16 Abgänge: Was wurde aus dem Regionalliga-Kader des TuS Haltern?

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Vor einem Jahr startete der TuS Haltern mit einem 1:0-Sieg in die Regionalliga. 12 Monate später ist vom damaligen Kader nicht mehr viel übrig. Viele Spieler sind gewechselt. Ein Überblick.

Haltern

, 27.07.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 7 min

Der Aufstieg des TuS Haltern am See in die Regionalliga West war ein historischer Moment für den gesamten Verein. Nach dem entscheidenden 1:0-Sieg gegen RW Ahlen feierten Spieler, Trainer und Fans gemeinsam in der Stadt und hingen - inspiriert von der Tradition des spanischen Rekordmeisters Real Madrid - einen Schal am Brunnen in der Halterner Innenstadt auf. Monate später versammelte sich an gleicher Stelle der neue Regionalliga-Kader des TuS. Doch seit den Aufnahmen für das Mannschaftsfoto hat sich vieles verändert, kaum ein Spieler ist noch in Haltern. 16 haben den Verein in den vergangenen 12 Monaten verlassen.

Magnus Niemöller (Trainer)

Der Trainer führte den TuS Haltern seit seiner Ankunft von der Westfalenliga bis in die Regionalliga West. Kurz nachdem der TuS sein neues Bilbao-Konzept bekannt gab und ein Umbruch unausweichlich war, gab es auch einen Wechsel auf der Trainerbank. Für den 46-Jährigen übernahm der bisherige U23-Coach Timo Ostdorf. Der TuS verkündete danach, Niemöller in einer anderen Funktion halten zu wollen. Öffentlich geäußert hat sich der Trainer allerdings bis heute nicht dazu, seine Zukunft ist noch immer nicht geklärt.

Thorsten Kornmaier (Co-Trainer)

Seit 2015 steht Kornmaier als Co-Trainer an der Seitenlinie. Das ändert sich auch in der kommenden Saison nicht. In der Oberliga wird er den neuen Trainer Timo Ostdorf unterstützen. Zudem erhält der 50-Jährige weitere Aufgaben, die er teilweise dem bisherigen Sportlichen Leiter Sascha Kopschina abnimmt.

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Oliver Bautz (Torwart-Trainer)

Der 39-Jährige, dem Magnus Niemöller am letzten Oberliga-Spieltag 2019 noch in der 89. Minute einwechselte und ihm so seine ersten Oberliga-Minuten schenkte, ist auch weiterhin fester Bestandteil des TuS Haltern. Bautz bleibt weiterhin Torwart-Trainer, geht nun in seine elfte Saison für die Seestädter.

Sascha Kopschina (Sportlicher Leiter)

Bis zum Regionalliga-Aufstieg war Sascha Kopschina der Sportliche Leiter des TuS Haltern, dann wurde er zum Sportdirektor befördert. Als der Verein sein neues Bilbao-Konzept veröffentlichte, bekam auch Kopschina eine neue Rolle: Er ist nun der Leiter Gesamtstrategie Sport und soll den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die strategische Neuausrichtung, die Verzahnung des Senioren- und Juniorenbereichs sowie den Auf- und Ausbau von Kooperationen mit anderen Halterner Vereinen richten.

Rafael Hester (aktueller Verein: TuS Haltern)

Seit 2017 spielt der 26-Jährige für den TuS Halten. In der Oberliga stand er 47 Mal im Kader, 23 Mal stand er zwischen den Pfosten. Nachdem er die ersten elf Regionalliga-Spiele verletzungsbedingt verpasste, bestritt er danach jede Partie. Auch in der kommenden Saison wird er für den TuS Haltern spielen, sagte Timo Ostdorf vor Kurzem noch, nachdem ein Foto aufgetaucht war, auf dem Hester im Trikot des Wuppertaler SV zu sehen war.

Tim Oberwahrenbrock (FC Pipiensried)

Der Torhüter wechselte im Sommer 2019 aus Ahlen zum TuS und kam - auch aufgrund einer Verletzung von Stammtorhüter Rafael Hester - zu elf Regionalliga-Einsätzen. Oberwahrenbrock spielt in der kommenden Saison im Süden beim FC Pipinsried.

Alexander Rothkamm (SV Sodingen)

Der 21-jährige Torhüter spielte seit 2017 für den TuS Haltern, kam allerdings nur einmal bei der ersten Mannschaft zum Einsatz. In der Regionalliga reichte es nur für einen Bankplatz. Nun ist er einen Schritt zurückgegangen: zum SV Sodingen in die Westfalenliga.

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Nils Eisen (TuS Haltern)

Der 32-Jährige gehörte 2019 zu den Stammspielern des TuS Haltern. 14 Mal stand er in der Regionalliga auf dem Platz, ehe er Vater wurde und sich eine Auszeit nahm. Nach einem halben Jahr ist der Verteidiger nun zurückgekehrt. Sein neuer Trainer Timo Ostdorf bezeichnete seine Rückkehr zuletzt sogar als Königstransfer.

Tim Forsmann (TuS Haltern)

In einer Mannschaft, in der es in den vergangenen Jahren viel Bewegung im Kader gab, gehört Forsmann schon zu den Urgesteinen. Seit 2016 spielt der 27-Jährige für den TuS, machte bislang insgesamt 70 Ligaspiele für die Seestädter. Davon waren zehn in der Regionalliga, weitere Einsätze verhinderte ein Außenbandriss. Auch in der kommenden Oberliga-Saison wird der Verteidiger für die Halterner spielen.

Christoph Kasak (Spvgg. Erkenschwick)

Schon nach dem Aufstieg in die Regionalliga wollte Kasak den TuS eigentlich verlassen. Doch sein bereits vermeldeter Wechsel zum FC Kray platzte, da der damalige Oberliga-Aufsteiger mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte. Auch der Wechsel von Marvin Schurig zu den Essenern platzte dadurch. Während Kasak letztendlich in Haltern blieb und 14 Mal in der Regionalliga auflief, wechselte Schurig zu RW Ahlen und nun zur SG Wattenscheid. Innenverteidiger Kasak spielt in der kommenden Saison wieder für die Spvgg. Erkenschwick, von der er 2016 zum TuS Haltern gekommen war.

Jan-Patrick Friedrich (ASC 09 Dortmund)

Innenverteidiger Friederich wechselte im Sommer 2019 vom ASC 09 Dortmund zum TuS Haltern. In der Regionalliga bestritt er acht Spiele, davon fünf über die volle Distanz. Im Winter zog es ihn zurück zum ASC 09, mit dem er in der kommenden Spielzeit wieder auf den TuS Haltern trifft.

Noah Korczowski (TuS Haltern)

Der Verteidiger war nach dem Aufstieg in die Regionalliga der Königstransfer des TuS. In seiner Vita stehen eine Deutsche U19-Meisterschaft mit Schalke, die Teilnahme an einer U17-WM und drei Kurzeinsätze in der Bundesliga. Korczowski machte 18 Regionalliga-Spiele, alle über die vollen 90 Minuten. Auch in der kommenden Saison schnürt Korczowski, der in Haltern lebt und in Marl geboren wurde, für den TuS die Fußballschuhe.

Nico Wolters (SW Essen)

Der Wechsel des jungen Linksverteidigers zum TuS Haltern zog sich. Denn eigentlich hatte der heute 22-Jährige schon längst bei der Spvg. Schonnebeck einen Vertrag unterschrieben. Doch die Regionalliga war verlockend, der TuS zeigte großes Interesse. Letztendlich kam es zu einer Einigung mit Schonnebeck, der Weg für Wolters nach Haltern war frei. Lange blieb er allerdings nicht beim TuS. Schon im vergangenen Winter wechselte er zu Schwarz-Weiss Essen. Neun Regionalliga-Spiele machte er für Haltern, dann verletzte er sich und musste operiert werden, ehe es ihn nach Essen zog.

Lukas Opiola (DJK TuS Hordel)

Der Verteidiger kam 2016 vom damaligen Oberligisten Erkenschwick und feierte als Stammspieler mit dem TuS erst den Aufstieg aus der Westfalenliga und zwei Jahre später den Aufstieg in die Regionalliga. Nach vier Jahren und 80 Pflichtspielen für Haltern ist er im Sommer zum DJK TuS Hordel gewechselt.

Romario Wiesweg (RW Ahlen)

Der zentrale Mittelfeldspieler stand in der Regionalliga West 24 Mal im Kader. 21 Mal spielte er letztendlich auch, davon alle Partien über die vollen 90 Minuten. Nach zwei Spielzeiten in Haltern entschied sich Wiesweg in diesem Sommer für einen Wechsel zu RW Ahlen. Dort gehört er zu einem von fünf TuS-Spielern, die aktuell bei dem Regionalliga-Aufsteiger unter Vertrag stehen - wenngleich mit Stephan Tantow einer von ihnen nicht mehr auf dem Platz stehen wird.

Philipp Mandla (SV Völklingen)

Mandla wechselte 2019 aus Erkenschwick nach Haltern. Ein wichtiger Faktor für seinen Wechsel zum TuS war Magnus Niemöller. Der Sprung von der Westfalenliga in die Regionalliga war allerdings nicht einfach für den zentralen Mittelfeldspieler. Er spielte insgesamt nur 45 Minuten, verteilt auf fünf Partien. Seit Januar läuft er für den SV Röchling Völklingen in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar auf.

Luca Bernoth (TuS Haltern)

Im vergangenen Sommer gelang dem heute 19-Jährigen der Sprung in die erste Mannschaft, obwohl er auch noch ein Jahr in der A-Jugend hätte spielen können. In der Regionalliga stand er bereits 16 Mal im Kader, drei Mal wurde er kurz vor Schluss eingewechselt. Timo Ostdorf nannte ihn zuletzt beispielhaft für die jungen Talente des TuS, die in der Oberliga den nächsten Schritt machen sollen.

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Lukas Diericks (SV Dorsten-Hardt)

Diericks gehörte nach seinem Wechsel vom TSV Marl-Hüls zu den Stammspielern beim TuS. 38 Spiele machte er für Haltern in zwei Oberliga-Jahren, ehe der Aufstieg in die Regionalliga gelang. Dort kamen noch mal 23 Spiele hinzu, er führte den TuS als Kapitän in der neuen und extrem anstrengenden Liga an. Im Sommer ist er zum SV Dorsten-Hardt gewechselt. Schon in der neuen Spielzeit wird er aber wieder in der Stauseekampfbahn auflaufen - gegen den TuS Haltern II in der Landesliga.

Lars Pöhlker (SW Essen)

Schon im Winter zog es Pöhlker genauso wie Nico Wolters nach Essen. In den wenigen Spielen bis zur Corona-Unterbrechung gehörte er dann auch zum Stammpersonal beim Niederrhein-Oberligisten. Zuvor stand er in 53 Oberliga-Spielen und in der vergangenen Saison in 14 Regionalliga-Partien für den TuS Haltern auf dem Platz.

Tim Kallenbach (ASC 09 Dortmund)

43 Mal spielte der zentrale Mittelfeldspieler seit seinem Wechsel vom FC Schalke 04 II für den TuS. Der Höhepunkt seiner zwei Jahre in Haltern: Mit einem späten Doppelpack krönte er in der Regionalliga eine spektakuläre Aufholjagd beim VfB Homberg, die mit einem 4:3-Sieg für Haltern endete. Nachdem einige Vereine - darunter Regionalligst RW Ahlen - ihr Interesse am 25-Jährigen bekundet hatten, hat Kallenbach sich für einem Wechsel zum Oberligisten ASC 09 Dortmund entschieden.

Marvin Möllers (TSG Dülmen)

Zwei Jahre spielte der flinke Marvin Möllers für den TuS Haltern, nachdem er 2018 vom damaligen Westfalen- und heutigen Oberligisten SpVgg Vreden kam. Nur zweimal stand er in der Regionalliga nicht im Kader der Seestädter. In allen anderen 22 Spielen kam er immer zum Einsatz, entweder von Anfang an oder von der Bank. Nun ist Möllers jedoch wieder zu seinen sportlichen Wurzeln zurückgekehrt: zum Bezirksligisten TSG Dülmen. Ein wichtiger Faktor bei seiner Entscheidung war auch sein Lehramts-Studium, das er zeitnah abschließen möchte.

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Nick Schorn (TuS Haltern)

Der 19-Jährige wechselte 2018 aus der U19 des VfB Hüls in die Halterner A-Jugend. In der vergangenen Saison wurde er dann zu den Senioren hochgezogen. Zu einem Einsatz in der ersten Mannschaft reichte es aber noch nicht. Zwischenzeitlich war der Mittelfeldspieler zudem verletzt. Im Februar stand er drei Mal im Regionalliga-Kader. Er bleibt beim TuS Haltern.

Deniz Batman (TuS Bövinghausen)

Seit seinem Wechsel 2016 von der SpVgg Erkenschwick gehörte der 29-jährige Batman immer zum erweiterten Stammpersonal beim TuS. Auch in der Regionalliga kam er noch neun Mal zum Einsatz, ehe er im Januar 2020 in die Landesliga zum TuS Bövinghausen wechselte - dem wahrscheinlich ambitioniertesten Amateurklub im ganzen Ruhrgebiet. Dort kam er jedoch aufgrund der Corona-Pandemie nur zwei Mal zum Einsatz. Als die Spielzeit offiziell abgebrochen wurde, wurde auch Bövinghausen überraschend als Aufsteiger in die Westfalenliga bekannt gegeben.

Robin Schultze (Holzwickeder SC)

Zwei Jahre spielte Robin Schultze für den TuS Haltern. Zwei Jahre, in denen er sowohl in der Oberliga als auch in der Regionalliga zum Stammpersonal gehörte und insgesamt 50 Ligaspiele bestritt. Bereits Ende April gab er bekannt, dass er den TuS wieder verlassen wird. Er kehrte zum Holzwickeder SC zurück, von dem er 2018 nach Haltern gewechselt war.

Cedric Vennemann (SV Dorsten-Hardt)

Der 30-Jährige spielte insgesamt 3,5 Jahre für den TuS Haltern und bestritt 73 Pflichtspiele - erst in der Westfalenliga, dann zwei Jahre in der Oberliga. In der Regionalliga-Saison fiel er immer wieder verletzt aus und stand daher kein einziges Mal im Kader. In der neuen Saison wird er in der Landesliga für den SV Dorsten-Hardt spielen.

Ilias Anan (TuS Haltern)

Wenige Wochen vor dem ersten Regionalliga-Spiel konnte der TuS noch seine letzte Planstelle schließen. Mit dem damals 23-jährigen Ilias Anan hatten die Halterner einen passenden Angreifer gefunden. Der Flügelstürmer kam von Westfalia Herne und machte insgesamt 12 Regionalliga-Spiele, in denen ihm zwei Tore und eine Vorlage gelangen. Anan hat noch Vertrag bis 2021, kündigte aber bereits an, mittelfristig den Sprung in den Profifußball wagen zu wollen. Ob er wirklich Anfang September für den TuS in der Oberliga auflaufen wird, scheint daher noch nicht abschließend geklärt zu sein.

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Jan-Niklas Kaiser (TuS Haltern)

Der Offensivspieler war der erste Neuzugang des TuS Haltern nach dem Regionalliga-Aufstieg und kam aus der Westfalenliga vom DSC Wanne-Eickel. In der Regionalliga war er 15 Mal im Kader, wurde sechs Mal eingewechselt und stand gegen den SV Lippstadt zum ersten und einzigen Mal in der Startelf.

Arda Nebi (RW Ahlen)

Wechselte im Januar 2019 zum TuS Haltern, erlebte nur wenige Monate später direkt den Aufstieg mit. In der Regionalliga war der flinke Außenstürmer gesetzt, machte 24 Spiele, in denen ihm sowohl vier Tore als auch vier Torvorlagen gelangen. Genauso wie Romario Wiesweg wechselte Nebi im Sommer zum Regionalliga-Aufsteiger RW Ahlen, der eine ähnliche Rolle wie ein Jahr zuvor der TuS Haltern in der Liga einnehmen wird.

Stefan Oerterer (TuS Haltern)

Der Stürmer gehörte zu den Dauerbrennern in der Regionalliga. Oerterer stand nur einmal nicht auf dem Platz und gehörte in den anderen 23 Partien 18 Mal zur Startelf. Dabei markierte er sieben Treffer, darunter auch das erste Regionalliga-Tor des TuS Haltern. In der kommenden Saison geht er wieder in der Oberliga für den TuS auf Torjagd.

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