Die erste schwierige Entscheidung hat Daniel Lüger, Torhüter des HSC Haltern-Sythen, bereits getroffen. Eine weitere steht aber noch aus. © Werner Schulte-Lünzum
Handball: Oberliga

Lüger hat eine „enorm schwierige“ Entscheidung getroffen – mit einer Hintertür

Seit acht Jahren steht Daniel Lüger beim HSC Haltern-Sythen im Tor, stieg mit dem Team in die Oberliga auf. Der 32-Jährige musste eine schwierige Entscheidung treffen - nicht die letzte.

Im Zuge seiner Vertragsverlängerung beim HSC Haltern-Sythen hatte Trainer Gerard Siggemann erklärt, dass das Oberliga-Team in der nächsten Saison auf jeden Fall einen neuen Torwart braucht. Ein Umzug sorgt schon länger dafür, dass sich Daniel Lüger Gedanken um seine Zukunft macht. Eine erste Entscheidung ist nun gefallen, eine zweite wichtige steht aber noch aus.

Eine Entscheidung zu treffen, ob er in Zukunft weiter für den HSC Haltern-Sythen spielen wird oder nicht, ist Lüger extrem schwer gefallen. „Das ist enorm schwierig“, gesteht der 32-Jährige. Und es fällt ihm sogar jetzt noch schwer.

Daniel Lüger: „Eine normale Saison wird nicht mehr klappen“

Zwar stehe die Entscheidung, das Oberliga-Team zu verlassen, eigentlich schon, verrät er, aber es gibt noch eine Hintertür, quasi ein selbstgebautes Schlupfloch. Denn Daniel Lüger weiß noch nicht, wie es für ihn weitergeht. Sucht er sich einen neuen Verein oder lässt er sich damit noch länger Zeit?

Falls er erst mal nichts Passendes findet, sei es durchaus möglich, dass er seinen Spielerpass noch in Haltern lässt. „Dann könnte ich aushelfen, wenn mal Not am Mann ist“, erklärt er. „Aber eine ganz normale Saison mit Training und allen Spielen“, so Lüger, „das wird nicht mehr klappen“.

Seine Überlegung, dem Verein aber zumindest als Stand-by-Spieler zu helfen, zeigt, wie sehr Lüger mittlerweile in der Seestadt und beim HSC verwurzelt ist. Seit etwa acht Jahren spielt er für den HSC, die ersten beiden Jahre lebte er noch aufgrund seines Studiums in Dortmund. Es folgten fünf Jahre in Haltern, wo der gebürtige Lüner mit seiner Frau hinzog.

Daniel Lüger wird dem HSC auf jeden Fall als Fan erhalten bleiben

Mittlerweile leben die beiden allerdings wieder in Lünen, was auch ausschlaggebend für Lügers Wechselgedanken, die er schon länger hegt, war. Schon in der vergangenen Saison machte er sich Gedanken über einen Abgang. Denn von Lünen nach Haltern und zurück sind es ein paar Meter.

„Drei bis vier Mal die Woche Training“, sagt der Grundschullehrer, „und wenn mal was gesperrt ist, sind es schnell 50 Minuten im Auto, das ist ziemlich zeitaufwendig“. Doch es war ein Aufwand, den Daniel Lüger auch weiterhin betreiben wollte.

„Die Oberliga macht richtig Spaß und unsere Halle ist immer gut besucht“, sagt er. Das sei auch ausschlaggebend dafür gewesen, dass er es weiter versuchen wollte. Mehr als zwei Spiele kamen in dieser Saison dann aber noch nicht dabei herum. da die Saison unterbrochen werden musste.

„Das ist ziemlich schade“, so der Torhüter. „Man spielt acht Jahre im Verein und jetzt kommt vielleicht kein Spiel mehr dazu.“ Lüger rechnet nicht unbedingt damit, dass die Oberliga-Saison noch mal weitergeht. Ein Abschied unter normalen Bedingungen wird ihm wohl verwehrt bleiben, einer vor ausverkaufter Halle scheint mehr als nur unwahrscheinlich.

Ein derartiger Abschied vor vollen Rängen wird sich aber bestimmt in Zukunft noch nachholen lassen können. Und auch so werde man ihn mit Sicherheit noch häufiger in der Halle sehen, sagt der 32-Jährige. Dann wird er sein Team nur nicht mehr auf dem Feld, sondern von der Tribüne aus anpeitschen.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert
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