Zweimal im TV: Der TuS konnte den kommenden Gegner von der Couch aus scouten

hzFußball: Oberliga

Der TuS Haltern fährt am Sonntag zum großen Favoriten der Oberliga. Den RSV Meinerzhagen konnten die Halterner zuletzt gut beobachten: Zweimal wurden Spiele des RSV im TV übertragen.

Haltern/Meinerzhagen

, 18.09.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Auftaktsieg folgt direkt das wahrscheinlich schwerste Spiel der Hinrunde: Der TuS Haltern am See fährt am Sonntag zum RSV Meinerzhagen, dem Favoriten auf den Aufstieg, der am vergangenen Wochenende sogar einen Zweitligisten im DFB-Pokal 90 Minuten lang Paroli bieten konnte.

„Sie sind der Topfavorit der Liga“, sagt auch Halterns Trainer Timo Ostdorf, der die lange Fahrt ins westliche Sauerland ohne Kevin Lehmann antreten muss, der sich beim 1:0-Sieg gegen den TuS Erndtebrück einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Aufgrund der gleichen Verletzung fällt seit einiger Zeit auch schon Andre Anhuth aus. Sonst sind alle Spieler fit. „Alle haben das Pokalspiel schadlos überstanden“, freut er sich.

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Von den Fähigkeiten des kommenden Gegners konnte sich Ostdorf zuletzt mehrmals überzeugen - und das sogar ohne zum Sportplatz fahren zu müssen. Sowohl das Westfalenpokalfinale der vergangen Saison, welches vor kurzem erst nachgeholt werden konnte, als auch das DFB-Pokalspiel gegen Zweitligist SpVgg Greuter Fürth liefen im Free-TV. Während Meinerzhagen sich im Westfalenpokal gegen Oberliga-Konkurrent SV Schermbeck den Titel holte, schied der RSV im DFB-Pokal nach Verlängerung mit 1:6 aus.

Mutlu Demir: „Haltern hat weiterhin eine starke Mannschaft“

„Da klammere ich die Verlängerung aber aus“, sagt Timo Ostdorf. Dass gegen einen Zweitligisten nach 90 Minuten irgendwann die Kräfte nachlassen, sei verständlich und nicht ungewöhnlich. Als „nicht unverdient“ bezeichnet er das 1:1, welches der Oberligist dem drei Klassen höher spielenden Team abgerungen hatte.

„Sie haben auf jeder Position richtig Qualität“, sagt Timo Ostdorf über den RSV Meinerzhagen. Dennoch wolle er mit seiner Mannschaft - wie sonst auch - mehr auf sich selbst als auf den Gegner gucken. „Wir werden uns nicht mit elf Mann hinten reinstellen“, stellt er klar. Mit seinen Spielern wolle er erneut aktiv Fußball spielen und zudem wieder „eklig in den Zweikämpfen sein“. Doch er weiß auch, dass „wenn wir da was holen wollen, brauchen wir einen überragenden Tag“.

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Mutlu Demir, Trainer der Meinerzhagener, erwartet eine „gute und selbstbewusste“ Halterner Mannschaft. Er selbst konnte den TuS zwar bislang nicht beobachten, aber dennoch ist er bestens über die Seestädter informiert. „Wir haben Scouts“, sagt er. Diese haben zuletzt auch den TuS genau unter die Lupe genommen. „Haltern hat weiterhin eine starke Mannschaft“, so Demir. Daran habe auch der Umbruch infolge des Bilbao-Konzepts nichts geändert.

„Sie haben noch immer genug Qualität und da rede ich nicht nur von Stefan Oerterer“, sagt er. Ausfälle hat der Meinerzhagener Trainer fast gar keine zu beklagen. Doch ausgerechnet Kapitän Sven Wurm - einer der zahlreichen RSV-Spieler mit Regionalliga-Erfahrung - ist der einzige Meinerzhagener, der am Sonntag verletzungsbedingt nicht dabei sein wird. Aber er habe genug Spieler im Kader, um Ausfälle kompensieren zu können. Ohnehin sei die Saison noch sehr lang, da werde er immer wieder mal rotieren müssen. „Man sollte daher nicht großartig rumheulen, wenn mal einer ausfällt“, erklärt er.

Der RSV wird am Sonntag derweil doppelt motiviert sein. Zum einen geht es natürlich um die nächsten drei Punkte im Kampf um den Aufstieg, zum anderen „haben wir noch was gut zu machen“, so Demir. 2018 standen sich beide Teams schon mal gegenüber. Im Achtelfinale des Westfalenpokals ging der damalige Westfalenliga-Aufsteiger als Außenseiter gegen den TuS ins Spiel und verlor mit 0:1. Der einzige Spieler aus der damaligen Halterner Startelf: Jener Stefan Oerterer, den Mutlu Demir nun wieder hervorhebt.

Anstoß: Sonntag, 15 Uhr, Oststraße, 58540 Meinerzhagen

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