloß schnell wieder kommen“, erzählt Florian Glaw.

Glaw kann sich eine Rückkehr zu BW Lavesum durchaus vorstellen

Ecker nannte ihn zuletzt einen „überragenden Fußballer und Menschen“. Worte, die seinen ehemaligen Schützling sehr gefreut haben. Auch in Zukunft, so hatte es der Lavesumer Trainer schon gesagt, werde er wieder versuchen, Glaw von einer Rückkehr zu überzeugen.

Auf taube Ohren wird er dabei aller Voraussicht nach nicht stoßen. „Ich könnte mir das schon vorstellen“, sagt der Spieler. Bald beginne er neben dem Job auch noch ein Studium. „Je nachdem, wie das in Zukunft mit der Zeit ist, weiß ich nicht, ob ich dann noch vier Mal die Woche schaffe“, sagt er.

Denn beim VfB Hüls wird derzeit drei Mal pro Woche trainiert, dazu kommt dann noch das Sonntagsspiel. Bei Lavesum könnte der 22-Jährige Arbeit, Studium und Sport womöglich besser unter einen Hut bekommen.

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Pascal Albert

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