So soll die Stauseekampfbahn des TuS Haltern für die Regionalliga fit werden

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Das Großprojekt eines neuen Stadions ist für den TuS Haltern vom Tisch. Stattdessen stellt Christoph Metzelder bereits neue Pläne vor. 160.000 Euro werden aktuell einkalkuliert.

Haltern

, 22.03.2019, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Halterner Lokalpolitik hat sich gegen einen Kindergarten an der Stauseekampfbahn entschieden, damit sei das Projekt des Stadionbaus „gestorben“, wie der TuS-Vorsitzende Christoph Metzelder sagte. Im Sportausschuss am Donnerstagabend (21. März) erklärte der Ex-Profi, wie die Pläne jetzt aussehen.

„Die aktuelle Stauseekampfbahn ist schon in der Oberliga ein limitierender Faktor“, erklärte Metzelder den Politikern: „Für die Regionalliga würden wir so aber keine Lizenz bekommen.“ Bis zum 1. April muss der Verein diese Lizenz mit den nötigen Unterlagen beantragen. Stück für Stück habe man in den vergangenen Monaten anerkennen müssen, dass das angedachte Stadionprojekt nicht möglich ist. Doch: „Wir sind weiterhin interessiert daran, gemeinsam mit der Stadt die Stauseekampfbahn weiterzuentwickeln.“

Risikospiele müssten zunächst woanders stattfinden

Für den 1. April und die kommende Saison sind die Planungen zu kurzfristig. Sollte der Verein bereits in diesem Sommer den sportlichen Aufstieg schaffen, müsste man zumindest für die sogenannten Risikospiele mit namhaften Gegnern eine Ausweichspielstätte finden. „Das Ziel ist aber, die Nicht-Risikospiele weiter in Haltern auszutragen“, sagt TuS-Sprecher Daniel Winkelkotte.

Um die Stauseekampfbahn regionalligatauglich zu machen, plant Christoph Metzelder drei Ansatzpunkte: Kurzfristig soll eine Überdachung am Kunstrasenplatz entstehen, der hauptsächlich für Jugendspiele, aber auch als Ausweichplatz für die Herren-Mannschaften dient.

Bei Regen bildet sich in der Stauseekampfbahn meist eine Pfütze.

Bei Regen bildet sich in der Stauseekampfbahn meist eine Pfütze. © Jürgen Patzke

Am Naturrasenplatz braucht man eine kleine überdachte Sitzplatztribüne, um den Regionalliga-Statuten gerecht zu werden. „Das wäre, glaube ich, auch bedarfsgerecht für die Liga, in der wir uns schon befinden“, so Metzelder. 100 Plätze sind nach einem möglichen Aufstieg vorgeschrieben. Zusätzlich muss ein abgetrennter Gästebereich her. An die Politiker richtete er: „Bitte überlegen Sie, was wir da tun können.“

Nach Gesprächen mit Vereinen, die ähnliche Umbauten zuletzt erledigt haben, rechnet Metzelder mit Kosten von rund 100.000 Euro für einen Gästebereich und 60.000 Euro für die überdachte Tribüne. „Im besten Fall wäre das bis April 2020 verwirklicht“, sagte der Vize-Weltmeister von 2002: „Wir reden über eine öffentliche Bezuschussung.“ Eventuell könne man auch Mittel aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätten“ des Landes NRW bekommen, das in diesem Sommer in die Wege geleitet werden soll.

„Wir wollen den TuS nicht im Stich lassen“

„Wir wollen den TuS nicht im Stich lassen“, erklärte Bürgermeister Bodo Klimpel und sagte mit Blick auf die Sparpflicht der Stadtverwaltung im Rahmen des Stärkungspaktes: „Den Pfiffigen gehört die Zukunft.“ Klimpel sei durchaus bereit, mit Metzelder zur Staatskanzlei nach Düsseldorf zu fahren und sich für das Projekt einzusetzen.

Die Politik stehe dem Vorhaben ausgesprochen wohlwollend gegenüber. „Es hätte uns allen sehr gut gefallen, wenn Ihr großes Konzept aufgegangen wäre“, sagte auch die Ausschussvorsitzende Angela Berkel: „Aber das Geld ist halt der ausführende Faktor.“

Der Sportausschuss hat dem Bau eines Kunstrasenplatzes für den SV Lippramsdorf zugestimmt. Städtische Gelder von 325.000 Euro werden dafür eingeplant, der Verein übernimmt selbst 30.000 Euro und zusätzlich die Pflege des Naturrasenplatzes, was eine Ersparnis von 7000 Euro pro Jahr für die Stadt ausmacht. Die Grünen stimmten gegen das Projekt: „Mit der Hoffnung auf Landesmittel sollten wir das nächste Jahr abwarten“, sagte Magdalene Meier. Außerdem kritisierte sie das Plastik in Kunstrasenplätzen, das in die Umwelt gelangen könnte. Die Stadtverwaltung könne über die Landesmittel nicht entscheiden, der SV Lippramsdorf warte schon mehr als zehn Jahre auf den Kunstrasenplatz, daher wolle man das Projekt jetzt schon umsetzen, erklärten Kämmerer Dirk Meussen und Bürgermeister Bodo Klimpel.
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