Stand-Up-Paddling erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Andreas Kegl erklärt, wo die Trendsportart in Haltern gut ausgeübt werden kann. © Horst Lehr
Stand-Up-Paddling

Trendsportart Stand-Up-Paddling: Hier ist es in Haltern möglich

Stand-Up-Paddling ist auf dem Halterner und auf dem Hullerner Stausee verboten. Doch die Seestadt bietet Alternativen - sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Paddler.

Stand-Up-Paddling (SUP) erfreut sich als neue Trendsportart mittlerweile immer größerer Beliebtheit. Es ist relativ schnell zu erlernen und kann sowohl auf stehenden Gewässern als auch auf Flüssen, Kanälen und sogar auf dem Meer ausgeübt werden.

Diese Entwicklung will auch der, am Kanal in Haltern beheimatete, Kanu-Club Hamm-Marl mittragen. Dafür wurden 2019 zwei aufblasbare Verano Tourenboards angeschafft, die auch für schnelleres Paddeln ausgelegt sind und sich besonders für längere Paddeltouren eignen.

„Kinder und Jugendliche lernen das fast intuitiv, aber auch Erwachsene stehen meist schon nach ein bis zwei Stunden sicher auf dem Board und können dabei von Beginn an eine gesundheitsförderliche Bewegungsart erlernen“, so Andreas Kegl, Fahrtenleiter des Vereins.

SUP ist eine gelenkschonende Sportart bei der fast alle Muskelgruppen beansprucht, Herz und Kreislauf angeregt und der für den Menschen wichtige Gleichgewichtssinn geschult werden.

Die passende Location dafür ist in der Sportstadt Haltern schnell gefunden, allerdings verbietet die neue Gemeingebrauchsverordnung der Bezirksregierung Münster SUP auf dem Halterner und Hullerner Stausee seit diesem Jahr.

Gute Alternativen zu den Halterner Stauseen

Doch mit dem Wesel-Datteln-Kanal, der Lippe und einem speziell dafür ausgewiesenen Bereich auf dem Silbersee II finden die Wassersportler ausgezeichnete Alternativen.

„Der Silbersee und der Kanal eignen sich als stehende Gewässer wohl am besten zum lernen“, erklärt Kegl. Doch speziell am Kanal warnt er vor Gefahren durch die Schifffahrt und rät dazu, zehn Meter Sicherheitsabstand zu halten.

Berufsschiffe haben grundsätzlich Vorfahrt und sorgen durch starken Wellengang für Instabilität auf dem Board. Zusätzlich sind auch die Spundwände an den Kanalufern zu beachten. Sie erschweren nicht nur den Ein- und Ausstieg sondern reflektieren und verstärken dadurch sogar noch die Wellen. Der Schleusenbereich ist grundsätzlich zu meiden. Dort entstehen durch den ständigen Wasserablauf stärkere Wellen, Querströmungen und Strudel.

Wer das beachtet kann auf dem Kanal wunderbare Touren planen und dabei sogar die Lippe mit einbeziehen. Dabei helfen die oft dicht zusammenliegenden Ein- und Ausstiegsstellen zum Umsetzen auf beiden Gewässern.

Für fortgeschrittene Paddler bietet die Lippe eine interessante Strecke

Auf der Lippe gilt: „Es darf nur in Strömungsrichtung gefahren werden“, schildert Kegl, “das macht es natürlich auch etwas einfacher, denn man kommt schneller voran“.

Hier finden die Paddler einen abwechslungsreichen, oft noch naturbelassenen Flussverlauf, der immer wieder mit besonderen Einblicken in Flora und Fauna überrascht.

Doch auch hier gilt es, ständig wachsam zu sein und die Strömungsstärke zu beachten. Sonst besteht Gefahr durch Abtrieb in die von Ast und Strauchwerk bewachsenen Uferbereiche und Sturzgefahr durch wechselnde Wassertiefen. Darüber hinaus gilt im gesamten Kreisgebiet Recklinghausen ein Betretungsverbot für die Uferbereiche.

Doch Kegl macht Mut: „Zwischen Ahsen und Haltern gibt es eine tolle Strecke.“ Allerdings sollten diese rund 17 Kilometer lange Tour eher sportlich ambitionierte Paddler in Angriff nehmen, denn Strömung und Strudel erfordern unterwegs schon einen gewissen Steueraufwand und durch vier bis fünf Stunden Fahrtzeit auch die entsprechende Ausdauer. Doch unterwegs werden die Wassersportler mit tollen Ausblicken auf weitestgehend naturbelassene Vegetation, Graureiher, Eisvögel, Wildenten und Schwäne entschädigt.

Der Silbersee ist gerade für Neulinge gut geeignet

Auf diesem relativ kleinen Bereich auf dem Silbersee II zwischen Badestrand und Surfrevier ist eigentlich nur ein ruhiges Auf und Abpaddeln möglich. Hier finden Anfänger beste Voraussetzungen und durch die vor Ort befindliche DLRG-Überwachung ist im Notfall schnelle Hilfe gewährleistet.

„Paddler sollten schwimmen können“, empfiehlt Kegl. Zusätzlich sollte festes Schuhwerk sowie eine dafür geeignete Schwimmweste getragen werden. Eine Sicherheitsleine am Board schützt vor Verlust des Sportgeräts.

Über den Autor
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Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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