Saisonauftakt: Farin Megger fiebert dem nächsten Rennen entgegen

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Nach den vielen Wochen der Corona-Pause reist Halterns Kartpilot Farin Megger zum international ausgeschriebenen Rennen der Belgisch-Niederländisch-Luxemburgischen Kick-Off Meisterschaft.

Haltern

, 28.06.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Endlich können wir wieder Rennen fahren“, freut sich der junge Halterner Kartpilot Farin Megger. Für den ersehnten Saisonseinstieg nach den quälenden Wochen im Lockdown, hat er sich ein international ausgeschriebenes Rennen der Belgisch-Niederländisch-Luxemburgischen Kick-Off Meisterschaft (BNL) auf der Kartbahn „Karting Genk Home of Champions“ ausgesucht.

Im belgischen Genk will er vom 3. bis 5. Juli mit seinem Team „Kartschmie.de“ die Erfahrungen der letzten sechs harten Trainingswochen am liebsten in einen Sieg umsetzen. Intensiv darauf vorbereitet hat er sich dafür auf den deutschen Kartbahnen in Mülsen, Oppenrod, Kerpen und zuletzt im „Pro Kart Raceland“ von Wackersdorf.

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Grundlage für mögliche Rennsiege sind neben körperlicher und geistiger Fitness, der Speed und vor allem die richtige Renntaktik, denn im Kartsport ist im Gegensatz zur Formel 1 der Funkverkehr mit der Box verboten. Dadurch ist der Fahrer gezwungen alle Entscheidungen während der Rennen alleine zu treffen.

Taktische Finessen bietet der Sport zu Hauf, so werden wichtige „Basefacts“ wie zum Beispiel die Wetterprognosen, die Reifenwahl oder auch die Anzahl und Qualitäten der Fahrer im Feld vorab schon im gemeinsamen Team-Meeting besprochen.

In den Windschatten der Gegner

Ein weiteres entscheidendes Element während der Rennen ist aber das Windschattenfahren. Wer das richtig beherrscht, kann so, speziell auf den langen Geraden, schnell 4-5 km/h mehr an Topspeed generieren und so seinen Gegnern davonfahren. Das Schwierige daran ist allerdings die Kunst, sich so unauffällig wie möglich in den Windschatten der Gegner hineinzufahren.

Dabei ist es von entscheidender Bedeutung immer genau den richtigen Zeitpunkt für das Eintauchen in den Windschatten zu treffen, um so auch wirklich alle möglichen Vorteile daraus zu ziehen. Allerdings lässt das kein Kartfahrer gerne mit sich machen, und da kann es schon mal eng werden, wenn der Vordermann plötzlich verzögert, oder im allerletzten Moment aus einem dichten Pulk heraus in die Box fährt.

Diese Fahrweise übte Megger in Wackersdorf akribisch mit den Teamkollegen bis man damit auch die Zeiten spürbar verbessern konnte. Megger: „Das war fast wie im echten Qualifying. Eine gute Übung.“

Ein weiterer Faktor ist die so genannte Ideallinie, also die schnellst mögliche Strecke zwischen Start und Ziel auf einer Runde. Auch hier lässt sich richtig viel Zeit sparen, aber jeder Fahrer legt sich seine persönliche Ideallinie nach eigenen Erfahrungen fest. Um diese möglichst optimal zu erkennen, bekamen die Fahrer im Team alle eine Actioncam auf die Karts montiert, deren Optik sowohl Lenkrad, Hände, Füße und auch den Vordermann erfasste. Damit mussten alle konstant auf ihrer eigenen, angenommenen Ideallinie fahren.

Linienwahl und Topspeed

Nach dem Turn wurden die Videos übereinander gelegt, und in der gemeinsamen Teamanalyse wurde dann die effektivste Streckenführung besprochen. Mit dem „Laptimer“ werden wichtige Daten wie Brems- und Beschleunigungswerte, Drehzahlbänder und Fahrverhalten erfasst. Linienwahl und Topspeed werden mittels GPS überwacht und so es ist möglich zeitgenau Meggers Daten und Videos mit seinen gefahrenen Runden zu verbinden. Damit wird mögliches Verbesserungspotenzial visuell direkt erkennbar und kann in der Analyse zu einer theoretisch perfekten Runde verarbeitet werden, die es danach auf der Strecke um zusetzten gilt. „Es ist auch wichtig, sich in den ersten Runden nicht auf Infights einzulassen, denn ein taktisch gutes Rennen wird erst am Ende entschieden.“

Im letzten Trainingsegment standen die Überholpunkte im Vordergrund. Die sollen die Fahrer schon bei der Streckenbegehung erkennen, und sich danach im Training genau einprägen. Es gilt einen Überholvorgang taktisch so vor zu bereiten dass es dabei keinen Zeitverlust gibt, und vor allem keine direkten Gegenmanöver mehr möglich sind. Teamchef Frank Hansen spricht dabei auch von Rennintelligenz und sagt: „Die Ideallinie wird nur zum Überholen verlassen. Wer ansetzt muss auch überholen.“

Megger jedenfalls fiebert dem ersten geplanten Rennstart in dieser Saison entgegen und ist überzeigt: „Wir sind gut vorbereitet.“

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