Treue Flaesheimer Fußballspielerin hängt ihre Schuhe an den Nagel

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Sie ist das Urgestein der ersten Damenmannschaft von SuS Concordia Flaesheim. Jetzt hat sich die 38-Jährige entschieden, ihre fußballerische Laufbahn zu beenden.

Flaesheim

, 23.04.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Miriam Kuhnke wird den Fußballschuh an den Nagel hängen. Auf eine Abschiedszeremonie im Kreis der Mannschaft wird sie dabei aufgrund der Corona-Krise wohl verzichten müssen. „So leise wie ich gekommen bin, so leise werde ich auch wieder gehen“, sagt Miriam Kuhnke. Ihr sei es wichtig gewesen, ihre Laufbahn bei der Concordia zu beenden, betont sie.

Miriam Kuhnke im Zweikampf

Miriam Kuhnke im Zweikampf © Juergen Patzke

1989 wurde sie als Achtjährige bei BW Wacker Castrop angemeldet. Vier Jahre später spielte sie ein Jahr lang für den SV Dingen, bevor es 1994 zum SG DJK RW Hillen nach Recklinghausen ging.

Hier wurde sie als 16-Jährige bereits Ergänzungsspielerin für das Regionalliga-Team unter Trainer Pedro Milasincic. Meistens spielte sie jedoch in der zweiten Mannschaft. Später verletzte sich Nationalspielerin Jeanette Götte, was zu mehr Einsätzen für Miriam Kuhnke führte. In der Saison 1997/98 wurde RW Hillen Regionalligameister, verlor jedoch das entscheidende Relegationsspiel zur Bundesliga.

Nationalspielerinnen als Konkurrenz

Einen wesentlichen Anteil an ihrer Entwicklung hatte Trainer Rainer Eisenkopf, der 2005 viel zu jung seiner Krankheit erlag. Eisenkopf, der Pedro Milasincic ablöste, schaffte mit Hillen den Aufstieg in die Bundesliga (1998/99). „Ich war damals nicht gut genug für einen Stammplatz“, sagt sie, „aber es waren auf meiner Position Nationalspielerinnen als Konkurrenz, da hingen die Trauben sehr hoch. Immerhin war ich im Kader.“

Hillen und Flaesheim fusionierten und Coach Rainer Eisenkopf wurde überraschend durch Silvia Risser ersetzt. Die Trainerin beendete bereits nach einem halben Jahr ihr Engagement und Hermann Erlhoff (seinerzeit Spieler bei TSV Marl-Hüls, Schalke 04 und RW Essen) übernahm.

Die beiden Spielzeiten in der Bundesliga schloss Flaesheim mit dem achten und fünften Tabellenplatz ab. Das DFB Pokal-Finale ging mit 1:2 gegen den 1.FFC Frankfurt verloren. Bei dem Finale war Miriam Kuhnke aber nicht dabei, sie spielte nach dem Wechsel Eisenkopf/Risser nur noch in der zweiten Mannschaft.

Es folgte die Insolvenz mit dem Abstieg bis in die Bezirksliga. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Rainer Eisenkopf wieder das Zepter. Zudem kam Legende Antje Meier wieder aus Dülmen zurück und dazu noch einige andere Leistungsträgerinnen, die dann dafür sorgen konnten, dass Concordia wieder bis in die Westfalenliga aufstieg.

Aus privaten Gründen wechselte Miriam 2011 zu SW Röllinghausen, blieb nur ein Jahr und fand anschließend mit dem FC/JS Hillerheide einen Verein, bei dem sie sich vier Jahre lang sehr wohl fühlte.

Seltene Immunkrankheit

Im Oktober 2014 entdeckte Miriam zusammen mit ihrem Friseur kleine kreisrunde Haarausfälle. Es handelt sich um eine Immunkrankheit mit dem Namen „Alopecia areata“. Ein Jahr später hatte sie keine Haare mehr auf dem Kopf. „Ich habe keine Einschränkungen dadurch, ich musste nur lernen, damit zu leben. Dies ist mir in den folgenden drei Jahren, nach Ausbruch der Krankheit, gut gelungen“, so die gelernte Steuerfachangestellte.

Eine seltene Immunkrankheit sorgte bei Miriam Kuhnke für Haarausfall.

Eine seltene Immunkrankheit sorgte bei Miriam Kuhnke für Haarausfall. © Archiv

2016 wechselte die Stürmerin zu ihrer alten Wirkungsstätte nach Flaesheim. Hier erlebte sie in der Saison 17/18 sowohl den Aufstieg mit der zweiten Mannschaft in die Bezirksliga als auch den Abstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga. Statt es in der zweiten Mannschaft langsam auslaufen zu lassen, wurde sie nämlich in der Westfalenliga sogar als Spielertrainerin gefordert. Es war einfach zu viel, in der zweiten Mannschaft durchzuspielen und bei der ersten Elf auszuhelfen. Nach dem Abstieg in Landesliga konzentrierte sie sich nur auf die erste Mannschaft.

Der aktuelle Trainer Markus Schubert beschreibt seine Co-Trainerin als sehr engagiert mit starkem Willen, die er nur ungern verliert. „Sie ist auch außerhalb des Platzes sehr wertvoll, weil sie ein Händchen für junge Leute hat und im Hintergrund viele Dinge organisiert“, beschreibt Schubert seine spielende Co-Trainerin.

Ob Miriam nach der aktiven Zeit noch irgendeine Aufgabe im Verein übernehmen wird, kann sie noch nicht sagen. „Meine Partnerin spielt ja noch weiter und das werde ich mir auf jeden Fall anschauen“, sagt sie.

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