Trainer Dennis Schulz verfolgt mit dem TuS Sythen ein klares Ziel

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Erstmals in der Vereinsgeschichte treten die Fußballer vom TuS Sythen nach dem Aufstieg künftig in der Kreisliga A an. Trainer Dennis Schulz spricht im Interview über seine Ziele.

Sythen

, 22.06.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Weil Spielertrainer Manuel Andrick zum Landesligisten BSV Roxel wechselt, wird der bisherige Co-Trainer Dennis Schulz künftig beim TuS Sythen an der Seitenlinie das Kommando führen.

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Der 33-Jährige Familienvater ist Inhaber der B-Lizenz und konnte in den vergangenen Jahren schon durch Trainertätigkeiten beim TuS Haltern und ETuS Haltern erste Erfahrungswerte als Übungsleiter sammeln. Nun rückt er erstmals in die erste Reihe. Wie er das Potenzial seiner Mannschaft einstuft und warum er in der Kreisliga A mit deutlich mehr Gegenwehr der Gegner rechnet, verrät er im exklusiven Interview.

Dennis Schulz rückt beim TuS Sythen in die erste Reihe.

Dennis Schulz rückt beim TuS Sythen in die erste Reihe. © Manfred_Rimkus

? Dennis Schulz, seit Monaten ruht der Ball. Wie sehr fiebern Sie schon jetzt dem Start der neuen Saison entgegen?

Klar, freuen wir uns alle auf die neue Saison. Wir hoffen sehr, dass es im September endlich wieder losgehen kann. Die Jungs sind alle heiß. Wir warten nahezu täglich darauf, dass der Verband einen Rahmenterminplan bekanntgibt. Erst danach können wir in die konkreten Planungen einsteigen.

? Wie schwer fiel es Ihnen, in den vergangenen Wochen auf das geliebte Hobby zu verzichten?

Es war schon komisch. Keine Trainingseinheiten, keine Spiele. Da fehlt einem etwas, weil der Fußball ja sonst ein fester Bestandteil im gewohnten Wochenkalender ist. Schön war, dass ich zuletzt etwas mehr Zeit der Familie widmen konnte. Jetzt will man aber auch endlich mal wieder auf dem Platz stehen und mit den Jungs die Kugel laufen lassen.

? Die erste Trainingseinheit nach der Corona-Pause ist am Dienstagabend geplant...

Richtig. Die Vorfreude darauf ist bei allen sehr groß. Schon seit Wochen fragen mich die Jungs, wann es endlich wieder losgeht. Wir wollten kein unnötiges Risiko eingehen und haben daher etwas abgewartet. Nun, wo im Freien der Kontaktsport in Gruppen mit bis zu 30 Personen wieder erlaubt ist, wollen wir uns einmal pro Woche zum gemeinsamen Training treffen - unter Einhaltung aller Auflagen natürlich.

? Das Training wird aber vermutlich anders aussehen als sonst, oder?

Es geht aktuell sicher weniger um Inhalte, sondern vielmehr darum, wieder ein Gefühl für den Ball zu bekommen. Ihre Laufschuhe können die Jungs erstmal zuhause lassen. Wir werden leichte Übungen und Spielformen machen, wollen auch das Verletzungsrisiko so gering wie möglich halten. In die richtige Vorbereitung werden wir erst rund sechs Wochen vor dem Saisonstart einsteigen. Aber da weiß ja aktuell noch niemand, wann das sein wird. Da müssen wir uns wohl noch ein wenig gedulden.

? Hat die Mannschaft den Aufstieg in die Kreisliga A eigentlich schon gefeiert?

Nicht so richtig. Wir haben uns mal in einer Videokonferenz zusammengeschaltet und gemeinsam auf den Aufstieg angestoßen. Mehr war ja leider nicht möglich. Ich denke, dass der Verein eine Feier nachholen wird, wenn es wieder erlaubt ist und auch Sinn macht. Dann werden wir auch unseren bisherigen Spielertrainer Manuel Andrick würdevoll verabschieden. Er hat entscheidenden Anteil am Erfolg in dieser Saison gehabt.

? Haben Sie noch Kontakt zu ihm?

Klar. Manuel und ich sind gute Freunde, tauschen uns regelmäßig aus. Es wird nicht leicht, seinen Weggang zu kompensieren. Menschlich wie sportlich ist das ein herber Verlust. Aber an Herausforderungen können wir wachsen. Ich sehe jedenfalls großes Potenzial in unserer Mannschaft und möchte die Jungs weiterentwickeln.

? Nach vielen Jahren in der B-Liga, müssen sie künftig in der Kreisliga A bestehen. Mit welchem Saisonziel gehen Sie das „Abenteuer“ an?

Als Aufsteiger ist das Ziel klar. Wir wollen den Klassenerhalt schaffen. Das wird keine leichte Aufgabe. Die Gegner werden uns deutlich mehr abverlangen als bisher. Vielleicht wird man auch mal eine Klatsche kassieren, wenn man einen schlechten Tag erwischt. Das wird eine Umstellung, weil der Sprung schon enorm ist. Ich kann aber versprechen, dass wir sicher kein Fallobst sein werden. Wir haben Qualität im Kader. Als größtes Dorf in Haltern wollen wir uns nach Möglichkeit auch dauerhaft in der A-Liga etablieren.

? Wie gestaltet sich aktuell die Kaderplanung?

Wir haben schon ein paar Gespräche geführt, aber bislang können wir noch nichts verkünden. Insbesondere in der Defensive wollen wir uns noch verstärken und breiter aufstellen. Dabei legen wir Wert darauf, dass es nicht nur sportlich, sondern auch menschlich passt. Im Juli wird da sicher noch etwas Bewegung in die Kaderplanung kommen. Als Abgang steht bislang nur Marco Masannek fest, der künftig als Co-Trainer beim SV Hullern agieren möchte.

? Ist die Suche nach einem neuen Co-Trainer denn schon abgeschlossen?

Nein. Bislang haben wir den Posten des Co-Trainers noch nicht besetzen können. Wir setzen uns da aber auch nicht unter Druck. Es muss passen. Das ist klar. Eine Konstellation wie zuletzt mit Manuel wäre optimal, aber das ist auch nicht so einfach, das hinzukriegen.

? Sie sind auch selbst ein guter Fußballer. Werden wir den Trainer Dennis Schulz eigentlich noch auf dem Platz sehen?

Nur im Notfall. Es ist so geplant, dass ich mich auf den Job als Trainer konzentrieren werden. Sollte wirklich mal der Baum brennen, würde ich natürlich einspringen und die Schuhe wieder schnüren. Ich hoffe aber, dass das nicht der Fall sein wird und wir vom Verletzungspech verschont bleiben. Ich bin ja schließlich auch nicht mehr der Jüngste (lacht).

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