TuS Halterns „Kopfball-Ungeheuer“ hätte diese Entwicklung nie für möglich gehalten

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Mit 30 Jahren hatte sich Patrick Brinkert darüber gefreut, ein letztes Mal in die Landesliga aufgestiegen zu sein. Nun gehört er zum festen Stamm im Oberliga-Kader – und weiß zu überzeugen.

Haltern

, 28.09.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass er mit seinen 30 Jahren sein Oberliga-Debüt für den TuS Haltern am See feiern würde, ist für Patrick Brinkert „etwas Besonderes“. Dass er mit zwei Toren als Rechtsaußen einer Fünferkette auch noch nach vier Spielen der zweitbeste Halterner Torschütze ist, „hatte ich nie für möglich gehalten“. Als Kopfball-Ungeheuer machte Brinkert auf sich aufmerksam. Sein Trainer lobt ihn, dabei hat er nicht einmal eine besondere Technik.

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„Es gibt einen Unterschied zwischen Kopfball-Ungeheuer und Kopfball-stark“, sagt Brinkerts Trainer Timo Ostdorf. „Es gibt Spieler, die können Kopfbälle stark verteidigen. Es gibt aber auch Spieler, die können Kopfbälle gezielt setzen.“

Ein ehemaliger Fußballprofi kritisierte zuletzt, dass viele Spieler keine richtige Kopfballtechnik mehr hätten. Brinkert gehört sicher nicht dazu. Dabei hat der physisch starke Linienläufer nicht einmal eine besondere Technik. „Der Trainer sagt immer, man muss mit voller Überzeugung in den Ball gehen“, erklärt er. „Aber dass ich eine bewusste Technik habe, würde ich nicht sagen. Vielleicht ist es ein bisschen die Erfahrung.“

Die Umstellung fällt Patrick Brinkert nicht leicht

Ein Vierteljahrhundert spielt der 30-Jährige laut eigener Aussage Fußball. Zum ersten Mal kommt er in der Oberliga zum Einsatz. „Für mich ist das ein Debüt in der Oberliga.“ Eigentlich habe sich Brinkert nach dem Aufstieg des Team B in die Landesliga schon darüber gefreut, ein letztes Mal in der Karriere aufgestiegen zu sein. „Dass ich plötzlich zum Oberliga-Kader gehöre, ist etwas Besonderes.“

Dabei fällt ihm die Umstellung gar nicht mal so leicht. Im vergangenen Jahr kickte der Spieler noch in der Bezirksliga, drei Klassen unter der Oberliga. Nun geht alles viel schneller zu. „Man muss ständig bereits den nächsten Schritt im Kopf haben“, sagt er.

„Fast ein bisschen wie beim FC Barcelona“

„Das ganze erinnert mich immer an das Tiki-Taka von Barcelona von vor zehn Jahren: Da wusste jeder Spieler, was er im übernächsten Schritt zu tun hat. So fühle ich mich.“ Nur dass eben diese Handlungschnelligkeit noch nicht so ausgeprägt bei Brinkert ist.

Der Spieler arbeitet aber demütig daran, sich in diesem Bereich zu verbessern – und hat es auch schon. Sein Trainer Ostdorf lobt ihn: „Er nimmt die Herausforderung gut an. Obwohl er bereits 30 Jahre alt ist, lässt er sich von den Oberliga-erfahrenen Spielern führen und leiten. Er ist bereit, weiterhin zu lernen.“

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Der Lohn war der erste Startelf-Einsatz gegen die TSG Sprockhövel. Sein erstes Tor erzielte er bereits am ersten Spieltag als Joker gegen den TuS Erndtebrück. Trotz des Lobes und seiner ersten beiden Treffer weiß Brinkert aber auch: „Dieses Weiterdenken ist schon noch eine Schwierigkeit für mich.“ Doch als Kopfball-Ungeheuer ist er bereits jetzt eine feste Größe im Oberliga-Kader des TuS Haltern am See.

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