Trotz der 39 Gegentore und 0 Punkten: Beim SV Hullern lebt die Hoffnung

hzFußball: Kreisliga B

Noch wartet der SV Hullern auf seinen ersten Treffer in der Saison 2019/20. 39 Gegentore sammelte das Team. Mit null Punkten stehen die Hullerner in der Kreisliga B auf dem letzten Platz.

von Leon Koch

Hullern

, 02.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein Punktgewinn, 39 Gegentore in vier Spielen und immer wieder massive personelle Probleme. Der Saisonstart des SV Hullern hätte nicht viel schlimmer verlaufen können und der Verein steckt in der größten Umstrukturierungphase der letzten Jahre. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels, was die Verantwortlichen hoffnungsvoll stimmt.

Wer die Schwierigkeiten des B-Ligisten verstehen möchte, muss weiter zurückgehen. Bereits in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit unter Gökhan Kara und im Schlussspurt unter Frank Lendermann präsentierte sich die Mannschaft desaströs und verlor alle 14 Rückrunden-Spiele - meist sogar deutlich. Das sorgte dafür, dass der Haussegen in Hullern gehörig schief hing und ein Großteil der Spieler nach internen Querelen seinen Hut nahm und das Steverstadion verließ.

Fünf Wochen vor dem Saisonbeginn

Womit man in Sommer 2019 angekommen wäre, wo man beim SVH ebenfalls erst spät reagierte und rund fünf Wochen vor Saisonbeginn Falk König, vorher unter anderem als Spielertrainer der dritten Mannschaft des TuS Haltern bekannt, verpflichtete und ihm die Verantwortung für die erste Mannschaft übertrug. Der neue Cheftrainer versuchte sein Bestes, den ein oder anderen Akteur von einem Engagement zu überzeugen und schaffte es auch. Doch durch die späte Verpflichtung seiner Person waren die meisten Spieler vom Markt, wie König erzählt: „Natürlich hatten die meisten Jungs zu diesem Zeitpunkt schon bei ihren Vereinen zugesagt oder woanders unterschrieben, was es für uns sehr schwierig machte.“

So ging der neue Übungsleiter mit einem Rumpfkader in die Vorbereitung, die alles andere als blendend verlief. Nur zwei Testspiele absolvierten die Hullerner und mussten dabei teils empfindliche Niederlagen gegen die C-Ligisten TSG Dülmen III (0:17) und den Lokalrivalen SV Bossendorf III (3:4) hinnehmen. Auch die Stadtmeisterschaften fielen für die König-Elf aufgrund von personellen Engpässen ins Wasser.

Der Saisonstart stand also unter keinem guten Stern: In den ersten beiden Spielen gegen die SG Suderwich II und die Sportfreunde Datteln bekam die Mannschaft von Falk König jeweils neun Gegentore, ehe es am dritten Spieltag zum Desaster kam. Beim Auswärtsspiel in Henrichenburg kassierte der SVH eine 0:18-Klatsche, was den vorläufigen Tiefpunkt der Saison darstellte.

„Saison sauber zu Ende zu spielen“

Die Halterner Fußballlandschaft fragte sich bereits, ob der Verein die Saison überhaupt zu Ende spielen würde. Und auch in Hullern dürften während dieser drei Spiele sicherlich die ein oder anderen Sorgenfalten dazugekommen sein. Das ändert sich jedoch mit der Partie am vergangenen Sonntag gegen den FC/JS Hillerheide II. Zum ersten Mal in dieser Spielzeit konnte Falk König auf einen vollen Kader zurückgreifen und die Bank komplett besetzen. Die Leistung stimmte, das Ergebnis nicht. Auch dieses Spiel ging verloren, jedoch mit 0:3 deutlich knapper und unglücklicher als noch in den Wochen zuvor.

Der kolportierte Rückzug aus der Kreisliga B war nur ein Hirngespinst der Konkurrenz, beim Verein selbst war eine Abmeldung zu keiner Zeit eine Option, wie Vorstand Frank Meyer verriet: „Unser klarer Plan ist es, die Saison sauber zu Ende zu spielen und wir sind guter Dinge, dass wir in Zukunft unsere Punkte sammeln werden. Das Spiel gegen Hillerheide hat Mut gemacht und gezeigt, dass wir durchaus dazu in der Lage sind.“

Auch Trainer Falk König schlägt in die gleiche Kerbe: „Wenn die Jungs so mitziehen wie jetzt in der letzten Zeit, werden wir die Saison natürlich zu Ende spielen. Ich will die Mannschaft nicht abmelden und die Jungs wollen das auch nicht.“

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