Topf überzeichnet: Wünsche der Vereine übersteigen vorhandene Mittel deutlich

hz„Moderne Sportstätten 2022“

Wenn über 500 000 Euro unbürokratisch verteilt werden können, greift natürlich jeder gerne zu. Wohl auch deshalb ist das Interesse am Programm „Moderne Sportstätte 2022“ in Haltern groß.

Haltern

, 07.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn über 500 000 Euro aus einem Füllhorn regnen und diese auch noch unbürokratisch verteilt werden sollen, greift natürlich jeder gerne zu. Wohl auch deshalb kann sich der Stadtsportverband Haltern (SSV) nicht über mangelndes Interesse an dem Programm „Moderne Sportstätte 2022“ beklagen.

Das rund 300 Millionen Euro „schwere“ Paket hat die NRW-Landesregierung geschnürt, um Sportvereine beim Modernisieren ihrer Anlagen zu unterstützen. Genau 515.015 Euro davon sollen nach Haltern am See fließen. Interessierte Vereine können sich über ein Förderportal des Landessportbundes bewerben. Die Halterner Vereine waren schon fleißig. „So fleißig, dass der Topf schon jetzt deutlich überzeichnet ist“, sagt Hans-Peter Klauke, Vorsitzender des SSV, auf Anfrage unserer Redaktion.

Eigentümer ihrer Sportstätte

Vereine, die Geld wollen, müssen dem Stadtsportverband oder einem Fachverband des Landessportbundes angehören, langfristige Miet- oder Pachtverträge für ihre Sportanlage abgeschlossen haben und die Anlage so in Eigenregie führen, dass sie die Hoheit über sie haben. Berechtigt sind also vor allem Klubs, die Eigentümer ihrer Sportstätte sind.

Vereine, die auf städtischen Anlagen aktiv sind, können keine Anträge stellen. Sie gehen leer aus. „Mit den Mitteln sollen unter anderem Investitionen in die Modernisierung, Sanierung und Ausstattung von Sportstätten gefördert werden“, erklärt Klauke. „Unsere Aufgabe ist es, die Wünsche der örtlichen Klubs einzusammeln und sie in einer Prioritätenliste zu ordnen.“ Diese Liste gehe an die NRW-Staatskanzlei. Über die NRW-Bank sollen die Vereine später dann eine Auszahlung beantragen können.

Bis Ende Januar, so Klauke, sollten die Halterner Interessenten ihre Begehren als „Voranträge“ einreichen. „Die eingereichten Anträge übersteigen die zur Verfügung stehende Summe jedoch jetzt schon deutlich.“ Deshalb gelte es nun, im Austausch mit den Vereinen einvernehmliche Lösungen zu finden. Klauke: „Sollte das nicht gelingen, müssen wir im Sinne der Gleichberechtigung Kriterien festlegen.“

In der kommenden Woche will man beim Stadtsportverband zunächst intern über die weitere Vorgehensweise diskutieren. In absehbarer Zeit soll dann auch ein Austausch mit den Vereinen stattfinden. „Das Programm soll nicht wenige Klubs mit sehr großen Summen bedenken, sondern in die Breite streuen und möglichst viele Vereine erreichen“, erläutert Klauke.

Auf einen Zuschuss angewiesen

Ein Verein, der sein Interesse bereits sehr frühzeitig, nämlich schon im Oktober, bekundet hat, ist der Tanzsportclub Haltern. Der Verein hat aktuell rund 250 aktive Mitglieder, deutlich mehr als die Hälfte davon sind Jugendliche.

Zum 1. Juli 2019 hat der Verein eine rund 800 Quadratmeter große Halle auf der Straße „Schultenbusch“ angemietet. „Die Rahmenbedingungen dort sind bestens“, sagt Horst Westermann, stellv. Vorsitzender des TSC. Endlich hätten die Sportler dort auch eine Tanzfläche für den Jazz Dance Bereich, die den offiziellen Turnierrichtlinien entspricht.

Einige wichtige Renovierungsmaßnahmen, zum Beispiel in den Umkleideräumen, seien allerdings zwingend erforderlich. „Es fehlen uns auch noch Trennwände, ein neuer Bodenbelag und eine Beschallungsanlage“, so Westermann. Der Verein hat daher einen entsprechenden Antrag über das LSB-Förderportal gestellt. „Wir sind als Verein auf einen Zuschuss angewiesen, sonst können wir das nicht bewerkstelligen“, so Westermann. „Es ist gut, dass nun Schwung in die Sache kommt, damit die Vereine ihre Planungen weiter vorantreiben können.“

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