Timo Berg erzielt erstmals einen Hattrick und äußert große Bedenken

hzFußball: Bezirksliga

Für Lippramsdorfs Timo Berg war der Dreierpack gegen die SpVgg. Erle eine Premiere. Dass sein Team aber überhaupt schon wieder spielen musste, findet der LSV-Spieler durchaus fraglich.

Lippramsdorf

, 21.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn es zweistellig geworden wäre“, sagt Timo Berg, Spieler des SV Lippramsdorf, über den Gegner vom vergangenen Sonntag, die SpVgg. Erle. Drei Tore erzielte Berg beim 6:0 seiner Mannschaft. Vor dem Spiel hatte er jedoch ein etwas mulmiges Gefühl.

Der Gegner sei letztendlich einfach nicht gut gewesen, erzählt Berg, der die ersten beiden sowie das vierte LSV-Tor erzielte. „Wir haben vorne gut gepresst“, erklärt er. Bei den ersten Treffern gewann er früh den Ball und „dann konnte ich 30 Meter auf den Torwart zuspazieren“.

Im Gegensatz zu anderen Spielen gelang es seiner Mannschaft diesmal auch, die Führung nicht wieder herzugeben. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hätten die Gastgeber noch mal Druck gemacht, „doch dann konnten wir ihnen mit dem 4:0 den letzten Mut nehmen“. Spätestens da sei das Spiel entschieden gewesen.

Timo Berg befürchtet Probleme mit so manchem Arbeitgeber

Zuvor war Timo Berg noch nie ein Hattrick im Senioren-Bereich gelungen. Der Lippramsdorfer geht nun schon in seine sechste Saison für den LSV. Doch für ihn ist es derzeit - genauso wie für alle anderen auch - eine außergewöhnliche Situation.

Vor eineinhalb Wochen musste sein Verein aufgrund eines Corona-Falls in der Seniorenabteilung die Spiele am 11. Oktober absagen. Die Spieler mussten in Quarantäne und sich testen lassen. Für Berg, der im Homeoffice arbeiten kann, kein großes Problem.

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„Für mich war das nicht so dramatisch“, sagt er. Doch es gebe eben auch Mitspieler, die nicht von den eigenen vier Wänden aus arbeiten könnten. „Das ist natürlich nicht so gerne gesehen, wenn man wegen seines Hobbys in Quarantäne muss“, erklärt er seine allgemeinen Bedenken.

Ein Mal, so glaubt er, könne das noch gehen, aber spätestens beim zweiten Mal müsse dann auch mal hinterfragt werden, ob der Sport wirklich so wichtig ist. Beim SV Lippramsdorf war letztendlich kein weiterer Spieler positiv, weshalb dem Spiel gegen Erle nichts mehr im Weg stand.

Lippramsdorf konnte nur einmal vor dem Spiel gegen Erle trainieren

Dass sie keine 14 Tage nach der Infektion des Spielers schon wieder spielen mussten, halte er für fragwürdig. „Im Worst Case wäre danach ein weiterer Spieler oder Gegenspieler positiv getestet worden“, so Berg. Dann wäre alles wieder von vorne losgegangen - und die Rücksicht manches Arbeitgebers vielleicht nicht mehr so groß gewesen.

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„Am Sonntag bin ich auch mit keinem guten Gefühl zum Spiel gefahren“, gesteht er. Lippramsdorf konnte nur ein einziges Mal trainieren. „Das ist dann irgendwo auch Wettbewerbsverzerrung“, sagt er.

Seinem Team konnte zwar trotzdem deutlich gewinnen, doch generell könnte es schwierig werden, wenn immer wieder Mannschaften lange nicht trainieren können und dann direkt wieder spielen sollen.

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