Nico Pulver und der TuS Haltern am See spielen in der kommenden Saison in der Oberliga, die mit einem veränderten Modus gespielt wird. © Blanka Thieme-Dietel
Fußball: Oberliga

Oberliga-Reform erhitzt die Gemüter: „Das ist ein bisschen unglücklich“

Die kommende Saison wird für den TuS Haltern eine besondere, denn der Oberliga-Modus wird geändert. Tim Eibold vom TuS hat für die Reform gestimmt, sieht aber einen Punkt dennoch kritisch.

Die Oberliga Westfalen wird in der kommenden Spielzeit in einem neuen Modus ausgetragen. Auf eine Hinrunde folgen eine Auf- und eine Abstiegsrunde. Die Entscheidung für die Liga-Reform wurde vor allem aufgrund der Erfahrungen der vergangenen eineinhalb Jahre mit der Corona-Pandemie getroffen.

Zehn Vereine hatten für eine normale Saison mit Hin- und Rückrunde gestimmt, zehn für den Modus mit Playoffs. Als den Vereinsvertretern jedoch klar wurde, dass ihre Teams im schlimmsten Fall in der Auf- oder Abstiegsrunde nur Auswärtsspiele haben könnten, änderte sich die Stimmung, heißt es von mehreren Seiten.

„Keiner weiß so wirklich, was einen da erwartet“

Der schlimmste Fall, wenngleich er unwahrscheinlich ist, würde am Beispiel des TuS Haltern am See so aussehen: Der TuS trifft in den Playoffs – egal ob in denen um den Aufstieg oder denen um den Klassenerhalt – nur auf die Teams, gegen die er in der Hinrunde in der Stauseekampfbahn gespielt hat.

Das würde bedeuten, dass der TuS in den Playoffs nur noch Auswärtsspiele hätte und die Saison mit nur zehn oder elf Heimspielen beenden würde. Bedeutet: Weniger Einnahmen. Grundsätzlich hat dieses Szenario nun zur Folge, dass die Vereine schlechter planen können.

„Ich glaube, das Thema Heim- und Auswärtsspiele beschäftigt jeden Verein“, sagt Tim Eibold. „Keiner weiß so wirklich, was einen da erwartet – man kann Pech und nur wenige Heimspiele haben, man kann aber auch viele haben.“

Dass sich das am Ende nicht ausgleichen wird, sei von den Verantwortlichen des Verbandes klar kommuniziert worden. „Das ist ein bisschen unglücklich“, sagt Eibold. Dennoch hat auch er für die Reform gestimmt. „Nach der langen Pause ist der Modus der richtige.“

„Am Ende muss auch der Verband den Kopf dafür hinhalten“

Die Vereine hätten ihren Spielern gegenüber eine Pflicht, also eine gewisse Verantwortung. Wenn es dann darum geht, ob ein Team 40 oder doch nur 30 Partien absolviert, „dann bin ich für 30, weil es weniger Aufwand ist“.

Der Leiter Seniorenfußball des TuS glaubt allerdings ohnehin nicht, dass es etwas am Ergebnis geändert hätte, wenn er oder ein anderer Vereinsvertreter anders abgestimmt hätte. „Ich denke, das stand schon von vornherein fest“, sagt er. Letztendlich sei es ohnehin eine Entscheidung des Verbandes und „am Ende muss auch der Verband den Kopf dafür hinhalten und nicht wir“.

Grundsätzlich sei der Modus, wie der FLVW ihn präsentiert hat, in Ordnung und die Vereine müssten sich ohnehin der Entscheidung des Verbandes fügen. Nur die Heim- und Auswärtsspiel-Thematik ist eben vielen ein Dorn im Auge. „Ich hoffe, dass das fair behandelt wird und dass wir unsere Fans bei so vielen Heimspielen wie möglich begrüßen dürfen“, sagt Tim Eibold. Ein Wunsch, den bestimmt auch die anderen Vereinsverantwortlichen haben.

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Pascal Albert

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