Tennisbezirk meldet Boom – den sieht der Halterner TC nicht

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Der Tennisbezirk Münsterland freut sich über fast 1000 Mannschaftsmeldungen für die kommende Sommersaison. Er spricht von einem „Boom“. Doch den kann der Halterner TC nicht erkennen.

von Niklas Berkel

Haltern

, 10.02.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Tennisbezirk Münsterland meldet: „Tennis boomt im Münsterland: Fast 1.000 Mannschaftsmeldungen bei den Erwachsenen.“ Einen Boom kann der Vorsitzende des Halterner Tennisclubs Martin Hüls aber nicht erkennen. Steigende Mitgliedzahlen kann er ebenfalls nicht verkünden. Hüls sieht andere Gründe für die Entwicklung.

969 Mannschaften haben für die kommende Tennis-Sommersaison im Erwachsenenbereich gemeldet. Das sind 35 Teams mehr im Vergleich zur vergangenen Sommersaison. „Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung ist die Meldung von 36 zusätzlichen Teams auf Kreisebene, 22 bei den Damen und 14 bei den Herren“, schreibt der Tennisbezirks Münsterland in einer Pressemitteilung. Doch wo liegen die ausschlaggebenden Gründe für diese Entwicklung?

„Kann ich nicht bestätigen“

„Dass wir mehr Mitglieder bekommen haben, kann ich nicht bestätigen“, sagt Martin Hüls, Vorsitzender des Halterner TC. Die Halterner hätten auch nicht mehr Mannschaften gemeldet als vergangene Saison. „Die Stimmung bei den anderen Vereinen ist ebenfalls nicht so, dass da jetzt großer Zuwachs wäre“, sagt Hüls. Von einem Boom könne also nicht die Rede sein. Die Gründe für die steigenden Mannschaftszahlen seien andere – und „hausgemacht“.

„Bis einschließlich zur Münsterlandliga ist es den Tennisvereinen nun erlaubt, Vierer- anstatt Sechserteams zu melden“, sagt Hüls. „Das könnte ein Grund für die steigenden Mannschaftszahlen sein.“ Für eine Mannschaft mit sechs Spielern brauche es mindestens acht, neun Spieler. Für eine Vierermannschaft seien es nur noch mindestens fünf Spieler, erklärt der Vorsitzende. Und wo Spieler frei werden, können demenstsprechend neue Teams gebildet werden.

Doppelspielrecht wird eingeführt - HTC profitiert direkt

„Ein weiterer Grund könnte sein, dass es nun erlaubt ist, einerseits im Verein selber in zwei unterschiedlichen Teams voll zu spielen, und andererseits auch ein Doppelspielrecht eingeführt wurde“, sagt Hüls. So kann in einem Beispiel erklärt ein Spieler des HTC nicht nur für die Herren 50 in dem Verein aufschlagen, sondern kann, wenn er Zeit hat, auch die Herren 40 unterstützen. Das war vorher nur in eingeschränktem Maße möglich. Dazu ermöglicht das Doppelspielrecht auch Spielern anderer Vereine, in einem Zweitverein aufzuschlagen. „Ein Spieler aus Lippramsdorf möchte das jetzt bei uns so machen“, sagt der Vorsitzende. „Das macht alles einfacher.“

Regelung besteht schon länger

Cord Witkowski, Pressereferent vom Tennisbezirk Münsterland, sagte allerdings auf Nachfrage: „Die Regelung, Vierer- anstatt Sechsermannschaften melden zu können, besteht bereits seit geraumer Zeit.“ Es scheint, als wäre sie noch nicht zu allen durchgedrungen. Dass die steigenden Mannschaftsmeldungen dafür aber mit den zwei von Hüls genannten Neuerungen zusammenhängen könnten, sagt auch er.

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