Patrick Brinkert (v.) vom TuS Haltern am See hat in dieser Spielzeit den Sprung in die Oberliga geschafft. © Blanka Thieme-Dietel

Ostdorf über „Kopfmensch“ Brinkert: „In dem Alter nicht selbstverständlich“

Patrick Brinkert vom TuS Haltern hat mit 30 Jahren den Sprung in die Oberliga geschafft. Sein Trainer findet viele lobende Worte für den Halterner, sagt aber auch, was sein größtes Problem ist.

Beim TuS Haltern am See haben in dieser Saison viele Spieler ihr Oberliga-Debüt gefeiert. Viele junge Spieler, aber auch einige, die schon das ein oder andere Senioren-Jahr in ihrer Vita stehen haben. Einer von ihnen ist Patrick Brinkert (30), der selbst von der Anzahl seiner Spielminuten in der Oberliga überrascht war und dessen Vertragsverlängerung zuletzt als eine der ersten bekannt gegeben wurde.

„Er hat in allen Bereichen noch mal einen richtigen Schritt nach vorne gemacht“, sagt Timo Ostdorf, Trainer des Oberliga-Teams des TuS Haltern am See, über Brinkerts Entwicklung. „Es ist nicht selbstverständlich, sich in dem Alter ein paar Ligen höher der Herausforderung zu stellen.“

Patrick Brinkert meisterte sie aber mit Bravour, stand in neun von zehn Ligaspielen auf dem Platz und absolvierte dabei 527 Spielminuten (Quelle: Fussball.de). Für den Rechtsfuß hat Timo Ostdorf viel Lob übrig. „Er ist ein richtig geiler Außenspieler, marschiert die Linie rauf und runter, schlägt geile Flanken und ist eine absolute Pferdelunge.“

Patrick Brinkert braucht „eine Position, wo ich viel laufen kann“

Am Läuferischen, sagt Patrick Brinkert, habe es noch nie gehapert. „Ich brauche auch eine Position, wo ich viel laufen kann.“ Die Kilometer, die er in jedem Spiel abspult, brauche er, „sonst habe ich keine Auslastung“.

Patrick Brinkert (M.) vom TuS Haltern am See stand in dieser Saison in der Oberliga Westfalen neun Mal auf dem Platz.
Patrick Brinkert (M.) vom TuS Haltern am See stand in dieser Saison in der Oberliga Westfalen neun Mal auf dem Platz. © Jürgen Patzke © Jürgen Patzke

Zwei, drei Mal die Woche gehe er auch aktuell noch laufen. „Ohne das würde ich die aktuelle Zeit nicht überleben“, sagt er, „ich bin schon immer ein Typ gewesen, der gerne läuft“. Wenn es nicht gerade aufgrund eines Lockdowns nicht möglich ist, gehe er auch regelmäßig ins Fitnessstudio.

„Dadurch habe ich auch eine gewisse Masse“, sagt er, was ihm beim Sprung in die Oberliga geholfen hat. Für viele ist der Wechsel in eine höhere Liga verbunden mit der Erkenntnis, dass man sich der körperlichen Härte noch anpassen muss. Das Problem hatte Brinkert eher nicht.

Was zum einen an seinem regelmäßigen Training liege und zum anderen auch daran, „dass ich mit meinen 1,94 Meter auch einer der Größten im Team bin“. Körperlich sei er aktuell in guter Form. „Ich fühle mich auf dem Level eines 24-Jährigen“, sagt er.

Brinkert weiß, er „sollte eigentlich als Vorbild vorangehen“

Probleme habe ihm hingegen das Tempo in der Oberliga bereitet, „dieses schnelle Denken auf dem Platz“, wie er sagt. Er müsse noch daran arbeiten, handlungsschneller zu werden, so Patrick Brinkert. „Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben.“ Nachholbedarf sieht sein Trainer derweil auch noch in einem ganz anderen Bereich.

„Sein größtes Problem ist sein Kopf“, sagt Timo Ostdorf. Manchmal habe Brinkert Probleme mit seinem Selbstbewusstsein. „Wenn mal was daneben geht, geht schnell der Kopf runter“, so der Trainer. „Das muss ich leider so bestätigen“, gesteht auch der 30-Jährige.

Sich selbst bezeichnet Brinkert als Perfektionisten, „wenn es dann bei mir nicht läuft, hab ich schnell mal keinen Bock mehr“, sagt er. Wenn die ersten Pässe oder Schüsse nicht da landen, wo sie eigentlich sollten, hadere er meist sehr mit sich.

„Das ist vielleicht nicht der richtige Weg“, weiß auch der Halterner Spieler, „ich sollte eigentlich als Vorbild vorangehen, aber ich bin eben ein Kopfmensch“. Er habe aber bereits daran gearbeitet und sich auch in diesem Bereich verbessert, sagt Timo Ostdorf. „Man reift ja auch mit der Zeit und lernt“, so Patrick Brinkert.

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Pascal Albert

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