TuS-Trainer Sebastian Amendt: Wir brauchen auch erfahrene Spieler

hzFußball: Landesliga

Erst kehrte Sebastian Amendt aus Chile zurück, bald sitzt er auch wieder auf einer Trainerbank beim TuS Haltern. Im Interview spricht er über die kommende Saison und das Ziel mit Team B.

Haltern

, 18.07.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im Frühjahr 2019 hatte Sebastian Amendt mit seiner Familie Haltern verlassen, um für zwei Jahre nach Chile zu gehen. Nach etwas mehr als einem Jahr kehrte die Familie allerdings bereits wieder zurück. Kurz darauf machte der TuS Haltern am See die Verpflichtung Amendts als neuen Trainer der zweiten Mannschaft (Team B) bekannt. Im Interview spricht der Halterner über seine Zeit in Chile, was ihn besonders an der neuen Aufgabe beim TuS reizt und wie er in der Landesliga spielen lassen möchte.

Herr Amendt, nur wenige Wochen nach ihrer Rückkehr aus Chile kehrten Sie zum TuS Haltern zurück. Sie beerben Timo Ostdorf, der nun die erste Mannschaft trainiert. Was hat Sie an der neuen Aufgabe besonders gereizt?

Ich komme ja aus dem Jugendbereich des TuS und freue mich auf die Aufgabe zusammen mit den Verantwortlichen für das A Team eine Mannschaft zu formen. Die Idee, wieder auf junge Leute zu setzen, reizt mich besonders.

Sie meinen das Bilbao–Konzept?

Genau. Zwar habe ich persönlich nicht an der Idee mitgearbeitet, doch mein Gedanke, die Halterner Spieler zu fördern ist ein großer Bestandteil des Konzeptes, was mich überzeugt hat. Es kommen einige Spieler aus der U19 dazu, hier ist es spannend, wie sich diese Jungs entwickeln lassen.

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Wie soll sich die Zusammenarbeit zwischen Team A und Team B gestalten?

Für beide Teams haben wir einen Kader von ca. 40 Spielern. Während der Coronazeit haben wir alle zusammen trainiert, uns auch als Trainerteam gut ergänzt. Neben Team A - Trainer Timo Ostdorf werden auch Olli Bautz und Thorsten Kornmeier sowie Bastian Mrowitzki als Torwarttrainer und Kevin Lehmann als spielender Co-Trainer einen wertvollen Beitrag leisten. Hier glaube ich an ein Umdenken zu den vergangenen Spieljahren in einigen Punkten.

Was ist Ihr Ziel für die Anfang September startende Landesliga-Saison?

Ich kann nicht sagen, dass wir locker in der Liga bleiben werden. Neben der Leistungsentwicklung wird unser Ziel zunächst sein, die Klasse zu halten. Es werden nicht nur junge Leute für eine erfolgreiche Saison sorgen können, wir brauchen auch ein paar erfahrene, die die jungen lenken.

Welchen Fußball möchten Sie bei Ihrer Mannschaft in der kommenden Spielzeit sehen?

Mir ist wichtig, dass unsere Zuschauer sehen, dass die Mannschaft Spielfreude hat. Sie soll das Spiel kontrollieren können und Spielverständnis zeigen. Gemeinsamen Einsatz und Leidenschaft möchte ich von den Jungs sehen, um mit Begeisterung erfolgreich Fußball zu spielen. Wenn uns dies gelingt, kommen die Zuschauer gern zu unseren Spielen, da bin ich sicher.

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Sie und Ihre Familie waren etwas mehr als ein Jahr in Chile. Wie kamen Sie mit den Lebensbedingungen dort zurecht?

Wir haben uns alle sehr wohl gefühlt. Es handelte sich um eine Urlaubsregion mit sehr herzlichen Menschen. Valparaíso ist innerhalb 10 Minuten zu erreichen, ein wunderschöner Ort. Der Durchschnittsverdiener erhält dort etwa 400 bis 500 Euro pro Monat. Dennoch liegen die Supermärkte etwas über dem deutschen Preisniveau. Mieten, Nahverkehr und andere Angebote sind dagegen billiger. Chile und so auch die Region in der wir lebten, hat sich durch den Wirtschaftsaufschwung und nicht zuletzt aufgrund des zweimaligen Erfolges von Chile bei der Copa América deutlich entwickelt, doch leider ist die soziale Ungerechtigkeit weiterhin das bestimmende politische Thema.

Warum sind Sie früher zurückgekehrt?

Obwohl wir uns wohl fühlten gab es schulische Gründe, die uns den Zweijahresplan verkürzen ließen. So sollte die Heimkehr bereits Juli 2020 sein, was durch Corona nochmal erheblich früher wurde. Wir hatten einfach die Sorge, dass wir keinen Flieger mehr bekommen, falls in Deutschland unsere Familie betroffen gewesen wäre.

Sie arbeiteten an einer chilenischen Schule. Was war dort anders als in Deutschland?

Der Schulfußball hat dort einen anderen Stellenwert als in Deutschland. Die Jungs trainieren teilweise dreimal in der Woche. An Wochenenden nehmen sie dann dann noch für kleine Clubs an Turnieren teil. Wegen der finanziellen Unterschiede kann der Fußball für einige Kinder ein sozialer Aufstieg sein.

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Wo arbeiten Sie nun?
Ich bin Sport- und Spanischlehrer am Recklinghäuser Hittorf-Gymnasium. Kurz nach unserer Rückkehr konnte ich dort meinen Job wieder aufnehmen.

Hat sich Ihre Familie wieder gut in der alten Heimat eingelebt?

Ja, die Kinder haben den Übergang in die Halterner Schulen nahtlos geschafft. Dank an die Schulleiter, die das reibungslos auf den Weg brachten. Meine Frau Hannah hat in Chile im Kindergartenbereich gearbeitet. Ob es in Haltern eine Möglichkeit für sie gibt, wird sich zeigen.

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