Sythens Benjamin Schulte (3.v.l.) spielt seit dem vergangenen Sommer auf einer ungewohnten Position. © Jürgen Patzke (Archiv)

Überraschender Positionswechsel: Sythens Schulte „hat es überragend gemacht“

Jahrelang spielte Sythens Benjamin Schulte im Sturm. In dieser Saison kam er plötzlich ganz woanders zum Einsatz - und meisterte es mit Bravour. Für seinen Positionswechsel gab es zwei Gründe.

Drei Neuzugänge hat der TuS Sythen bislang für die kommende Spielzeit präsentiert. Den Altersschnitt der ohnehin schon jungen Mannschaft ziehen die drei A-Junioren noch mal nach unten. Mit gerade mal 31 Jahren ist Benjamin Schulte bereits der Älteste im Team – und der, für den sich im vergangenen Sommer vermutlich am meisten geändert hatte.

„Die Mannschaft wird immer jünger“, sagt Schulte, „und das ist auch gut so“. Irgendwann müsse man sich als älterer Spieler aber dann überlegen, der Jugend ein wenig Platz zu machen. Kürzertreten möchte er allerdings noch nicht – auch, weil die vergangenen beiden Spielzeiten nicht zu Ende gespielt werden konnten. „Eine halbe Saison ist ja langweilig“, sagt er.

„Plötzlich waren wir die, die auf Konter gespielt haben“

Gerade mal sieben Spiele konnten die Sythener im Herbst 2020 bestreiten. „Es war schon toll, mal in der A-Liga zu spielen“, so der Sythener, der aber auch betont, dass sieben Spiele noch viel zu wenig sind, um als Mannschaft zu wissen, wo sie in der für sie neuen Liga wirklich steht.

„Das weiß man erst nach einer ganzen Saison“, erklärt Benjamin Schulte, der fast seine ganze sportliche Laufbahn bislang bei den Sythenern verbracht hat. Nur zwischendurch habe er mal kurz für einige Zeit in Seppenrade gespielt. Mittlerweile spielt er aber schon wieder seit vielen Jahren beim TuS Sythen, kehrte damals zurück, als noch Michael Ecker den Kreisligisten trainierte.

In der nun zurückliegenden Saison habe sein Team andere Mannschaften oft überrascht, was ein großer Vorteil gewesen sei. Ihre Spielweise mussten die Sythener aber im Vergleich zur Vorsaison ändern. „Plötzlich waren wir die, die auf Konter gespielt haben“, erzählt er.

Benjamin Schulte will Sythen nur helfen – egal auf welcher Position

War der TuS in der B-Liga oft als Favorit die spielbestimmende Mannschaft, war er dann zuletzt in der A-Liga der Außenseiter. „Diese Veränderung war schon interessant und hat auch Spaß gemacht“, sagt Benjamin Schulte, der im vergangenen Sommer persönlich auch eine große Veränderung erlebt hat.

War er in den vergangenen Jahren einer der Spieler, deren Hauptaufgabe es war, Tore zu erzielen, stand er in dieser Spielzeit plötzlich in der Verteidigung. Das sei schon in der vergangenen Saison mit dem damaligen Cheftrainer Manuel Andrick sowie dem damaligen Co-Trainer Dennis Schulz Thema gewesen.

„Ich hatte gesagt, wenn ich hinten helfen kann, mache ich das“, so der 31-Jährige, der laut eigener Aussage nicht mehr zu den Schnellsten im Team gehört. „Mit den Jungs, die wir vorne drin haben, haben wir so viel Geschwindigkeit – was bringt das, wenn die am Sechzehner sind und ich erst an der Mittellinie losrenne?“, fragt er und lacht.

Dass er nun etwas langsamer als einige seiner Mitspieler ist, „muss man sich einfach eingestehen“. Sein Team sei defensiv nicht allzu breit aufgestellt gewesen, erzählt Dennis Schulz. Daher sei dann die gemeinsame Idee entstanden, Schulte ein paar Reihen nach hinten zu beordern.

Sythens Schulte war zuletzt auf seiner neuen Position Stammspieler

Der ehemalige Stürmer „hat es aus meiner Sicht überragend gemacht“, sagt der Trainer. Seine langjährige Erfahrung in vorderster Front helfe ihm nun auch beim Verteidigen.

„Er weiß, wie Stürmer spielen, erahnt viele Situation“, so Schulz weiter. Ähnliches sagt auch der Spieler selbst: „Da ich nicht mehr der Schnellste bin, mache ich viel mit Auge wett.“ Auch mit seiner Technik habe er einen Vorteil gegenüber einigen anderen Verteidigern, lobt sein Trainer.

Doch seine vielleicht größte Stärke sei die Kommunikation auf dem Platz. „Das hilft der Mannschaft sehr“, sagt Schulz. Wie wichtig Benjamin Schulte in dieser Spielzeit war, unterstreicht auch ein Blick auf seine Einsätze: In fünf von sieben Ligaspielen stand er in der Startelf. „Dass das direkt so geklappt hat, dass ich auch Stamm spiele, war verrückt“, sagt Schulte.

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Pascal Albert

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